Allgemeine Berichte | 13.04.2017

Kinder bauten Lego-Stadt aus 80.000 Steinen

Zehn Großprojekte und 37 „Traumhäuser“

35 Acht- bis Zwölfjährige nahmen an dreitägiger Kirchenaktion der mennonitischen Gemeinde Rengsdorf teil

Von Freitagmittag bis Sonntag verbrachten die Kinder und ihre Betreuer viel Zeit miteinander. Es wurde nicht nur mit Legosteinen gebaut, sondern auch gesungen, gespielt und über kirchliche Themen gesprochen.KER

Rengsdorf. Welches Kind hat davon nicht schon geträumt? Eine Stadt aus Legosteinen, mit Häusern und Gärten, Straßen und Autos, einer Kirche, einem Parkhaus und allem, was dazugehört? Aber wer hat schon so viele Legosteine? In Rengsdorf wurde dieser Kindertraum am Wochenende Wirklichkeit. Die mennonitische Gemeinde des Ortes hatte sich um das Legoprojekt beworben und hatte die Zusage bekommen. An drei Tagen konnten die 35 teilnehmenden Kinder nach Herzenslust mit den bunten Plastiksteinchen bauen und basteln und zum Abschluss ihren Eltern das Ergebnis präsentieren. Viktor Thiessen hatte als Kind selbst einmal an einer Lego-Stadt mitgebaut. Ein Erlebnis, das er nie mehr vergaß. Jetzt ist er für die Kinderarbeit in der mennonitischen Gemeinde Rengsdorf zuständig und da kam ihm die Idee, die Aktion auch dort ins Leben zu rufen. Gesagt, getan. Viktor Thiessen erklärt: „Wir haben zum Beispiel regelmäßig Kinderstunden, da unterstütze ich die Themenauswahl. Und dann gibt es im Laufe eines Jahres verschiedene Projekte. Da ist zum Beispiel die Kinderbibelwoche dabei, ein Sommerfest oder allgemeine Projekttage, wo die Kinder zum Beispiel etwas basteln. Die Lego-Stadt ist ein spezielles Projekt. Wir haben uns gedacht, damit kann man die Kinder hier aus dem Dorf und der Umgebung erreichen. Das Bauen mit den Legosteinen verknüpfen wir mit der Bibelarbeit, wo wir den Kindern auch etwas über Gott erzählen. Auch das findet alles sehr spielerisch statt und es wird niemandem etwas aufgezwungen. Es gibt immer wieder Pausen, in denen gespielt wird. Angefangen haben wir mit einer Vorstellungsrunde und der Erklärung der Regeln, die eingehalten werden müssen. Dann gings los mit dem Legobauen.“

Biblische Geschichten mit Legobildern

In dem Saal, in dem die Stadt aufgebaut wird, waren Flächen vorgesehen für Großprojekte und individuelle Bauten. Im Verlauf wurden den Kindern auch Videopräsentationen gezeigt, in denen biblische Geschichten mit Legobildern dargestellt wurden. Zur Stärkung wurden in den Pausen Getränke, Obst und kleine Snacks gereicht. Gemeinsam wurde zu Mittag gegessen. Zehn bis 15 Mitglieder der Mennonitengemeinde betreuten die Legobauer abwechselnd. Die Kinder waren teils Sprößlinge von Eltern aus der Gemeinde, aber auch Mädchen und Jungen anderer Glaubensrichtungen aus Rengsdorf und den umliegenden Ortschaften. Der Sonntag begann mit einem Familiengottesdienst, bei dem über die Arbeit an der Lego-Stadt und die religiöse Arbeit berichtet wurde. Anschließend wurde die Lego-Stadt feierlich zur Besichtigung freigegeben. Der mennonitischen Gemeinde Rengsdorf gehören momentan 300 Mitglieder an. Sie kommen größtenteils aus Rengsdorf, aber auch aus anderen Ortschaften. Viktor Thiessen zum Beispiel wohnt in Raubach und hat sich der Rengsdorfer Gemeinde angeschlossen, weil es ihm hier besonders gut gefiel. Zur Rengsdorfer Gemeinde gehören noch ein Standort in Neuwied-Irlich und einer in Neuwied-Stadt. Viktor Thiessen erklärt: „Seit zwei, drei Jahren machen wir auch offene Kinder- und Jugendarbeit. Das nennt sich Kontrast-Treff, dafür gibt es auch eine eigene Homepage. Das ist jeden Dienstagnachmittag von 16.30 bis 18.30 Uhr im Jugendraum bei der Feuerwehr. Daran nehmen unter anderem auch Kinder von sozial schwächeren Familien teil, aber grundsätzlich ist jeder willkommen.“ Diese Gruppe wird von Erika Dück geleitet.

Bibelwoche in den Herbstferien

Eine der nächsten Aktionen von Viktor Thiessen und seiner Kindergruppe ist eine Bibelwoche in den Herbstferien. Auch hieran kann jedes interessierte Kind teilnehmen. Grundsätzlich beobachtet Viktor Thiessen eine gute Akzeptanz der Arbeit der mennonitischen Gemeinde. Er betont: „Die Entscheidung, woran jemand glaubt, bleibt jedem Einzelnen selbst überlassen. Das finden wir gerade an Deutschland besonders gut, dass wir in einem Land leben, in dem die Freiheit des Glaubens besteht.“ Robert Mauersberger ist der für die Aktion Lego-Stadt zuständige Referent. Er kommt aus Wiedenest bei Gummersbach. Dort gibt es die Biblisch-Theologische Akademie, die alle zwei Wochen die Lego-Stadt mit Referenten in die jeweiligen Orte schickt. Es gibt vier dafür zuständige Referenten. Mauersberger sagt: „Am Bau der Stadt können bis zu 50 Kinder teilnehmen. Das Ziel ist erst einmal, die Kreativität der Kinder zu inspirieren. Dann geht es auch um ein gewisses Miteinander, dass die Kinder so ein Projekt gemeinsam hochziehen. Besonders die Großprojekte sind so angelegt, dass ein Team es von Anfang, bis Ende fertig baut. Dann ist bei den Kindern auch der Stolz da, dass sie es geschafft haben. Das ist für mich immer die Belohnung für die Arbeit am Wochenende, wenn ich das Strahlen in den Gesichtern sehe und wenn sie bei der Eröffnung stolz ihren Eltern ihre geleistete Arbeit zeigen. Natürlich kommt dazu: Ich bin gläubig, ich bin Christ. Ich möchte Kindern von meinem Glauben etwas weitergeben und ihnen aus der Bibel erzählen. Ich habe hier in Rengsdorf drei kleine Andachten gehalten. Mein größtes Anliegen ist es, den Kindern zu vermitteln, dass Gott sie gerne hat, dass sie von Gott geliebt werden.“ Die Kinder, die die Lego-Stadt gebaut haben, sind acht bis zwölf Jahre alt. Die Stadt hat circa 80.000 einzelne Steine. Für die meisten Gebäude gibt es Bauanleitungen. Die Standorte der jeweiligen Bauten sind vorgegeben, sodass am Ende ein geschlossenes Gesamtbild entsteht. Insgesamt wurden zehn Großprojekte in der Stadt errichtet und 37 so genannte „Traumhäuser“.

Zehn Großprojekte und 37 „Traumhäuser“

Zehn Großprojekte und 37 „Traumhäuser“

Zehn Großprojekte und 37 „Traumhäuser“

Zehn Großprojekte und 37 „Traumhäuser“

Von Freitagmittag bis Sonntag verbrachten die Kinder und ihre Betreuer viel Zeit miteinander. Es wurde nicht nur mit Legosteinen gebaut, sondern auch gesungen, gespielt und über kirchliche Themen gesprochen. Fotos: KER

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