Allgemeine Berichte | 12.11.2014

Ute Bales stellte in Moselkern, ihr neues Buch „Großes Ey“ vor

Die Lebensgeschichte der Johanna Ey

Ute Bales bei der Buchvorstellung im Pfarrheim in Moselkern. Heinz Kugel

Moselkern. Tief tauchte Ute Bales ein in ein Leben voller Widersprüche aber auch Überraschungen. Die sympathische Schriftstellerin mit ihrem leisen Lächeln vermochte die Zuhörer im Pfarrheim der Moselgemeinde mit ihrer tiefgründigen Sprache nachhaltigst in ihren Bann zu ziehen. Nach ihrem letzten großen Roman „Unter dem großen Himmel“ über den eigensinnigen Eifel-Maler und Genie Pitt Kreuzberg ist ihr jetzt wiederum ein großer Wurf gelungen. Alleine schon das Titelbild zeigt eine starke und selbstbewusste Frau: die legendäre Galeristin Johanna Ey. „Es ist das Jahr 1907, in einer braunen Weste mit abgenutzten Ärmeln, einem verwaschenen Rock und barfüßig, steht eine Frau neben Schrubber und Putzeimer und betrachtet ihr Spiegelbild: das runde Gesicht mit der dickglasigen Brille, die warren, lose zusammengebundenen Haare, den formlosen, von vielen Geburten in die Breite gegangenen Körper. Die Frau ist 43 Jahre alt, hat eine gescheiterte Ehe hinter sich, in der sie zwölf Kinder geboren hat, von denen acht früh starben“, so beginnt Ute Bales mit ihrer Geschichte der Johanna Ey, für die sogar der große Heinrich Böll ein Denkmal forderte. Doch über die Kindheit und die Ehe wird eigentlich nur das Notwendige in Rückblicken, Erinnerungen mit wichtigen Details erzählt. Es ist schon bemerkenswert, dass die Backladenbesitzerin ihre Kunden mit Brot und anderen Leckereien verwöhnt und gleichzeitig als Kunstförderin auch mit geistiger Nahrung bereichert und fördert. Ute Bales bezeichnet ihr Schicksal daher als Zufall, als Chance, als Erfordernis, als Misere und in späteren Jahren sogar als Verhängnis.

Das Leben der Johanna Ey

Doch ließ sie das Leben ihrer Protagonistin selbst für sich sprechen, als Johanna Ey aus dem rheinischen Wickrath 1904 nach Düsseldorf ging und dort in einem Haushalt unterkam. Sie lernte dort ihren Mann Robert Ey kennen und lieben, der sie schwängert und Jahre danach erst heiratet. Zwei Jahrzehnte ging sie mit ihrem Mann regelrecht durch die Hölle, denn er säuft und misshandelt sie. Plötzlich steht sie über Nacht mit ihren vier Kindern auf der Straße. Aus ihrer Not heraus eröffnet sie einen Backwarenladen. Kaffee und Kuchen sind bei ihr preiswert zu haben, so wird ihr Laden schnell zum Treffpunkt der Studenten aus der nahen Kunstakademie. Johanna fühlt sich den mittellosen Künstlern schnell verbunden, zumal auch ihr Leben kein Zuckerschlecken war. Wer nicht bezahlen konnte, durfte bei ihr auch anschreiben lassen oder auch ab und an mit seinen Bildern die Zeche „bezahlen“. Schon bald beginnt hinter der Brötchentheke eine Kunstsammlung beachtlich zu wachsen und auch Aufmerksamkeit zu Erlangen. Der Erste Weltkrieg beendet vorerst ihren Laden. Johanna verkauft die restlichen Bilder und stellt fest, dass man damit sogar Geld verdienen kann. In ihr wird die Idee einer Kunsthandlung geboren, die sie schnell in die Tat umsetzt. Noch während des Krieges mietet sie Räume für eine Galerie an. Nach dem Krieg wird ihre Galerie aber auch Mittelpunkt handfester Skandale, da Bilder die schlimmen Kriegsgräuel in allen ihren Facetten plastisch darstellen. Bekannte Künstler finden den Weg zu ihr. Ute Bales zeichnet mit Johanna Ey eine Frau mit Leidenschaft, gesundem Instinkt und mit einerresoluten Art, die sie nie im Leben verzweifeln ließ. Die sympathische Autorin betonte, dass in ihren manchmal schwermütig anmutenden Lebensbeschreibungen die damaligen Zeiten mit ihrer Not und Armut beschrieben werden. Ein Buch voller Tiefe mit den unterschiedlichsten Charakteren und Zeitläufen.

Ute Bales bei der Buchvorstellung im Pfarrheim in Moselkern. Foto: Heinz Kugel

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