Politik | 17.06.2015

Ellenz-Poltersdorf startet Energiedorfprojekt

Förderzusagen ermöglichen Investition in die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde

Stolz zeigen Bürgermeister Helmut Probst und die Ratsmitglieder Landrat Manfred Schnur die neue Solarabsorberfläche im Freibad. Diese erwärmt seit dieser Saison das Badewasser und ersetzt die alte Wärmepumpe.

Ellenz-Poltersdorf. Nach Kaisersesch und Alflen ist Ellenz-Poltersdorf die dritte Kommune im Landkreis Cochem-Zell, die nach Übergabe der Förderzusagen von Bund und Land ins Energiedorfprojekt starten kann. In dem Projekt sollen integrierte Quartierskonzepte aufzeigen, welche technischen und wirtschaftlichen Energiepotenziale bestehen und welche konkreten Maßnahmen für eine Umsetzung entwickelt werden können. Die Rahmenbedingungen werden dabei durch das Förderprogramm 432 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) vorgegeben.

Mit dem quartiersbezogenen Ansatz, den das Förderprogramm der KfW vorgibt, können Lösungswege bei der energetischen Modernisierung des Gebäudebestands und der Energieeffizienz aufgezeigt werden, was zu einer Aufwertung und Attraktivitätssteigerung der gesamten Gemeinde führen kann. In einem intensiven Beteiligungsprozess werden die örtlichen Akteure (Bürger, Hausbesitzer, Unternehmen, Land- und Forstwirte, kommunale Akteure sowie politische Entscheidungsträger) in den Grundlagen der Technik, Organisation und Finanzierung von Energieprojekten geschult und Projekte vor Ort entwickelt, um die örtlichen Energiepotenziale umzusetzen.

Neben der 65-prozentigen Förderhöhe durch die KfW kommt es für die Ortsgemeinde zu einer Aufstockung durch Landesmittel auf 85 Prozent. Diese konnten durch intensive Gespräche der Energieagentur „unser-klima-cochem-zell“ generiert werden. In konkreten Zahlen bedeutet dies für die Ortsgemeinde: Von den Gesamtkosten von rund 37.600 Euro kommen rund 7500 Euro vom Land und 24.500 Euro vom Bund. Damit kann der Eigenanteil der Ortsgemeinde auf 15 Prozent (rund 5600 Euro) gesenkt werden.

Voraussetzungen gegeben

„Hier in Ellenz-Poltersdorf ist das Thema Energie schon bei den Kleinsten angekommen. Ich erinnere mich noch gern an die Auszeichnung der Grundschule für Ihr tolles Engagement in Sachen Energiepflanzen und nachwachsende Rohstoffe, wofür sie im vergangenen Jahr ausgezeichnet wurden. Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Projektverlauf sind hier ganz sicher gegeben“, betont Landrat Manfred Schnur.

Das Quartier „Ellenz-Poltersdorf“ erstreckt sich über das gesamte Gemeindegebiet und hat eine Fläche von etwa 740 Hektar, davon sind rund 57 Prozent Waldfläche. Hier könnte möglicherweise schon Potenzial für eine erneuerbare Energieversorgung mit Biomasse aus regionalen Ressourcen liegen. Auch die energetische Sanierung von Grundschule, Kindergarten, Turnhalle und weiteren kommunalen Liegenschaften sollen betrachtet werden, genauso wie private Gebäude.

Wahl ist schon gefallen

Nach dem sogenannten Markterkundungsverfahren zur Auswahl qualifizierter Anbieter, die das Projekt vor Ort umsetzen sollen, fiel bereits die Wahl auf das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS). Gemeinsam mit Dr. Alexander Reis, IfaS, stimmte der Gemeinderat die Abgrenzung des Quartiers ab und wertete aus, welche Maßnahmen nötig und möglich sind. „In Ellenz-Poltersdorf wurden schon einige Sanierungs- und Energieeffizienzmaßnahmen, auch durch starkes, ehrenamtliches Engagement, umgesetzt. Es freut mich sehr, dass wir in diesem Projekt gemeinsam anpacken können, um die Gemeinde zukunftsfähig aufzustellen“, freut sich Bürgermeister Helmut Probst.

Stolz zeigen Bürgermeister Helmut Probst und die Ratsmitglieder Landrat Manfred Schnur die neue Solarabsorberfläche im Freibad. Diese erwärmt seit dieser Saison das Badewasser und ersetzt die alte Wärmepumpe.
Förderzusagen ermöglichen Investition in die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde

Das Thema Energie ist in Ellenz-Poltersdorf angekommen.

Stolz zeigen Bürgermeister Helmut Probst und die Ratsmitglieder Landrat Manfred Schnur die neue Solarabsorberfläche im Freibad. Diese erwärmt seit dieser Saison das Badewasser und ersetzt die alte Wärmepumpe.

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