Herbert Hilken wurde für sein närrisches Lebenswerk geehrt
Ein Vorzeige-Jeck mit Schalk im Nacken
Cochem. Dem Präsident der Cochemer Karnevalsgesellschaft 1848/49, Günter Hammes, war es zum offiziellen Start in die neue Session vorbehalten, ein besonders engagiertes Mitglied aus dem Kreis seiner närrischen Mitstreiter hervorzuheben und ihm im Beisein von Vize Michael Brand die CKG-Ehrenmitgliedschaft zu verleihen. Über diese höchste Auszeichnung der Karnevalsgesellschaft durfte sich in diesem Jahr Altbürgermeister und Bühnen-Urgestein Herbert Hilken freuen.
Hilken wurde am 29. August 1945 in Cochem geboren und verbrachte auch seine Kindheit hier. Dies getreu seiner Aussage, die ein Großteil der Kreisbewohner kennen dürfte: „Ich bin in Cochem aufgewachsen, aber nicht groß geworden.“ Am 1. März 1971 trat Hilken in die CKG ein.
In den folgenden Jahren machte er sich mit spitzfindigen Solovorträgen und zahlreichen tollen Gruppenvorträgen in der Gruppe der Cochemer „Moatschreier“ als Cochemer Vorzeige-Narr in der noch jungen CKG-Geschichte schnell einen besonderen Namen.
Schon früh ließ Hilken sämtliche Anhänger der städtischen Narrenschar erkennen, über welch vielfältiges närrisches Potenzial er verfügt und mit diesem auch, in seiner unnachahmlichen Art, bis zum heutigen Tag zu begeistern weiß: „Man nehme ein Kilo Herbert Bonewitz, zwei Pfund Joe Ludwig, 1000 Gramm Willy Millowitsch, einen Esslöffel Heinz Schenk und eine Brise Barbara Valentin, gebe das Ganze in einen närrischen Mixer, schüttele es exakt elfmal durch - und heraus kommt ein Hilken.“ Seit 1962, als er seinen ersten Vortrag noch im Rahmen der katholischen Jugend der „Kolping-Familie“ auf das Narrenparkett brachte, steht Hilken fast ununterbrochen als Büttenredner - unter anderem viele Jahre lang als „Zumme Clown“ - auf der Bühne.
Zu den Highlights gehören seine Auftritte als Cochemer Original und seine exzellenten Leistungen im sogenannten Dichterteam der „Moatschreier“, in dem er unumstritten einer der - wenn nicht der - Leistungsträger der Gruppe war. Als Prinz Karneval übernahm Hilken in der Session 1979/1980 das närrische Zepter in der Rolle des Prinz Herbert I. von Owerjass un Paragraphien und erfüllte sich damit einen Kindheitstraum. Damals standen ihm Mundschenk Michels und Hofmarschall Heimes zur Seite. In seinem Prinzenjahr rief er auch den Kindermaskenball im Weinhof ins Leben und moderierte diesen für einige Jahre mit Theo Heimes. Dieses Event, wenn auch in etwas anderer Form, gibt es noch heute.
2011 wurde Hilken mit der silbernen Ehrennadel der CKG für seine 40-jährige Mitgliedschaft und mit der Bronzenen Ehrennadel des RKK für seine besonderen Verdienste um die Rheinische Fassenacht geehrt. Sein 50-jähriges Bühnenjubiläum feierte er 2012 und wurde hierfür mit dem Goldenen Clown der Gesellschaft ausgezeichnet.
Im Anschluss an die aktuelle Ehrung durfte sich Hilken einer Gratulationskur unterziehen, die von reichlich närrischem Prickelwasser trefflich begleitet wurde.
