Traktorfreunde feierten 25-jähriges Jubiläum
Zwischen Mc Cormick und Kramer Trecker soweit das Auge reichte
Zwei Tage Geknatter beim Bergzeitfahren am Fuße des Limesturms
Hillscheid. Schon lange fieberten die Traktorfreunde Kannenbäckerland dem vergangenen Wochenende entgegen, warteten doch zwei ereignisreiche Tage auf sie und ihre zahlreich erschienenen Freunde aus anderen Vereinen und Besucher. Ein Wochenende, das in die Geschichte des Vereins eingehen wird, denn sie feierten ihr 25-jähriges Jubiläum vor einer tollen Kulisse am Fuße des Limesturms in Hillscheid. Über 150 Traktoren fanden an diesem Wochenende den Weg dorthin.
Oldtimer-Traktoren für’s Liebhabeherz
Und was haben die Namen Mc Cormick, Hanomag, Bautz, Fendt, Mercedes, International, Lanz, MAN, Deutz, Kramer und Holder gemeinsam? Es sind alles Namen von namhaften Traktorenherstellern und von allen waren Exemplare auf der zweitägigen Jubiläumsveranstaltung der Traktorfreunde zu sehen. Da standen schon einige Oldtimer-Traktoren und alte Schätzchen parat und so etwas sieht das Liebhaberherz nicht alle Tage. Die alten Traktoren und Maschinen sowie das wohl auf jeden Fall deutschlandweit einzigartige Bergzeitfahren zogen viele neugierige Besucher sowie „Traktoristen“, wie der erste Vorsitzende des Vereins, Eckhard Kilian, sie liebevoll nennt, nach Hillscheid auf das Gelände rund um den Limesturm und die alte „Mühleck“.
Land- und forstwirtschaftlicher Verkehr frei
Überall knatterte, tockerte und qualmte es. Auf dem ganzen Gelände wurde an allen Ecken und Enden gefachsimpelt. Viele ergriffen die Gelegenheit, um sich die alten Schmuckstücke aus der Nähe zu betrachten. Die Gäste aus der näheren Umgebung nutzten die Möglichkeit zu einem kleinen Fußmarsch und Ausflug am Sonntagnachmittag zu den Traktorfreunden. An diesem Wochenende hieß es also: Land- und forstwirtschaftlicher Verkehr frei!
Sieben Leistungsklassen am Start
Wie es zu diesem außergewöhnlichen Rennen kam, wusste der erste Vorsitzende des Vereins, Eckhard Kilian, zu berichten. Er und ein Vereinsmitglied waren vor einigen Jahren auf der diesjährigen „Rennstrecke“ unterwegs und die beiden lieferten sich im Spaß ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Daraus entwickelten die Traktorfreude die heutigen Regeln und es entstand die Idee des Bergzeitfahrens. Dabei kann jeder Teilnehmer zunächst beliebig viele Trainingsläufe absolvieren. Ein Qualifikationslauf ist jedoch nur ein einziges Mal möglich. Entsprechend der Leistungsklasse wurden die Fahrzeuge in sieben Klassen eingeteilt. Klasse 1 für Fahrzeuge bis 15 PS, Klasse 2 für Fahrzeuge von 16 bis 25 PS, Klasse 3 für Fahrzeuge von 26 bis 35 PS, Klasse 4 für Fahrzeuge von 36 bis 45 PS, Klasse 5 für Fahrzeuge mit 46 und mehr PS. Hinzukamen die Sonderklasse „G“ mit Glühkopfmotoren sowie die Sonderklasse „S“.
Der Schnellste gewinnt ausnahmsweise nicht
Wer nun dachte, der schnellste gewinnt, hatte weit gefehlt. Den Titel „Deutscher Meister“ erhält, wer der Durchschnittszeit aller Fahrten in allen Klassen am nächsten kommt. 500 Meter maß die Strecke, die es im Bergzeitfahren im Hillscheid zurückzulegen galt. Und welche Strecke wäre dazu besser geeignet als die schon seit vielen Jahren stillgelegte alte Mühleck?
Bereits von weitem kündigten sich die Traktoren an, wenn Sie mit lautem Geknatter dort den Berg erklommen. Mittendrin mussten die Fahrer noch geschickt ein Hindernis umfahren. Wer diese berührte, verschob oder umwarf wurde mit fünf Strafsekunden geahndet. Bis zum Schluss blieb es spannend auf der Rennstrecke und um die Zeit bis zur Siegerehrung am Sonntagnachmittag zu überbrücken, konnten es sich die Gäste und Teilnehmer an einem der Bewirtungsstände gutgehen lassen. Auch hier hatte der Verein einiges im Angebot. Leckere „Quellmänner“, die sich allerseits großer Beliebtheit erfreuten, Pommes, Würstchen und herzhafte Steaks vom Grill erfreuten die hungrigen Bäuche. Dazu gab es gekühlte Getränke, darunter auch frischen Federweißer. Abgerundet wurde das Ganze mit einem erfrischenden Eis.
Wir kriegen das Holz schon klein
Zwischendurch gab es immer wieder tolle Einlagen und Darbietungen rund um das Thema Holz, wie beispielsweise Vorführungen mit der historische Schwellensäge, die auf den Veranstaltungen und Präsentationen der Traktorfreunde immer wieder ein Publikumsmagnet ist. Hier wurde viel gesägt und Holz zerkleinert. Ein kleiner Spezialitätenflohmarkt rund ums Thema, Auto, Traktoren und Landwirtschaft mit Büchern, Fachzeitschriften und Fachbüchern, Spielen und Spielzeugtraktoren rundete das abwechslungsreiche Wochenendprogramm ab. Für gute Unterhaltung und musikalische Untermalung sorgte am Sonntag der Musikverein Hillscheid.
Genauer als die Formel 1
Und dann wurde es spannend, denn die Siegerehrung nahte, die Eckhard Kilian mit folgenden Wortet einleitete: „So meine Damen und Herren, liebe Traktoristen, jetzt naht die Stunde der Wahrheit. Neben weiteren Aktionen hatten wir heute hier unser Bergzeitfahren, was sicherlich das Highlight des Tages war. Ich möchte nun allen Gewinnern gratulieren und die Pokale übergeben.“ Danach händigte er die Pokale an die Einzelsieger in den sieben Klassen sowie für die Deutschen Meister im Bergzeitfahren aus.
Die Durchschnittszeit lag bei 75,9032 Sekunden. „Die Formel 1 rechnet nicht so genau wie wir.“ Bemerkte Kilian scherzhaft. Oliver Dahm belegte mit einer Abweichung von nur 0,6 Sekunden von der Durchschnittszeit aller Starter Platz eins.
So ging am Sonntagnachmittag ein tolles und aktionsgeladenes Wochenende der Traktorfreunde zu Ende. Zu bemerken ist, dass von A bis Z alles hervorragend und perfekt organisiert war und dass der Verein sich für sein Vierteljahrhundertjubiläum ein wirklich hervorragendes Programm hatte einfallen lassen.
Der erste Vorsitzende Eckhard Kilian führte zwei Tage lang mit viel Enthusiasmus witzig durch das abwechslungsreiche Programm
Mit der Schwellensäge kennen sie sich aus, die Traktorfreunde - immer wieder ein Publiumsmagnet
Eckhard Kilian beglückwünschte die Gewinner des Bergzeitrennens, u. a. den hier gekürten deutschen Meister Oliver Dahme (3. v. l.)
Solch alte Maschinen sieht man nicht alle Tage in Aktion.
Beim Bergzeitfahren bewiesen die Lenker der Traktoren Geschicklichkeit.
