Burg Wernerseck mit Tag der offenen Tür
Zahlreiche Gäste nutzten Chance zur Besichtigung
Ochtendung. Etwa 500 Gäste nutzten jetzt die Chance, sich ein Bild von der mittelalterlichen Burgruine zu machen, die sich zwischen den Gemeinden Ochtendung und Plaidt befindet. Unter der Mithilfe von Petrus, der den dunklen Gewitterwolken und Regengüssen eine überfällige Auszeit gönnte, lockte das Angebot des Fördervereins Burg Wernerseck e.V. und des Heimatverein Ochtendung auch viele Wanderer an, die ihren Ausflug durch das Nettetal mit dem kulturellen Begleitprogramm kombinierten.
Einblicke in die Geschichte der Kelterhausburg
Günther Gries vom Förderverein gewährte in informativen Führungen Einblicke in die Geschichte der Kelterhausburg und ihre mitunter rätselhaften Baukonstruktionen, über die auch einige der wissbegierigen Besucher angeregt diskutierten. Ärgerlich: Laut Gries werden immer wieder Teile des Mauerwerks und Absperrungen mutwillig durch Eindringlinge zerstört, wodurch einerseits die Unfallgefahr innerhalb der Ruine steigt und andererseits ihr Verfall beschleunigt wird. Schön dagegen, wie sich die Organisatoren für den großen Tag stilecht mit mittelalterlichen Gewändern in Schale geschmissen haben, darunter auch Ochtendungs Bürgermeisterin Rita Hirsch. Sie ließ es sich auch nicht nehmen, während einer kleinen Auszeit vom Getränkeverkauf auf Tuchfühlung mit Jagdvögeln der Falknerei Dippel zu gehen – genau wie viele andere kleine und große Besucher, die sich einmal selbst einen persönlichen Eindruck von den rasanten Jägern der Lüfte verschaffen wollten.
Erkundung der Ruine stand im Vordergrund
Doch abseits des unterhaltsamen Rahmenprogramms, zu dem auch kleine Geschicklichkeitsspiele für Kinder zählten, stand vor allem die Erkundung der Ruine im Vordergrund: Im Zentrum der nahezu frei begehbaren Anlage befindet sich der Burgfried, dessen Wohnturm mit mehreren Ebenen dank eines Leitergerüsts ebenfalls betreten und sogar auf eigene Faust ausgekundschaftet werden durfte. Hier zeigen sich unter anderem an einem neuen Flachdach bereits die positiven Auswirkungen der letzten Sanierungsmaßnahmen, doch es bleibt immer noch viel zu tun, um die Burg Wernerseck für die Zukunft instand zu halten und vor dem Verfall zu bewahren. Immerhin: Ein kürzlich bewilligter Förderungsbetrag von 500.000 Euro, verteilt auf die Jahre 2017, 2018 und 2019 deckt bereits einen Großteil der veranschlagten Sanierungskosten von 860.000 Euro ab. Neben Spenden hofft die Ortsgemeinde aber weiter auf namhafte Zuwendungen, um die gewünschte Sanierung aller drei Bauabschnitte durchführen und auch in den kommenden Jahren wieder zum Tag der offenen Tür einladen zu können.
