Meckenheimer Firmlinge reisten nach Berlin
Zwischen spiritueller Einkehr und religiösem Engagement
Jugendliche erfahren: Glaube und Politik sind kein Widerspruch
Meckenheim. „Was unternimmt unsere Regierung konkret gegen Christenverfolgung in Ländern des Nahen Ostens oder in Afrika?“ „Wie kann es sein, dass eine Frau in Pakistan zum Tode verurteilt wurde, nur weil sie als Christin aus einem Brunnen für Muslime Wasser trank?“ „Wann ist endlich Schluss mit Übergriffen auf christliche Flüchtlinge durch islamische Asylsuchende oder gar muslimisches Aufsichtspersonal?“
Diese und andere Fragen stellten die 25 Firmlinge einer Gruppe der katholischen Gemeinde St. Johannes Meckenheim dem Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft „Verfolgte Christen“ im Konrad-Adenauer-Haus.
Seit mehr als einem halben Jahr bereiten sich die Jugendlichen auf das Sakrament der Firmung vor. Natürlich stehen im Mittelpunkt der Vorbereitung theologische Fragen des Glaubens. Aber sie diskutieren mit dem Katecheten nie losgelöst von der irdischen Welt, von der Gesellschaft, in die das Leben eingebettet ist.
So widmen sich die Firmlinge als Projekt dem Thema „Christenverfolgung“. Ein leider sehr aktuelles Thema. Seinem Glauben frei und unbeschwert folgen zu können, ist zwar für in Deutschland selbstverständlich, aber in vielen Ländern sind Christen Schikanen und Verfolgung ausgesetzt. Da muss man gar nicht bis nach Pakistan schauen, selbst in der Türkei werden Kirchen staatlicherseits geschlossen und enteignet.
Natürlich ist Berlin eine besondere Stadt, eine City, die nie schläft. Aber die Jugendlichen wollten nicht nur als Touristen die Stadt erkunden, sondern ganz bewusst als junge Christen die Hauptstadt erleben. So hatten sie ein bunt gemischtes Programm, neben politischen Diskussionen war die Einkehr zum Gebet in der St. Hedwig Kathedrale ein weiter Höhepunkt, ebenso wie der Besuch des Plenarsaals des Bundestags im Reichstagsgebäude, einschließlich dessen Kuppel. Natürlich kam auch der Spaß nicht zu kurz, seien es die nächtlichen Besuche des Fernsehturms oder des „Clubs Matrix“.
So kehrten sie geistig gestärkt und mit erweitertem Wissen gerüstet zurück in ihren Alltag und sehen voller Zuversicht und Freude ihrer Firmung entgegen. Die Jugendlichen sind überzeugt, dass zum Christsein nicht nur die spirituelle Reife gehört, sondern auch der christliche Blick über den „Tellerrand hinaus“ für die Sorgen und Nöte dieser Welt.
