MdL Oster organisierte Zukunftsdialog in Cochem-Zell
Frische Ideen zum Älterwerden
Cochem-Zell. Angeregt diskutiert wurde in der Alten Schule in Kaisersesch zum Thema „Gemeinsam das Alter von morgen gestalten“. MdL Benedikt Oster hatte zu diesem Zukunftsdialog der SPD-Landtagsfraktion eingeladen. Rund 50 Teilnehmer brachten ihre Ideen mit ein. Zwei Staatssekretäre begleiteten die Veranstaltung von fachlicher Seite aus. David Langner, Staatssekretär im Gesundheitsministerium zeigte in seinem Eingangs-Statement die Herausforderungen auf, die der demografische Wandel für die Politik mit sich bringt: „Lösungen sind nur im Miteinander aller Akteure möglich“. Mit dabei sind immer die Kommunen und für die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen zeichnet das Innenministerium verantwortlich, das am Abend von der SPD-Kreisvorsitzenden und Innenstaatssekretärin Heike Raab vertreten wurde.
Drei Tische, drei Themen
An drei Tischen wurden dann die Aspekte „Ärztliche Versorgung“, Wohnen im Alter“ und „Was brauche ich um mein Leben im Alter eigenständig zu gestalten?“ diskutiert. Jede Gesprächsrunde wurde von einem Tischmoderator betreut, die Ergebnisse an Plakatwänden dokumentiert. Nach zwanzig Minuten wechselten die Teilnehmer zu anderen Tischen, wobei auch die Gruppen neu durchmischt wurden. Schnell füllten sich die Plakatwände mit guten Ideen und es zeigte sich auch, dass den unterschiedlichen Gruppen die gleichen Themen auf den Nägeln brannten.
Vorstellung vom Älterwerden
Alison Sausen, die den Tisch zum Thema zur Lebensgestaltung im Alter betreute, fand es „unheimlich spannend, wie kreativ sich die Menschen ihr Älterwerden vorstellen. Viele wollen aktiv und nutzbringend am gesellschaftlichen Leben teilhaben“, stellte die 61-Jährige fest, die sich selbst in einem Sportverein engagiert und ehrenamtlich bei der Integration ausländischer Mitbürger mitwirkt. Mobil wollen die aktiven Senioren bleiben, wünschen sich eine wohnortnahe Versorgung oder einen Lieferdienst für die Waren des täglichen Bedarfs. Moderne Haustechnik und Computertechnik mit seniorengerechter Bedienung sollen ein langes Leben in der Dorfgemeinschaft möglich machen. Dafür bieten sich die Senioren aber für zahlreiche Dienste als Helfer an. Sogar als „Leih-Opa und -Oma“ würden sie in ihrem Ruhestand fungieren. „Aktivität hält fit und gibt dem Lebensabend einen Sinn“, verriet Christian Meyer, mit über 80 Jahren einer der ältesten Teilnehmer.
Neue Lebensmittelpunkte
Mehrgenerationenhäuser als Treffpunkte in den Gemeinden wären die Orte, wo Freizeitgestaltung und nutzbringendes Engagement zusammen kommen sollen - neue Lebensmittelpunkte für das ganze Dorf. Gerd Borngräber brachte aus Frankreich die Idee einer „Aktivitäten-Börse“ im Internet mit. Dort organisieren Gemeinden die ehrenamtlichen Aktivitäten ihre Bewohner. Nach dem Motto: „Biete mich an als Wanderführer, suche dafür eine Einkaufshilfe“, finden dort Angebot und Hilfe virtuell zueinander. Als Tischmoderator für das Thema „Wohnen im Alter“ konnte Gerd Gansen gewonnen werden, der sich schon zahlreiche Wohnformen für Senioren angesehen hat.
Neue Wohnformen
„Die Menschen wünschen sich, so lange wie möglich in den eigen vier Wänden und im Kreise der Familie zu wohnen“, war das klare Fazit seiner Diskussionsrunden. Immer öfter sei dies aber auch im ländlichen Raum nicht mehr möglich. Neue Wohnformen wie „betreutes Wohnen“ oder die „Senioren-WG“ spielen eine immer wichtigere Rolle. Was da möglich ist, zeigt die Gemeinde Greimersburg zur Zeit auf. Das dortige Wohn-Projekt wurde von Bürgermeister Hans-Werner Junglas gerne vorgestellt. „Wichtig ist, die Bedürfnisse der Menschen und die Gegebenheiten vor Ort zusammen zu bringen. Das kann man nur auf Ebene der Dorfgemeinden machen“, so Junglas. Renate Klünder moderierte den Themen-Tisch zur ärztlichen Versorgung.
Im Alter gut versorgt
Ob Fachärztedichte, Wartezeiten und Wochenenddienste der Apotheken, die Menschen spüren, dass sich hier was tun muss, wenn man im Alter gut versorgt sein möchte. Eine Gemeindeschwester wurde oft vorgeschlagen. Sie soll vor dem Arztbesuch beraten und leichtere Krankheiten vor Ort behandeln. Das Plenum schlug auch vor, Ärzte fest in den Seniorenheimen niederzulassen, die sich sowohl um Bewohner als auch um „Externe“ kümmern. Gar keine Angst hatten die Teilnehmer vor dem „Teledoktor“. Selbst den vor dem Weltkrieg Geborenen ist klar, dass moderne Computer-Technik die ärztliche Versorgung schneller und besser machen kann. Staatssekretärin Heike Raab gab hier zum Ausbau des schnellen Internet ausführliche Informationen. Landtagsabgeordneter Oster freute sich über die zahlreichen Ansatzpunkte: „Ich hatte dieses Thema gewählt, weil wir bereits heute die Auswirkungen des demografischen Wandels in Cochem-Zell spüren. Spannend war, dass der Verwaltungschef eines Krankenhauses mit der Hausfrau im Ruhestand diskutiert hat. Das war für jeden Teilnehmer auch eine Informationsbörse“, stellte der junge Abgeordnete fest.
Ideen praktisch umsetzen
„Mir ist es ein besonderes Anliegen, dass die gesammelten Ideen in praktische Politik umgesetzt werden“, so Oster. Dazu veranstaltet die SPD-Landtagsfraktion einen Abschlusskongress am 3. Juni in Mainz. Dort werden die Ideen aus allen „Zukunftsdialogen“ gesammelt und gewichtet. Dann macht sich die SPD-Landtagsfraktion an die Arbeit und wird die gefundenen Lösungen ins Parlament einbringen. Alle Beteiligten waren sich einig: Diese etwas andere Veranstaltungsform hob sich wohltuend von den sonst üblichen Diskussionsformen ab und hat richtig Spaß gemacht .
Pressemitteilung
Büro Benedikt Oster MdL (SPD)
David Langer diskutierte intensiv mit: David Langner, Staatssekretär am Tisch zum Thema „Ärztliche Versorgung“.
