Theater in Dohr
Amüsanter Einakter „Camping ist lustig“ mit Frauenpower
aus Cochem
Juwelenräuber und weidwundes Wildschwein grätschen dazwischen
Dohr. Bei der aktuellen Freiluftaufführung des Theatervereins bestätigt sich die landläufige These, dass Vertreterinnen der weibliche Spezies, egal zu welchem Thema, grundsätzlich unterschiedliche Auffassungen vertreten.
In Dohr ist es beim amüsanten Einakter „Camping ist lustig“ (Claudia Gysel) bei vier Damen tatsächlich ebenso. Als es darum geht, wie und wo man zusammen ein verlängertes Wochenende verbringen soll., treffen unterschiedliche Meinungen aufeinander. Dabei handelt es sich um vier Vertreterinnen der streitsüchtigen Östrogenfraktion im besten Alter, die sich aufgrund ihres gemeinsamen musizierenden Hobbys in der eigenen Band, „Die vier Musiktiere“ nennen. Da wäre zunächst Anita (Ines Grundmann), die für diese Tour Wiener Schmäh mit Johann-Strauß-Walzer und Prater-Riesenrad vorschlägt.
Silvia (Stephanie Erdmann) würde dahingehend eher das Elsass mit seinem „La belle vie“ und lukullischen Gaumenfreuden bevorzugen, während Edith (Nadja Lenz-Fritzen) die Clique bei einer Wellness-Auszeit im Fünf-Sterne-Schwarzwaldhotel sieht. Doch Bandchefin und Öko-Bio-Vollkorn-Tante Doris (Gabi Stein) setzt sich mit einem Open-Air-Camping im heimischen Wald schließlich durch. Als Letzteren haben sich die streitbaren Mädels den örtlichen Kirchenvorplatz ausgesucht, wo es bei ihrem Outdoor-Trip dann zu höchst amüsanten Szenen und spitzzüngig formulierten Disputen kommt.
Dies unter anderem beim Aufbau der Zeltbehausung, bei der Zuteilung der Mahlzeiten, beim Zusammentreffen mit einem indisponierten Jogger (Mirko Röhr), einem flüchtigen Juwelenräuber (Vincent Allkämper), sowie einer Jägerin (Annemarie Becker). Zu allem Übel hat letztgenannte Jagdausübungsberechtigte soeben ein 150 kg schweres Wildschwein weidwund geschossen, das sich jetzt auf der Suche nach der Attentäterin, als blutende Furie seinen Weg durch den Tann bahnt. Für alle Besucher, die sich heuer zur Aufführung ihre Sitzgelegenheiten selbst mitbringen müssen, ein unterhaltsames Vergnügen, das mit frisch aufspielenden Akteuren und reichlich Wortwitz punktet. Eine weitere Vorstellung des kurzweiligen Lustspiels kann man am Samstag, 19.09. ab 15:00 Uhr, an gleicher Stelle noch einmal genießen. te
Nachdem man in dem harmlosen Jogger einen vermeintlichen Spanner erkannt haben will, bekommt er eins über die Rübe. Foto: Thomas Esser
Die Hilflosigkeit der Mädels offenbart sich sowohl beim Aufbau des Zeltes wie beim Entzünden eines wärmenden Lagerfeuers. Foto: Thomas Esser
Die Jägerin hat in der Nähe des Camps eine Wildsau weidwund geschossen und warnt jetzt vor dessen Rachefeldzug. Foto: Thomas Esser
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Die Aktiven des Theatervereins Dohr erfreuen in diesem Jahr mit dem kurzweiligen Lustspiel „Camping ist lustig“. Foto: Thomas Esser