Am vergangenen Wochenende fanden drei Gedenkveranstaltungen an den Pallottinerpater statt
Zum Gedenken an Pater Richard Henkes
Seligsprechung noch in 2019
Vallendar. Im Zeichen seiner Seligsprechung, die 2019 stattfinden wird, hatten am vergangenen Wochenende die Pallottiner zu Dank- und Gedenkveranstaltungen in Vallendar, Friedberg und Limburg eingeladen. Am 22. Februar, seinem 74. Todestag, fand die Veranstaltung in der Unterkirche der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar mit einem Gottesdienst und einem anschließenden Gedenken statt.
Umfangreiche Informationen zur Lebensgeschichte des im KZ Dachau am 22. Februar 1945 verstorbenen Paters findet man im Internet unter https://pater-richard-henkes.de. Henkes sorgte sich im Konzentrationslager um an Typhus erkrankte Menschen, bis er schließlich selbst dieser Krankheit erlag. Er arbeitete für seine Tätigkeit freiwillig in einer Seuchenbaracke. Pater Richard Henkes hat in der Nazizeit die Botschaft Jesu Christi furchtlos und überzeugend den Menschen verkündet. Als Prediger auf der Kanzel und als Exerzitienmeister besonders der Frauen und Mädchenjugend hatte er sich einen Namen gemacht. Er hat sich öffentlich und argumentativ zu seinem katholischen Glauben bekannt und damit nach Aussage der Zeugen vielen Katholiken Halt im Glauben gegeben. Im Dezember 2018 hat Papst Franziskus nach Abschluss aller Formalien die bevorstehende Seligsprechung verkündet. Der Tod von Pater Henkes wurde den Pallottinern vor etwa einem halben Jahr seitens Rom als Märtyrertod anerkannt.
„Hier ruft mich Gott“
In der Eucharistiefeier in Vallendar mit Vizepostulator Pater Dr. Manfred Probst SAC hob man das Wirken des Paters hervor.
Aus den Aufzeichnungen von Pater Wilhelm Preuß aus dem Jahre 1948, der zusammen mit Pater Henkes im Konzentrationslager Dachau gewesen war, wurde noch einmal der Tod bis hin zur Bestattung ins Gedächtnis gerufen. „Pater Henkes hatte für sich in der Baracke immer wieder das Empfinden: hier ruft mich Gott und hier sendet mich Gott“, so hieß es in der Predigt. „Wenn du mich, Gott, hierhin gestellt hast, dann will ich diese Aufgabe auch annehmen. Ich bin hier weil Gott mich hierher bestellt und hierher gerufen hat.“ Pater Henkes war zutiefst davon überzeugt, was Gott tut, das ist wohlgetan und handelte nach dem Motto „tun was man kann zur größeren Ehre Gottes“. Dieses absolute Vertrauen von ist einer der Schlüsse für das, was er gelebt und bezeugt hat. Er habe, so weiter in der Predigt, in beeindruckender Weise das Böse mit dem Guten bekämpft. Pater Henkes hatte tolle Pläne für die Zeit nach dem Krieg, zum Beispiel für die Versöhnung zwischen Deutschen und Tschechen und dennoch stellte er sich drei Monate vor der Befreiung des Konzentrationslagers, die Gefangenen ahnten es bereits, ganz in den Dienst seiner sterbenden Mitmenschen, die im Konzentrationslager behandelt wurden wie Dreck. „Er hat sie ihre Würde wieder entdecken lassen.“ Der Dank gelte Pater Henkes für sein Zeugnis und davon könne man sich auch heute immer wieder anstecken lassen. Im anschließenden Gedenken wurde das „Vater unser“ als das zentrales Gebet der Christenheit genommen, welches in Henkes Leben auch eine wichtige Rolle spielte, und gab zu den einzelnen Bitten Lebenszitate und Lebensereignisse Henkes wider. Weitere Gedenkveranstaltungen fanden am Wochenende in Friedberg (Bayern) und Limburg statt. In Vallendar war der in Ruppach bei Montabaur geborene Richard Henkes an der Philosophisch-Theologischen Hochschule acht Jahre Schüler und zwei Jahre als Lehrer tätig.
Pater Richard Henkes starb am 22. Februar 1945 im Konzentrationslager Dachau an Typhus.
Im anschließenden Gedenken kam man dem vor 74 Jahren verstorbenen Pater innerlich sehr nahe.
