Allgemeine Berichte | 14.02.2025

Überblick: So sehen die nächsten Schritte in Sachen Sanierung und Museumskonzeption aus

Zurück in die Zukunft: Neue Deichkrone kehrt zum Originalzustand zurück

Modell der Deichstraße.  Fotos: Architekturbüro Ralph Schulte

Neuwied. Neuwied wird nicht umsonst Deichstadt genannt. Und kaum ein Gebäude in der Stadt stiftet mehr Identität als die Deichkrone. Daher war es eine der besten Nachrichten des vergangenen Jahres, dass es gelungen ist, ein Förderpaket über satte 4,5 Millionen Euro für die Sanierung an Land zu ziehen. „Ein großer Gewinn für unsere Stadt. Wir können die Deichkrone wieder zu einem lebendigen Ort mit hoher Aufenthaltsqualität machen“, betonen Oberbürgermeister Jan Einig und Beigeordneter Ralf Seemann als Immobilien-Dezernent übereinstimmend.

Im Dezember überbrachte Bundesbauministerin Clara Geywitz die Zusage persönlich. Vor wenigen Tagen nun ist auch das offizielle Schreiben dazu im Verwaltungshochhaus an der Engerser Landstraße eingetroffen. Da zumindest äußerlich noch nichts zu sehen ist, nehmen wir dies zum Anlass, um über die weiteren Schritte zu informieren.

Klar ist: Die Förderrichtlinien geben vor, dass das Projekt bis zum Jahr 2028 abgerechnet sein muss. Folglich ist Eile geboten, und in der Verwaltung wird parallel gearbeitet: Das Immobilienmanagement plant eine universell nutzbare Ausstellungsfläche; das Stadtmarketing erarbeitet ein Museumskonzept, das dort dann integriert werden kann.

Bauliche Veränderungen:

„Zurzeit haben wir ein Gebäude in desolatem Zustand“, stellt Günsel Hübner-Afacan, Architektin vom städtischen Immobilienmanagement fest und erklärt, dass im Inneren praktisch Rohbaustatus herrscht. Im ersten Schritt wird nun zunächst die technische Planung ausgeschrieben. Bis Ende des Jahres müssen Statik und Fachplanung dann stehen, auf dass der Bauantrag gestellt werden kann. Im Anschluss wird das, was Beigeordneter Ralf Seemann mit leicht nach oben gezogenen Augenbrauen als „Ruine mit Gebäudehülle“ bezeichnet, komplett entkernt. Im „Erdgeschoss“ entstehen auf rund der Hälfte der Nutzfläche der Eingangsbereich und ein Bistro, das auch unabhängig vom Museum besuchbar sein wird. Auf der anderen Hälfte und im Obergeschossen entstehen die eigentlichen Museumsräume. Insgesamt steht eine Brutto-Nutzfläche von rund 620 Quadratmetern zur Verfügung.

Links und rechts des Hauptgebäudes werden wieder Pavillons angebaut, die dem Originalzustand gleichen und nicht den später angebauten, mittlerweile wieder abgerissenen Seitenflügeln, die viele Neuwieder vielleicht noch kennen. Auch der baufällige Balkon wurde abgerissen, sodass Fußgänger – wie einst 1931 – das Gebäude wieder auf der Rheinseite passieren können.

Inhaltliche Konzeption:

Wie beantragt, entsteht ein Klimaschutzmuseum. Hintergrund sind die durch die Klimaveränderungen ausgelösten Wetter-/Umweltkatastrophen, wie beispielsweise an der Ahr. Neuwied kann dank seines Deichs auf eine lange Historie in Sachen Hochwasserschutz zurückblicken und eine entsprechende Expertise vorweisen.

Aktuell erstellen die Mitarbeiter des Stadtmarketings ein Leistungsverzeichnis, das diese Expertise einbringt. Dabei wird gleichzeitig die neu erstellte Tourismusstrategie berücksichtigt. Will heißen: Das museale Konzept soll entsprechend der neu definierten Zielgruppen angelegt werden und sich vor allem an „Kultur- und Landschaftsliebhaber“ sowie „Vielseitig Aktive“, zu denen vor allem Familien zählen, richten. Auch Reiseveranstalter gehören dazu. Ein Hauptaugenmerk wird auf Digitalisierung gelegt. Dabei sollen bestehende Partnerschaften genutzt und neue Synergien gefunden werden. Ein Beispiel: Das bereits vorhandene Deichinformationszentrum wird auf jeden Fall angebunden. Für eine nachhaltige Vermarktung sollen neue Marketingkooperationen erarbeitet werden. Sobald dieses Leistungsverzeichnis fertig gestellt ist, wird es einen Ideenwettbewerb geben.

Parallel sucht die Stadt für den musealen Teil noch nach weiteren Fördermöglichkeiten. Dies lässt das Förderprogramm des Bundes, dessen 4,5 Millionen Euro allein für Sanierung und Neugestaltung des Bauwerks vorgesehen sind, ausdrücklich zu.

Pressemitteilung

Stadtverwaltung Neuwied

Modell des Rheinufers.

Modell des Rheinufers.

Modell der Deichstraße. Fotos: Architekturbüro Ralph Schulte

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag 2026
Maikirmes Franken
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Gebrauchtwagenanzeige
Nachruf Karl-Heinz Knops
Empfohlene Artikel
Meckenheim geht beim Fußverkehrs-Check mit, von links: Christoph Overs, Leiter der Geschäftsstelle und der Koordinierungsstelle Zukunftsnetz Mobilität NRW Rheinland, die städtische Mobilitätsmanagerin Liena Humke, Umweltplanerin und Mobilitätsmanagerin Nele Allerchen, Bürgermeister Sven Schnieber und der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW Oliver Krischer. Foto: go.Rheinland GmbH / Smilla Dankert
59

Meckenheim. Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt. Deshalb soll das Gehen in Meckenheim nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ wurde Meckenheim vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als teilnehmende Stadt ausgewählt.

Weiterlesen

Die Vierklässler entdecken die Römerwelt.  Fotos: Grundschule Rheinbrohl
37

Rheinbrohl. Ein außergewöhnliches Projekt voller Entdeckungen, Abenteuer und lebendiger Geschichte liegt hinter den vierten Klassen der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl. In den vergangenen Wochen verwandelte sich der Unterricht in eine kleine Römerwelt. Im Rahmen eines umfangreichen Römerprojekts tauchten die Kinder tief in das Leben der alten Römer ein und erfuhren Geschichte nicht nur aus Büchern, sondern mit allen Sinnen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
48

Bonn. In der Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst ging am 1. Mai gegen 21 Uhr ein Notruf ein. Der Anrufer meldete dunkle Rauchschwaden im Bereich des 80 Meter hohen Vierungsturms des Bonner Münsters. Umgehend wurden wegen des möglichen Schadenpotentials zahlreiche Einsatzkräfte zum Münsterplatz alarmiert.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Rund ums Haus
Essen auf Rädern
Imageanzeige
Kreishandwerkerschaft
Dachdecker (m/w/d)
Minijob
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi Bau
Tag der offenen Tür FFW Königsfeld
10 Jahre NoWi
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Media-Auftrag 2026/27
Zukunft trifft Tradition KW 18
Zukunft trifft Tradition KW 18
Betriebsferien Mai 2026
10 Jahre Nowi
Stellenanzeige Servicekräfte