Erster Mauer-Rundgang um die Altstadt Linz
Zeugen der Jahrhunderte
Teilnehmer treffen sich am 24. Juni um 19 Uhr am Pulverturm
Linz. Initiator und Veranstalter des ersten Mauer-Rundgangs am 24. Juni um 19 Uhr ist die Linzer Mauerbau-Initiative. Die etwa 1.500 Meter lange Wegstrecke entlang der ehemaligen und heute nur noch teilweise sichtbaren Stadtmauer bietet den Blick auf bauliche Höhepunkte wie Rheintor und Neutor, die von der Leistung der Bürger vor 700 Jahren zeugen.
Die Bezeichnung „Linzer Wall Walk“ für den Mauerrundgang sollte die Linzer über alle Generationen hinweg, von den Alteingesessenen bis zu den „Kids“ der Smartphone-Generation, stutzig machen und einen institutionellen Charakter ankündigen: An Wiederholung ist gedacht.
Wichtiger aber noch: Ein vertieftes Bürgerbewusstsein braucht die Aufmerksamkeit für die historische Bedeutung solcher Bauwerke in heutigen, modernen Zeiten. Das betrifft natürlich die bautechnische Höchstleistung der bis zu sechs Meter hohen Mauer aus schwerem vulkanischem Basalt – anders als die meisten Stadtmauern zum Beispiel auf der anderen Rheinseite in Ahrweiler aus Grauwacke und anderem Sedimentgestein.
Bedeutungswandel inbegriffen: Aus der Schutzfunktion gegen feindliche und marodierende Truppen verwandelt sich die Mauer in ein ungeliebtes Hindernis für die weitere Entfaltung der Stadt Linz Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Linzer befreien sich teilweise von ihrer Mauer – der damalige Zeitgeist war eben entsprechend. Dann aber, als Gegenbewegung, um dem Vergangenen mehr und mehr Rechte einzuräumen, entsteht das Bedürfnis, eine mehr oder weniger bruchlose Kontinuität im Strom der Geschichte zu entdecken. Heutzutage sehen in der Mauer viele vor allem das Erinnerungsstück, das über Jahrhunderte Auskunft gibt, von Tor zu Tor, von Bogen zu Bogen. Gleichzeitig verdeutlicht die Spannung zwischen Althergebrachtem und den Herausforderungen der Moderne Fortschritt und Bewahren.
Der Höhepunkt des Bedeutungswandels ergibt sich aber aktuell aus dem ISEK-Erneuerungsprogramm der Linzer Altstadt: Die Stadtmauer umschließt exakt das Programmgebiet. Darauf muss man nicht stolz sein. Aber es vermittelt schon Bedeutung und Wert einer Mauer als Maß für urbanes Leben auch in der heutigen Zeit. Innerhalb dessen wird mit öffentlichen Mitteln die Renovierung von Haus und Hof, von Straßen und Plätzen, Erwerb und Kunst, Handel und Wandel betrieben - soweit es die Finanzierung und die Initiative der Linzer Bürgerschaft ermöglicht. So bietet der erste Linzer Mauer-Rundgang einen Überblick über hoffnungsvolle Pläne und den Stand der noch im Anfang steckenden Verwirklichung.
Daran schließt sich der Hauptzweck der Linzer Mauerbau-Initiative an: Die Initiatoren wollen die Lücken, wo es zulässig und möglich ist, durch Mauerbauten mit echtem mittelalterlichen Handwerk und Materialien schließen.
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