Städtisches Gymnasium Rheinbach
„Zukunft durch Innovation“: Kinder forschen in der Welt der Krabbeltiere
Rheinbach. Hat ein Tausendfüßler wirklich 1000 Füße? Wie leben die Ameisen? Kann kleinem Ungeziefer zugehört werden? Wie sehen die Krabbeltiere unter dem Mikroskop aus? Diesen und vielen anderen Fragen gingen Schüler der dritten Klasse der Katholischen Grundschule Merzbach gemeinsam mit den sie betreuenden Schülern der Klasse 9b des Städtischen Gymnasiums Rheinbach am zdi-Projekttag zum Thema „Krabbeltiere“ in den naturwissenschaftlichen Räumen des Gymnasiums nach. Die Initiative „Zukunft durch Innovation“, kurz zdi, des Wissenschaftsministeriums will junge Schüler für die sogenannten MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gewinnen.
Tim hat dem Vortrag von Paula (9b) sehr gut zugehört: „Der Tausendfüßler hat nicht 1000 Beine, sondern höchstens 750, mehr wurden nämlich noch nie bei einem Tausendfüßler gezählt.“ Dem einleitenden, von der jungen Schülerin gehaltenen Vortrag zur Eröffnung des zdi-Tages am SGR zum Thema „Krabbeltiere“ folgt die eigene Forschung der Kleinen.
Es wird mikroskopiert oder mit der Lupe gearbeitet, es wird beobachtet und gemalt oder gezeichnet. Kleinere Gruppen verlassen immer wieder den in ein Forschungslabor verwandelten Biologieraum, um draußen nach neuen Krabbeltieren zu suchen. So bevölkern neben den von den Fachlehrern Dr. Daisy Breitbach und Bruno Niemann mitgebrachten Heuschrecken und Mehlwürmern bald auch Ameisen, Ohrenkneifer und Asseln in dicht verschlossenen Behältern das Klassenzimmer.
„Wir haben anhand von Modellen aufgemalt, wie sich die Ameisen entwickeln“, erläutert Greta stolz ihr Vorgehen bei der Untersuchung des Ameisenlebens von der Entwicklung des Eis bis hin zur ausgewachsenen Ameise.
Viola beobachtet gleichzeitig eine Heuschrecke unter dem Mikroskop und freut sich: „Ich sehe genau, wie die Beine und Haare hochstehen.“
Sie erhält von Dr. Daisy Breitbach ein Stethoskop, damit die Schülerin lebendige Heuschrecken in ihrem Zuhause, einem Plastikgefäß, „abhören“ kann. „Ich höre sie schon springen“, strahlt Viola - und lauscht hoch konzentriert weiter.
Nach diesem außergewöhnlichen Schultag waren die Gastschüler am SGR begeistert, so dass sie sich nur schwer von den großen Schülern, die sie den gesamten Tag lang begleitet hatten, trennen konnten. So flossen hier und da kleine Abschiedstränen.
Ein Drittklässler erklärte fest entschlossen: „Ich bleibe heute auf jeden Fall hier.“
Der Nachwuchs konnte seinen eigenen naturwissenschaftlichen Interessen in einem projektgebundenen Unterricht nachgehen.
