Layerbruderschaft Niedermendig lud zur Erinnerung an den traditionellen Waldausflug ein
Zahlreiche Mitglieder kamen bei herrlichem Sonnenschein zur Museumslay
Mendig. Insbesondere viele junge Mendiger können heute mit dem Begriff „Waldausflug“ wenig anfangen. Brudermeister Werner Geilen, der gemeinsam mit der Niedermendiger Layerbruderschaft zur Erinnerung an den traditionellen Waldausflug der Layer am vergangenen Sonntag auf die Museumslay, beziehungsweise auf den Vorplatz seines kleinen Privatmuseums eingeladen hatte, gelang es sehr eindrucksvoll, den zahlreich erschienenen Besuchern die Bedeutung der alten Tradition im Rahmen seiner Begrüßung nahe zu bringen. Wörtlich sagte er: „Als eine typische Lebensart der Mendiger Vereine galt der alljährliche Waldausflug, nicht nur für die Layerbruderschaft, sondern zum Beispiel auch für die Feuerwehr, den Gesangverein und den Bauernverein. Im Sommer ging es mit Kind und Kegel hinaus in die nahe gelegenen Wäldchen und Hecken. Da war zum Beispiel der Tubagsbenner, da wo heute der Kreisel am Ortsausgang in Richtung Nickenich ist. Auf einer Decke oder einem Tuch („Sackdooch) saß man in gemütlicher Runde, der Bierwagen der Brauerei war schon vor Ort und die Getränke lagen in einer Wanne, in der sich Eisstangen für die Kühlung befanden. Die Kinder fischten im kalten Wasser nach den Etiketten, die sich von den Flaschen abgelöst hatten und an der Oberfläche schwammen. Es gab auch Raufereien und Ringkämpfe unter den Kindern und Jugendlichen, was die Alten eher belustigte, obwohl sich hin und wieder ein blaues Auge oder Tränen nicht vermeiden ließen. Während es immer später wurde, kam bei jung und alt Ungeduld auf, da sie ein ‚Hüngerchen‘ plagte. Endlich war er jedoch eingetroffen: der Metzger. Er klappte sein Tischchen auf und die Wurst oder Tartar (Rühjehacks und Vierdelcher) wechselten den Besitzer. Meistens fuhr der Metzger noch mal ins Dorf, um Nachschub zu holen. Die Quetsch (Schifferklavier) war auch dabei und es wurde ein Liedchen angestimmt. Zum Beispiel bei den Layern: „Zu Mendig am Basalt, wo unser Fäustel schallt“ oder „Hai lustig Niedermennijer Jüngelcher mir sain, jedaaf met Seewasser Lööcher Appelwein!“ Am frühen Abend herrschte dann Aufbruch-Stimmung und es ging Richtung Dorf ins traute Heim - in der Hoffnung, dass es im nächsten Jahr wieder genauso schön werde und auch das Wetter wieder mitspiele. Für manch einen wird der Heimweg etwas beschwerlich gewesen sein - hatte er doch in der geselligen Runde das eine oder andere Bierchen zu viel getrunken. Ich weiß zwar nicht genau, seit wann es diese Ausflüge gab, zumindest aber seit der Zeit, als in Mendig Bier gebraut wurde. Meine Erinnerungen stammen aus der Kinderzeit in den sechziger Jahren und ich empfand diesen Waldausflug immer als ein tolles Erlebnis.“
Mit anerkennendem Applaus bedankten die Gäste auf der Museumslay sich für die authentische Geschichte von Brudermeister Werner Geilen, der noch hinzufügte: „Im Gegensatz zu anderen Vereinen und Zünften war die Layerbruderschaft schon immer sehr offen in Bezug auf die Mitgliedschaft. Jeder, der auf dem Grubenfeld beschäftigt war, konnte Mitglied werden: Schmiede, Zimmerleute, Metzger, Wirte, Fuhrmänner, Bauern, etc. - ausgenommen waren damals jedoch die Frauen. Auch heute zählen viele „Nicht-Steinabhängige“ zu den Mitgliedern, wie zum Beispiel: Gönner, Freunde oder solche, die ein Erbe von „Steinleuten“ in sich tragen und traditionsbewusst denken. Selbstverständlich dürfen heute auch Frauen Mitglied der Layerbruderschaft werden. Während die holde Weiblichkeit mit lediglich sechs Euro pro Jahr dabei ist, zahlen die Herren der Schöpfung einen Mitgliedsbeitrag in Höhe von neun Euro. Heute zählen circa 90 Mitglieder zur Layerbruderschaft.“
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Gemeinsam mit ihren Familien und Freunden feierte die Layerbruderschaft ihren Waldausflug auf dem Museumslay-Gelände von Werner Geilen.
