Kloster Maria Laach
Zwischen Beeten und Beten
Goldener Meisterbrief für Bruder Hilarius, Silberner Meisterbrief für Reinhard Schmitt
Maria Laach. Zwei besondere Auszeichnungen werden schon bald in der Klostergärtnerei Maria Laach zu sehen sein: Der Goldene Meisterbrief von Bruder Hilarius OSB aus Maria Laach und der Silberne Meisterbrief von Reinhard Schmitt, dem heutigen Leiter der Klostergärtnerei.
35 Jahre die Klostergärtnerei geleitet
Bruder Hilarius wurde als Franz Wittmers in Hohenlimburg geboren. Mit 14 Jahren begann Franz in seiner westfälischen Heimat die Ausbildung in einer Orchideengärtnerei. Doch das Eifelkloster Maria Laach sollte seine Heimat und Liebe fürs Leben werden. Als er 1956 in die Klostergärtnerei kam, um seinem Beruf als Gärtnergesellen nachzugehen, wurde ihm schnell klar, dass sich ein grüner Daumen auch zum Beten eignet und die benediktinische Regel „Ora et labora“ – also „Beten und Arbeiten“ – zu ihm passt. Jedoch meinte sein geistiger Seelenführer Pater Hilarius, dessen Ordensnamen Franz nach dessen Tod tragen sollte: „Kümmere dich mal um die Küchenmädchen.“ Niemand drängte ihn also in den Orden, doch die Berufung wurde immer deutlicher, sodass Franz Wittmers 1959 ins Kloster eintrat und zu Bruder Hilarius wurde. Die Meisterprüfung folgte 1965. Von 1969 an leitete Bruder Hilarius die Klostergärtnerei und machte diese weit über das Laacher See-Tal hinaus beliebt. Nun wird Bruder Hilarius für sein Lebenswerk mit dem Goldenen Meisterbrief geehrt. Reinhard Schmitt, heute Betriebsleiter der Klostergärtnerei, erinnert sich: „Bruder Hilarius hat uns geformt, uns ein menschliches Weltbild vermittelt und auch gärtnerisch bis 2004 geleitet“, wobei sein großartiger Humor und sein Glaube die Jugendlichen immer wieder beeindruckten. Der Benediktiner war für die Auszubildenden, die damals noch im Lehrlingsheim wohnten, prägend. Legendär auch sein schauspielerisches Talent, das auf der „Jungen Bühne Maria Laach“ im Stück Andorra von Max Frisch zu sehen war.
Gemeinsame Ehrung mit seinem Ziehvater
Reinhard Schmitt, der seit dem 1. August 1980 in der Klostergärtnerei Maria Laach beschäftigt ist und von 1980 bis 1983 zunächst als Staudengärtner ausgebildet wurde, erhält den Silbernen Meisterbrief. Im Alter von 4 Jahren hatte Schmitt seinen leiblichen Vater verloren, sodass Bruder Hilarius zu „meinem Ersatzvater wurde. Wir beide verstehen uns als Vater und Sohn.“ Jetzt wird Schmitt zusammen mit seinem Ziehvater geehrt. Von 1989 bis 1990 absolvierte Reinhard Schmitt seine Meisterprüfung in Auweiler Friesdorf, 2004 übernahm er die Leitung der Klostergärtnerei. Schmitt freut sich, zusammen mit seinem Ziehvater ausgezeichnet zu werden: „Wir in der Klostergärtnerei verstehen uns als Gärtnerfamilie und wollen das gute Miteinander besonders pflegen. Den Grundstein hierfür hat Bruder Hilarius gelegt.“ Inklusive drei Auszubildenden arbeiten in der Klostergärtnerei derzeit 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denen die Verbindung zum Konvent als „Gärtner des Klosters“ besonders am Herzen liegt. Von ihnen kommt ein herzlicher Glückwunsch an Bruder Hilarius für den Goldenen Meisterbrief und an ihren Chef, Reinhard Schmitt, für den Silbernen Meisterbrief.
