Allgemeine Berichte | 05.10.2020

Vortrag der Naturschutzinitiative e. V. "Der Klimawandel - angekommen im Westerwald"

Zustand und Prognosen für den Wald – und wie damit umgehen

Die NI mahnt zu einer ernsthaften Auseinandersetzung, bei der die heimische Natur nicht auf der Strecke bleiben darf

Der Köppel bei Montabaur bietet mittlerweile einen erschreckenden Anblick. Foto: Nadine Käs / NI

Hachenburg/WW. „Der Klimawandel – angekommen im Westerwald“ war der Titel des ersten Vortrags in der Veranstaltungsreihe: „Wald. Werte. Wandel.“, veranstaltet durch das Forstliche Bildungszentrum Hachenburg.

Der Referent, Herr Dr. Ulrich Matthes, Leiter des rheinland-pfälzischen Kompetenzzentrums für Klimawandelfolgen in Trippstadt, zeigte anschaulich die bereits jetzt festgestellten Veränderungen durch den Klimawandel. Anhand verschiedener Indikatoren lassen sich schon eine verlängerte Vegetationsperiode, ansteigende Temperaturen, verschobene Wärmestufen und wachsende Auswirkungen lokaler Wetterextreme feststellen.

Der Klimawandel ist angekommen und spürbar

Einige Holzschädlinge wie der Borkenkäfer profitieren von diesen Veränderungen. Die Fichte wird nahezu vollkommen ausfallen. Aber auch Laubwälder standen in den letzten drei Jahren unter großem Stress aufgrund der Trockenheit.

Grundsätzlich gibt es für die heimischen Arten Eiche und Buche noch gute Prognosen. Je nach Standort wird die Buche aber stark durch Perioden mit unzureichender Wasserverfügung geschädigt. Die aufgezeigten verschiedenen Szenarien für die Wirkung von Maßnahmen zur Reduzierung der Klimawandelfolgen auf den Wald zeigen, dass ein „Weiter wie bisher“ laut Dr. Matthes keine Option ist.

Das aktuelle Waldsterben ist eine nie dagewesene Situation. Bei früheren Waldschädigungen, z. B. nach einem Sturm, wurden diese beseitigt und der Wald wieder aufgeforstet. Doch so einfach ist es nun nicht mehr, laut Monika Runkel vom Forstlichen Bildungszentrum Rheinland-Pfalz – Hachenburg (FBZ).

Das ganze Ökosystem wandelt sich und man kann nicht mit Sicherheit voraussagen, was nun die besten Handlungsempfehlungen sind. Dennoch empfiehlt Frau Runkel, aus Sicht des forstlichen Bildungszentrums, auch bei der Wiederbewaldung vorwiegend die Baumarten der hier heimischen Waldvegetation einzusetzen. Wörtlich: „Wir empfehlen keine Experimente“.

Jeder Hektar Wald schützenswert

„Umso mehr müsste doch mittlerweile jedem klar sein, dass jeder Hektar Wald geschützt werden muss. Wir sehen mit großer Sorge, wie hier und dort über Windenergieanlagen viele Lücken in den Wald geschlagen werden, die das Bestandsklima verändern oder dass immer weitere Baugebiete aus dem Wald gestampft werden“, so Nadine Käs, Sprecherin der NI-Regionalgruppe Westerwald.

Den Klimawandel als ernste Bedrohung wahrnehmen

„Die NI nimmt die Bedrohungen des Klimawandels auf Wald, Natur, aber auch den Menschen ernst. Als Anwalt der Natur beschäftigt die NI vor allem die Frage, wie unsere Natur durch die Zeit der Veränderung gerettet werden kann,“ so Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI, im Nachgang zur Veranstaltung. Die bisherigen Entwicklungen zeigen, dass nicht nur das wandelnde Klima die Natur bedroht, sondern leider auch sehr viele fragwürdige und langfristig nicht durchdachte Maßnahmen zur „Klimarettung“. In diesen steht mehr der Profit als die Wirkung auf den Mensch und zu allerletzt die Wirkung auf die Natur im Fokus.

Die ohne den Klimawandel durch die wachsende Ausbreitung der menschlich besiedelten bzw. genutzten Fläche und die schädlich wirkenden Hinterlassenschaften der Menschheit weltweit stark im Rückgang befindliche Natur gerät durch Nutzungsansprüche zur Gewinnung regenerativer Energien weiter unter Druck. Er gibt praktisch keine „grüne Energie“, bei der nicht energieintensive Ressourcen verbraucht werden, Tierindividuen wie im Falle der Windkraft sterben, oder deren Lebensräume weiter vernichtet oder verschlechtert werden (so in Folge des Anbaus nachwachsender Rohstoffe oder der Errichtung von Solarfeldern in der offenen Landschaft). Lösungen liegen für die NI v.a. im bewussten und sparsamen Verbrauch und der Nutzung von Energieformen, die auch in den stetig wachsenden Ballungsgebieten erzeugbar sind. Neben der Nutzung von Solarenergie oder der erhöhten Umgebungswärme müssen aber noch weitere Energieerzeugungssysteme entwickelt werden, die vor allem dezentral einsetzbar sind.

Die Hinzuladung von Vertretern der Hachenburger Verbandsgemeinde in der anschließenden Fragerunde des Vortrags zeigte, dass das auf lokaler Ebene auch gesehen wird. Pressemitteilung

der Naturschutzinitiative e. V.

Der Köppel bei Montabaur bietet mittlerweile einen erschreckenden Anblick. Foto: Nadine Käs / NI

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