Allgemeine Berichte | 28.05.2019

Kulturpreis für engagierte Ehrenamtler

Zinnhannes Kulturpreis für verdiente Karnevalisten

Der „Berufskoblenzer“ Manfred Gniffke erhielt denKulturpreis 2019 für sein Lebenswerk. Neben dem Stifterehepaar Kerstin undWolf Schneider zählten RKK-Präsident Hans Mayer und RKK-Ehrenpräsidentund Laudator Peter Schmorleiz zu den ersten Gratulanten. Fotos: sbl

Koblenz. Seit 1996 wird durch die Firma Zinnhannes unter der Schirmherrschaft des närrischen Dachverbandes RKK der Zinnhannes Kulturpreis vergeben. Seit 2012 geschieht dies in vier Kategorien. Bei der diesjährigen Preisverleihung im Koblenzer Goerreshaus gab es viel Applaus für die ausgezeichneten Ehrenamtler.

Als Firmeninhaber und Vertreter der Stiftung begrüßte Wolf Schneider die Gäste ganz herzlich und betonte bei dieser Gelegenheit, wie sehr dieser Kulturpreis für ihn eine Herzensangelegenheit sei. Der Initiator, sein Vater gemeinsam mit dem heutigen RKK-Ehrenpräsidenten Peter Schmorleiz, habe mit diesem Preis dem Karneval „etwas zurückgeben“ wollen.

Nach Grußworten von RKK-Präsident Hans Mayer und dem Koblenzer Oberbürgermeister David Langner übernahm Franz-Josef Möhlich von der AKK (Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval) die Moderation des Abends.

Nachwuchspreis geht nach Andernach

In der ersten Kategorie Nachwuchs bejubelten die Stadtsoldaten Andernach mit Johannes Fischer einen Gewinner aus ihren Reihen. Laudator Peter Pries beschrieb einen jungen Mann, der erblich belastet zum Karneval gekommen sei, da er in eine Narrenfamilie hineingeboren wurde. Tänzer seit 2007, mittlerweile in mehreren Formationen, 2013 Page des Andernacher Prinzenpaares, bemerkenswerte Auftritte in der Bütt und die Moderation der Kindersitzung seit 2018 runden den Eindruck eines Karnevalisten mit Leib und Seele ab.

Zoe Wilbert im Rampenlicht

Ein vergleichbares Fazit zog Laudator Fredy Winter bei Zoe Wilbert. Die Schülerin, die in der Kategorie Rampenlicht den Zinnhannes Kulturpreis 2019 gewinnen konnte, ist eine Vollbluttänzerin aus dem Koblenzer Stadtteil Güls. Seit 2015 bezaubert sie als Solomariechen der Gülser Husaren. Bereits im Alter von elf Jahren tanzte sie in der Garde der 15- bis 20-jährigen. Zusätzlich zum eigenen Engagement, mit dem sie aktuell den Titel einer Vize-Westerwaldmeisterin trägt, engagiert sie sich in der Nachwuchsarbeit und trainiert das Gardeduo des Vereins. Die dabei vielfach beschriebene natürlich Fröhlichkeit zeigte sie auch bei der Entgegennahme der Trophäe.

Wunderwelten aus Alupapier

Eine außergewöhnliche Kategorie ist die Preisverleihung für die Helden im Hintergrund. Laudator Werner Blasweiler beschrieb nicht nur die aktive Bedeutung der Bühnenbauer aus Spay, die in ihrer ehrenamtlichen Arbeit atemberaubende Bühnenbilder durch das Knittern von bunten Alupapier erschaffen - „knutscheln“ so der Spayer Fachbegriff, sondern auch die Bedeutung der Menschen im Hintergrund. „Ohne diese Menschen wäre das kulturelle Leben ärmer, unter anderem, weil die gefeierten Bühnenasse ihr Talent gar nicht erst zeigen könnten“, so Blasweiler.

Guido Weiland, Axel Knigge, Klaus Nörtershäuser und Peter Günter standen, entgegen den üblichen Gewohnheiten, plötzlich völlig zurecht im Mittelpunkt der Ovationen.

Lebenswerkpreis für Manfred Gniffke und August Dötsch

Bei der vierten und letzten Kategorie kam die Zinnhannesjury in diesem Jahr in ein echtes Dilemma. Es lagen zwei Bewerbungen vor und die Jury konnte beim besten Willen keine Unterscheidung und damit auch keine Entscheidung treffen. Der salomonische Vorschlag des Stifters Wolf Schneider lautete: „Wir ehren in diesem Jahr zwei Persönlichkeiten gleichzeitig.“ Er begründete dies damit, dass man sich seinerzeit auch ausbedungen habe, in einem Jahr eine Kategorie unbesetzt zu lassen, falls es keine Bewerbungen geben würde, die den Anforderungen entspreche.

Mit August Dötsch dem Gründer der KG Funken Rot-Weiß-Gold und Manfred Gniffke, den dessen Laudator Peter Schmorleiz als „Berufskoblenzer“ bezeichnete, standen zwei Ikonen der Narretei im Rampenlicht. Sowohl Schmorleiz als auch Peter Thönnes, der die Laudatio auf Dötsch hielt, mussten sich in ihren Reden wirklich auf die herausragendsten Leistungen beschränken, um den zeitlichen Rahmen nicht zu sprengen. So umfangreich die Verdienste, so lang die Liste der Aktivitäten und so gewaltig die Bedeutung der beiden Männer für den Koblenzer Karneval und das Ehrenamt. Was die beiden Geehrten an diesem Abend unter anderem verband, war der Eindruck, welchen sie selbst hinterließen. Ehrenamt und Karneval scheint ein wahrer Jungbrunnen zu sein, so fit und vital präsentierten sie sich. Aber kein Wunder, beide Preisträger können nicht nur auf eine beeindruckende Vita von mehr als fünfzig Jahren Ehrenamt zurückblicken, sondern strotzen bis auf den heutigen Tag vor Aktivität. Lang anhaltender Beifall und stehende Ovationen des Publikums unterstrichen, dass die Jury auch hier die richtigen Preisträger ausgewählt hatte. Den musikalischen Rahmen des Abends bildete die mehrfach prämierte Nachwuchspianistin Maria Kotchemidova aus Koblenz. Die diesjährige Verleihung des Zinnhannes-Kulturpreises war ein Hochfest des Ehrenamtes, mit würdigen Preisträgern in einem tollen Ambiente. bla

Die KG Funken Rot-Weiß-Gold standen ein Leben lang im Mittelpunkt des karnevalistischen Schaffens von August Dötsch. Die Jury verlieh ihm für sein Lebenswerk den Zinnhannes-Kulturpreis. Mit ihm freuten sich Wolf und Kerstin Schneider, sowie RKK-Präsident Hans Mayer und Laudator Peter Thönnes.

Die KG Funken Rot-Weiß-Gold standen ein Leben lang im Mittelpunkt des karnevalistischen Schaffens von August Dötsch. Die Jury verlieh ihm für sein Lebenswerk den Zinnhannes-Kulturpreis. Mit ihm freuten sich Wolf und Kerstin Schneider, sowie RKK-Präsident Hans Mayer und Laudator Peter Thönnes.

Der Preis in der Kategorie „Rampenlicht“ging an Zoe Wilbert (Bildmitte)von der Gülser Husaren. Erste Gratulanten warenv. l. Kerstin Schneider, RKK-Präsident Hans Mayer, Wolf schneider und Laudator Fredy Winter.

Der Preis in der Kategorie „Rampenlicht“ ging an Zoe Wilbert (Bildmitte)von der Gülser Husaren. Erste Gratulanten waren v. l. Kerstin Schneider, RKK-Präsident Hans Mayer, Wolf schneider und Laudator Fredy Winter.

Der „Berufskoblenzer“ Manfred Gniffke erhielt den Kulturpreis 2019 für sein Lebenswerk. Neben dem Stifterehepaar Kerstin und Wolf Schneider zählten RKK-Präsident Hans Mayer und RKK-Ehrenpräsident und Laudator Peter Schmorleiz zu den ersten Gratulanten. Fotos: sbl

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