Prunksitzung der Cochemer Karnevalsgesellschaft
Exzellente Vielfalt per „Spökes, Kokolores und Tanz“
Restlos begeistertes Auditorium feiert brillante Narrenshow
Cochem. An grandioser Farbenpracht, irrem Spökes, ideenreichem Kokolores und tänzerischen Höchstleistungen ist sie wohl kaum zu überbieten. Die Rede ist von der ersten großen Prunksitzung der Cochemer Karnevalsgesellschaft (CKG), die auch beim Jokus-Programm 2015 einmal mehr alle Register zieht, um das närrische Auditorium restlos zu begeistern. Selbiges hat die zur Narrhalla umfunktionierte und mit einem herrlichen Bühnenbild bestückte BBS-Turnhalle schon früh bis auf den letzten Platz in Beschlag genommen. Ein Umstand, der den Offiziellen schon im Vorfeld ein erfreutes Lachen ins Gesicht zaubert. Selbiges ist dann auch bei allen Saaljecken zu sehen, als die rot-weiße CKG-Streitmacht per Narrhalla-Marsch ihren farbenprächtigen Einzug hält. Jörg Eckerskorn, souveräner Schwinger des närrischen Taktstockes von Gott Jokus Gnaden, stimmt als Moderator der exzellenten Narrenshow das Publikum auf ein fünfstündiges Unterhaltungsprogramm ein, wobei er es perfekt versteht, Ankündigung, Vorstellung, Bewertung und Überleitung der jeweiligen Aktiven als spannendes wie amüsantes Paket zu verkaufen. Die von Karin Esper und Katharina Burg trainierten „Augenweiden“ der CKG-Prinzengarde zeigen gleich zu Beginn des närrischen Marathons mit ihrem „Piratenmarsch“ einen tollen Aufmacher für das Folgeprogramm, welches sodann den Einmarsch des neuen Cochemer Kinderprinzenpaares erlebt. Mit rhythmischem Klatschen begleitet das Publikum die jungen CKG-Majestäten auf das Narrenparkett, wo seine Tollität Prinz Björn (Diercks) von Angel und Matte nebst Prinzessin Tamara (Baumert) von Schwimmen und Klimmen sich in flotten Reimen vorstellen. Dem Ehrengast Helmut Schmitt, seines Zeichens RKK-Bezirksvorsitzender, gefällt deren Auftritt so gut, dass er die beiden sogleich einmal mit dem neuen RKK-Orden ausstattet. Über diesen darf sich auch Bernd Loosen als „Mädchen für alles hinter den Kulissen“ freuen. Nachdem sich die Jungmajestäten Richtung Bettstatt verabschiedet haben, greift das „CKG-Zumme-Clöwnchen“ , alias Jakob Heimes, ins Geschehen ein und prangert in gesungenen Versen auffällige Missstände in Cochem an. Dabei stinkt ihm vor allem die Schultoilette, die sich aufgrund mangelnder Hygiene wohl schon einige Zeit in einem „bescheidenen“ Zustand befindet.
Tänze und Reden sorgten für ein abwechslungsreiches Programm
Verbale Ohrfeigen a la Till Eulenspiegel verteilt in der Folge das Bühnen-Dream-Team „Baddanouhdah“, als es die Cochemer Einzelhändler und ihr Problem mit den sonntäglichen Ladenöffnungszeiten kritisch unter die Lupe nimmt. Ein ortsbekannter Imbissbetreiber, gedoubelt vom Würstchen schwingenden Stephan Hilken, ist schnell als hinterlistiger Verursacher des denkwürdigen Schlamassels ausgemacht und sieht sich alsbald jecker Schimpf und Schande ausgesetzt, bevor man sich zur therapeutischen Klausur bzgl. Abhilfe zusammenfindet. Therapeutin „Claire Grube“, Assistent „Uri Nalbach“, BM Lambertz sowie die Beigeordneten Stern-Gilbaya und Schmitz nebst „Robertchen“ suchen hier mit lockerer Zunge und spitzfindigen Bemerkungen nach Lösungen. Ein Knaller allererster Güte, der so manches Zwerchfell an einen Kuraufenthalt zum Entspannen denken lässt.
Auch bei seinem neuerlichen Anlauf das närrische Volk nebst Ehrengästen in 2015 zu begrüßen, sieht sich CKG-Präsident Günter Hammes dem vorlauten Mariechen Melanie Herpel ausgesetzt, das dem um Etikette bemühten Vereinsboss von Beginn an seine Grenzen aufzeigt. Die Saaljecken finden es in hohem Maße unterhaltend. Ebenso wie die sensationellen Drehungen und Salti von Solomariechen Michaela Maibauer, die damit ebenfalls anhaltenden Beifall für sich verbuchen kann.
„Schnuckiputzi“ Heike Raab und „Honigbärchen“ Markus Zenz planen eine Urlaubskreuzfahrt, wobei es am Ende lediglich beim guten Willen zur Teilnahme bleibt. In ihrem Zwiegespräch erfreuen sie als leicht unterbelichtete Landeier mit bäuerlichem Durchblick und erreichen die Anlegestelle leider einen Tag zu spät.
Passende musikalische Untermalung der Prunksitzung
Zu spät reagiert dagegen der MV Cochem unter der Leitung von Jan Kokic bei seinen Tusch-Salven nie. Selbiger weiß am Abend auch mit einem flotten Potpourri von beliebten Schunkel-Liedern für hervorragende Stimmung zu sorgen. Zu Marschmusik und Swing rücken die CKG-Stadtsoldaten ihre durchtrainierten Astral-Körper ins richtige Licht, wozu ihnen Sonja Ohlberger die treffliche Anleitung gab.
„Fun House“ und „Crazy Circus“ haben den atemberaubenden Showtanz von den Tanzmädels des TV Cochem zum Motto. Coach Nicole Fiedermann stand Pate für die diese Spitzenleistung der jungen Damen. Traumhafte Kostüme und sensationelle Akrobatik sorgen für die zuckersüße Darbietung „Candy“ der Tanzgruppe Moselglück, deren Training Katharina Burg und Karin Esper im Vorfeld übernommen hatten.
Als Agentin mit Herz und vor allem Verstand präsentiert sich „Jane Bond“ (Jolina Eppelmann). Leider ist sie bei ihren Raub-Ermittlungen zum Nachteil einer Cochemer Tankstelle auf „Dummdapp“ Müller, seines Zeichens zuständiger Dorfpolizist (Yannick Angst), angewiesen. Hier zeigt die Östrogen-Vertreterin dem Testosteron-Benebelten einmal mehr, wie man zu Erfolg kommt. Die „Spökes-Kompanie“, mit Michael „Brändy“ Brand und Stephan Hilken, hat es auch in 2015 wieder leicht, die Narrenschar zum vergnüglichen Toben zu bringen.
Ihr Auftritt als lustig-nervige GEMA-Kontrolleure ist ein echtes Highlight. Doch dabei belassen sie es nicht. Da muss noch eine von Pointen gespickte Verkaufsveranstaltung mit verschiedenen Scherzartikeln her, bei der sich auch der letzte Narr vor Lachen krümmt. Als i-Tüpfelchen stellen die beiden Profi-Jecken überdies den neuen Karneval-Roboter vor, der heute vermutlich bereits CKG-Mitglied ist.
Bevor die After-Show-Party Tanz und Spaß bis in die frühen Morgenstunden bot, war es getreu dem CKG-Motto: „mit Jubel, Trubel, Heiterkeit durch die fünfte Jahreszeit“, die Aufgabe der „Cochemer Junge“, mit einem Potpourri bekannter Cochemer Melodien eine tolle Einleitung zum großen Finale zu bieten.
Mädels und Tanzdarbietung der CKG-Prinzengarde sind auch in 2015 eine wahre Augenweide.
Ein Mariechen, das sich nicht nur zu artikulieren, sondern auch in Szene zu setzen weiß. CKG-Präsident Günter Hammes akzeptiert es gerne.
Mit einem dreifachen „Cochem Holau“ begrüßt das neue Cochemer Kinderprinzenpaar das närrische Auditorium.
