Allgemeine Berichte | 20.12.2019, 15:32 Uhr

Im Kriminalstück „Gaslicht“ rücken die Oasianer die Realität wieder ins rechte Licht

Zwischen Wahnsinn und Manipulation

Das Ensemble, die Kostüme und das ganze Bühnenbild versetzten die Zuschauer in die beklemmende Welt Patrick Hamiltons.Foto: Uwe Schaar/die oase

Montabaur. Wohl kaum einer kann von sich behaupten, nicht schon mal an seiner Wahrnehmung oder Erinnerung gezweifelt zu haben. Was im Alltag meist schnell aufgeklärt, kann unter manipulativer Einflussnahme erschreckende Dimensionen annehmen. Und so hieß es auch im Amateurtheater in Montabaur „die oase“ am Wochenende – wenn die Gasbeleuchtung flackert, dann bloß nicht den Kopf verlieren!

1983 im Londoner West End uraufgeführt feierte das Bühnenstück „Gaslicht“ des Dramatikers Patrick Hamilton vor einem Monat im gemütlichen und geschätzten montabäurer Theater seine Premiere. In diesem Kriminalstück, so könne das Publikum beruhigt sein, gäbe es nicht so viele Tote, wie in der letzten Inszenierung, beruhigte der Regisseur Hans Schilling zu Beginn der neunten Aufführung das Publikum scherzend. Doch nicht weniger spannend und unterhaltsam hat das gut harmonierende, siebenköpfige Ensemble im perfiden Psychothriller die Pole zwischen menschlichem Abgrund und geschätzter Nächstenliebe bespielt und beeindruckend abbilden können.

Mit seinen gläsernen, stechend blauen Augen spielte der Oasinaer Bernd Bittner den von Beginn des Stücks an unangenehmen und manipulativen Ehemann Mr. Jack Manningham. Eindrücklich wurde anhand der Abhängigkeitsbeziehung zur Ehefrau Mrs. Bella Manningham, gespielt von Marion Best, dem Publikum aufreibend demonstriert, wie mithilfe bestimmter suggestiver Schemata und Argumentationen einem zunehmend an ihrem Verstand zweifelnden, desorientierten Opfer die Wahrnehmung der Realität in Frage gestellt werden kann. Dass in dieser ambivalenten, berechnenden Beziehung ein pensionierter Scotland Yard-Inspektor Abhilfe schaffen und ungeahntes Schrecken aufdecken kann, zeigte Michael Musil als Mr. William Rough in ruhiger und routinierter Fasson.

Auf die Frage, ob das Stück nicht ein wenig anstrengend für die bereits in Weihnachtsstimmung versetzten Zuschauer sein könnte, entgegnete Regisseur Schilling nur: „Ach warum? Wir haben schon in dieser Zeit Hamlet aufgeführt!“ Die Probenphase für diese Inszenierung habe bereits im Juni begonnen und die Proben für das nächste Stück im Frühjahr seien bereits im vollen Gange. Gute Nachrichten für die, die keine Karte mehr für die restlos ausverkauften Vorstellungen ergattern konnten!

Co-Regisseurin Hannelore Mies nahm im ausverkauften Amateurtheater die Eintrittskarten entgegen.Foto: NC

Co-Regisseurin Hannelore Mies nahm im ausverkauften Amateurtheater die Eintrittskarten entgegen.Foto: NC

Marion Best gab als Mrs. Bella Manningham eine beeindruckende Darstellung ab.Foto: Uwe Schaar/die oase

Marion Best gab als Mrs. Bella Manningham eine beeindruckende Darstellung ab.Foto: Uwe Schaar/die oase

Schon im Foyer drängten sich die vielen gespannten Zuschauer. Foto: NC

Schon im Foyer drängten sich die vielen gespannten Zuschauer. Foto: NC

Das Ensemble, die Kostüme und das ganze Bühnenbild versetzten die Zuschauer in die beklemmende Welt Patrick Hamiltons. Foto: Uwe Schaar/die oase

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag Imageanzeige
Wir helfen im Trauerfall
Kirmes in Rheinbrohl, 01.09.26
Anzeige Tag der offenen Tür 29. - 30.08.26
Anzeige Patientenveranstaltung
kostenfreie Anzeige aus 2+1
First Friday Anzeige für September
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
44

Die zweite Septemberwoche bringt Bewegung in festgefahrene Situationen und sorgt bei vielen Sternzeichen für Momente, in denen Entscheidungen nicht länger aufgeschoben werden können. Zwischen beruflichem Ehrgeiz, privaten Bedürfnissen und dem Wunsch nach mehr Ausgeglichenheit entsteht eine interessante Mischung: Manche Vorhaben nehmen endlich Fahrt auf, während andere zunächst einen Umweg verlangen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
von links nach rechts: Sven Gottschalck, Ulrich Stieber, Nick Falkner, Richard Lindner, Julius Knieps, Werner Kasel und Mario Falkner
367

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Wie kann ehrenamtliches Engagement in Bad Neuenahr-Ahrweiler künftig noch besser unterstützt und vernetzt werden? Dieser Frage widmeten sich am Mittwochabend Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Vereine und Initiativen sowie ehrenamtlich Engagierte bei einer Informationsveranstaltung im Veedelstreff DomCafé. Auf Einladung der Stiftung Ahrtal informierten sie sich über die Pläne für das neue Ehrenamtszentrum im ehemaligen „Haus der Jugend“.

Von Richard Lindner aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen

Thomas Schmidt
250

Vortrag zur Geschichte und Zukunft von Brücke & Tunnel

Erpel - Die Brücke und der Tunnel

Ockenfels. Die Grünen in Ockenfels führen ihre Veranstaltungsreihe „Angeschnitten“ fort, die im Jahr 2025 ins Leben gerufen wurde. Am 16. September 2026 laden sie zu einem besonderen Themenabend ins Bürgerhaus Ockenfels ein. Unter dem Titel „Erpel – Die Brücke und der Tunnel“ steht die Geschichte der Ludendorff-Brücke sowie des Tunnels in der Erpeler Ley im Mittelpunkt.

Von St. Becker aus Unkel

Weiterlesen