Allgemeine Berichte | 24.05.2016

Bundesweite Aktion der deutschen Weltläden

Zigtausend Briefe im Briefkasten von Frau Merkel

Auch der Weltladen Linz schickte 134 Briefe nach Berlin

„Huch, was liegt denn da auf dem Boden?" Ein Herrenanzug... und lange Streifen orangenes Klebeband mit der Aufschrift: Unternehmen haftbar machen! Mit dieser kleinen Installation verwunderte der Weltladen die Passanten, machte sie neugierig und veranlasste sie dazu, sich an der Briefaktion zu beteiligen.

Linz. "Unternehmen haftbar machen!" war die Aussage zur politischen Kampagne der deutschen Weltläden, die am vergangenen Samstag durchgeführt wurde. Auch der Weltladen Linz beteiligte sich an der Briefaktion, die er in der Innenstadt durchführte. Zwei Stunden lang informierten mehrere Weltladenmitarbeiter über die Kampagne und verteilten Briefe mit der Bitte, diese zu unterschreiben. Das Ergebnis waren über 100 Briefe, die in diesen Tagen an Bundeskanzlerin Merkel verschickt wurden. Mit der Kampagne, die eine starke Aufmerksamkeit erzielte, wollen die Weltländen erreichen, dass deutsche Unternehmen verpflichtet werden, die Menschen- und Arbeitsrechte im globalen Geschäftsverkehr einzuhalten und eine größere menschenrechtliche Verantwortung entlang ihrer Lieferkette zu übernehmen. Besondere Aufmerksamkeit erzielte ein Anzug, der mit einem auffällig beschrifteten Klebeband auf der Straße festgeklebt war. Mit der Aktion machte der Weltladen die Unternehmen des unfairen Handels symbolisch für ihre Vergehen haftbar. In wenigen Tagen stimmt das Bundeskabinett über den Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte ab. Mit den verschickten Briefen wird Bundeskanzlerin Merkel dazu aufgefordert, dass die Bundesregierung ein Gesetz erarbeitet, mit dem deutsche Unternehmen unter anderem für eingetretene Schäden haftbar gemacht werden, wenn sie die Einhaltung dieser Sorgfaltspflicht nicht nachweisen können. Und es soll Betroffenen aus dem Ausland ermöglicht werden, deutsche Unternehmen wegen der Verletzungen der menschenrechtlichen Sorgfalt vor deutschen Gerichten verklagen zu können. Es bleibt abzuwarten, wie erfolgreich die Weltladen-Kampagne ist. Aber eines steht für den Weltladen Linz und alle anderen Weltläden schon jetzt fest: An allen Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen sind nicht nur die schuld, die es tun, sondern auch die, die es nicht versuchen zu verhindern.

Die beachtliche Anzahl von 134 Briefen verschickten Vorsitzender Hans-Joachim Schmitz und Vorstandsmitglied Britta Tokarz nach Berlin an Bundeskanzlerin Merkel.

Die beachtliche Anzahl von 134 Briefen verschickten Vorsitzender Hans-Joachim Schmitz und Vorstandsmitglied Britta Tokarz nach Berlin an Bundeskanzlerin Merkel.

„Huch, was liegt denn da auf dem Boden?" Ein Herrenanzug... und lange Streifen orangenes Klebeband mit der Aufschrift: Unternehmen haftbar machen! Mit dieser kleinen Installation verwunderte der Weltladen die Passanten, machte sie neugierig und veranlasste sie dazu, sich an der Briefaktion zu beteiligen.

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