Deutsche Tischtennis-Meisterschaften der Senioren - Silbernes Déjà-vu für den „Hexer“ des TV Eintracht Cochem
Bernd Schuler ist Deutscher Vizemeister
Bielefeld. Drei Tage lang stand die über 7000 Zuschauer fassende Seidenstickerhalle in Bielefeld ganz im Zeichen der 35. Nationalen Deutschen Tischtennis-Meisterschaften der Senioren. 500 Teilnehmer aus 20 Verbänden hatten sich für die größte Veranstaltung des DTTB qualifiziert.
Gemeinsam mit der Abwehrkünstlerin Hannelore Dillenberger (SG Mühlbachtal) kämpfte dort auch der Defensiv-Störstratege Bernd Schuler (TV Eintracht Cochem) im gemischten Doppel, mit der Hoffnung, in die Medaillenränge vorzustoßen. Doch die Zeit war einfach nicht reif für den Gipfel, aber der Weg dorthin pures Adrenalin für das ambitionierte Mixed, das Betreuerteam und die mitgereisten Fans.
Bereits im ersten Spiel war sie zu erkennen, die sich ergänzende Dynamik des Widersprüchlichen. Hannelores beharrlich solide Abwehr und das laufintensive Druckschupfspiel des „Hexers“ passten zusammen, sorgten für spektakuläre Szenen. So hatten denn auch ihre Gegner bis zum Viertelfinale nicht die Spur einer Siegchance.
Doch dann die Wende und das Aus gegen Haug/ Blum aus Bayern? Beinahe! Doch Herzschlagfinale gratis allemal. Denn nach 0:5 Rückstand im Entscheidungssatz das Spiel noch mit 11:9 zu gewinnen, damit hatte niemand mehr gerechnet, zumal die Rheinländer im Satz zuvor mit 10:5 führten und fünf Matchbälle vergaben.
Nun so richtig im Aufwind ging der Siegeszug mit klaren Erfolgen über Tabatt/Imbrock (Niedersachsen) und Kerwat/ Zeidler (Berlin) weiter bis zum Highlight des Tages, dem Finale. Doch irgendwie war die Luft raus, der Abend schon fortgeschritten, die Konzentration am Boden, die notwendige Top-Leistung nicht abrufbar, und somit schrammten sie mit 0:3 gegen Vera Meyer/Heinz-Peter Louis (Hamburg) verdient am Titel vorbei.
Déjà-vu für Schuler, der 2013 mit Irma Barrillon an gleicher Stelle ebenfalls die Silbermedaille errang. Extrem spannend bis zum letzten Ballwechsel verlief auch die Herren-Einzel Konkurrenz für den Underdog von der TV Eintracht Cochem. Nach verlorenem Auftakteinzel in der Gruppenphase erheblich unter Druck, besiegte er in Folge im KO-Feld u.a. die schier übermächtigen hessischen Ex-Bundesligaspieler Wilfried Weigel und Jürgen Schindler und sorgte danach mit seinem bemerkenswerten Drei-Satz-Sieg im Viertelfinale gegen den top gesetzten Favoriten Klaus Peiffer (Westdeutschland) für die Überraschung des Tages.
Wie aus einem Guss, extrem druckvoll und jede sich bietende Chance mit einem Feuerwerk an Schmetterbällen nutzend, entnervte er Peiffer, der während des Spiels anerkennend, wie das begeisterte Publikum, dem „Hexer“ applaudierte. Beinahe den gleichen Verlauf nahm das Halbfinale gegen Hans-Joachim Clara aus Hessen.
Aber nur beinahe, denn nach 2:0-Satzführung und 10:4 für Schuler im dritten Satz, vergab er, bereits mit den Gedanken beim Endspiel, sechs Matchbälle und verlor diesen Satz wie den folgenden mit zwei Bällen Unterschied.
Ein Schupfduell par excellence in der Endphase und ein Netzroller zum Stand von 10:9 für Clara entschieden dieses nervenaufreibende Gefecht im Entscheidungssatz mit 11:9 zugunsten von Clara, der freudestrahlend ins Endspiel einzog. Der Paukenschlag blieb also aus, doch ein DM-Podestplatz im Einzel und die Silbermedaille im Mixed für den Moselaner blieben kein Traum, sondern wurden Realität.
