Fotoausstellung in der Ludwig-Erhard-Schule mit einem interessanten Gast
„Zurück im Leben“ weckt Emotionen
Neuwied. Gebannt lauschten die Schüler der Ludwig-Erhard-Schule Neuwied den Ausführungen von Robin Knopf aus Germersheim. Kurz vor dem Abitur stürzte er vor über 30 Jahren im Sportunterricht bei einer Übung am Reck so schwer, dass er seitdem an den Rollstuhl gefesselt ist. Noch im Krankenhaus absolvierte er sein Abitur, studierte anschließend und arbeitete 15 Jahre in einer Führungsposition für ein großes Unternehmen. Er berichtete Schülern aus der Berufsschule, dem Beruflichen Gymnasium und der Berufsfachschule davon, wie er den Weg „zurück“ ins Leben fand und seitdem glücklich und zufrieden ist. Wie er das geschafft hat? „Irgendwann musst du halt mal den Entschluss fassen, nicht mehr zurückzuschauen. Du musst die Gedanken loslassen, was du alles nicht mehr kannst“, so Knopf, der mit Begeisterung an internationalen und nationalen Handbike-Serien teilnimmt.
Er berichtete von der Unterstützung durch die Unfallkasse Rheinland-Pfalz und wie er es vor allem auch mit sehr viel Sport schaffte, sich mit seiner Situation zu arrangieren. Knopf stellte sich allen Fragen, egal, wie persönlich sie waren: Wie wichtig waren Freunde und Familie? Wie haben sie es geschafft, sich nicht hängenzulassen? Träumen sie von sich im Rollstuhl oder auf den Beinen?
Geduldig berichtete Knopf aus seinem reichen Erfahrungsschatz. Ein Schüler aus der Jahrgangsstufe zwölf des Beruflichen Gymnasiums mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Soziales war beeindruckt: „Es ist schon Wahnsinn, mit welchem Optimismus er sein Leben lebt und es für ihn trotz Rollstuhl keine Grenzen zu geben scheint.“
Knopf besuchte die Ludwig-Erhard-Schule im Rahmen der Wanderausstellung „Zurück im Leben“ unter Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die betreuende Lehrkraft, Christian Sprenger, dankte Knopf und der Unfallkasse Rheinland-Pfalz: „Die Ausstellung in unserem Hause sorgt für Aufsehen, weckt Emotionen und sensibilisiert unsere Schülerschaft für die Folgen von Unfällen auf dem Weg zur Arbeit oder am Arbeitsplatz. Hierzu gehört selbstverständlich auch der Schulbesuch.“
Lehrerin Julia Wilhelms zeigte sich rundherum zufrieden mit der Veranstaltung: „Der Umgang mit den Folgen seines Unfalls zeigt den Schülern, dass es in Lebenskrisen darauf ankommt zu schauen, was geht und nicht, was nicht geht. Die Klassen waren sehr beeindruckt.“
Schulleiter Bernd Lorenz dankte den organisierenden Kollegen, der Unfallkasse Rheinland-Pfalz und vor allem Knopf für ihr Engagement und stellte gemeinsam mit Bereichsleiter Henning Fleck in Aussicht, weiterhin vergleichbare Projekte an der Ludwig-Erhard-Schule ausführen zu wollen, um den Schülern verschiedenste Perspektiven des Lebens aufzuzeigen.
