Politik | 13.05.2015

MdL Oster organisierte Zukunftsdialog in Cochem-Zell

Frische Ideen zum Älterwerden

Führten durch den Dialog (v.li.): David Langner, Staatssekretär, Heike Raab, Staatssekretärin, Benedikt Oster, MdL, Tischmoderatoren Renate Klünder, Alison Sausen und Gerd Gansen. privat

Cochem-Zell. Angeregt diskutiert wurde in der Alten Schule in Kaisersesch zum Thema „Gemeinsam das Alter von morgen gestalten“. MdL Benedikt Oster hatte zu diesem Zukunftsdialog der SPD-Landtagsfraktion eingeladen. Rund 50 Teilnehmer brachten ihre Ideen mit ein. Zwei Staatssekretäre begleiteten die Veranstaltung von fachlicher Seite aus. David Langner, Staatssekretär im Gesundheitsministerium zeigte in seinem Eingangs-Statement die Herausforderungen auf, die der demografische Wandel für die Politik mit sich bringt: „Lösungen sind nur im Miteinander aller Akteure möglich“. Mit dabei sind immer die Kommunen und für die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen zeichnet das Innenministerium verantwortlich, das am Abend von der SPD-Kreisvorsitzenden und Innenstaatssekretärin Heike Raab vertreten wurde.

Drei Tische, drei Themen

An drei Tischen wurden dann die Aspekte „Ärztliche Versorgung“, Wohnen im Alter“ und „Was brauche ich um mein Leben im Alter eigenständig zu gestalten?“ diskutiert. Jede Gesprächsrunde wurde von einem Tischmoderator betreut, die Ergebnisse an Plakatwänden dokumentiert. Nach zwanzig Minuten wechselten die Teilnehmer zu anderen Tischen, wobei auch die Gruppen neu durchmischt wurden. Schnell füllten sich die Plakatwände mit guten Ideen und es zeigte sich auch, dass den unterschiedlichen Gruppen die gleichen Themen auf den Nägeln brannten.

Vorstellung vom Älterwerden

Alison Sausen, die den Tisch zum Thema zur Lebensgestaltung im Alter betreute, fand es „unheimlich spannend, wie kreativ sich die Menschen ihr Älterwerden vorstellen. Viele wollen aktiv und nutzbringend am gesellschaftlichen Leben teilhaben“, stellte die 61-Jährige fest, die sich selbst in einem Sportverein engagiert und ehrenamtlich bei der Integration ausländischer Mitbürger mitwirkt. Mobil wollen die aktiven Senioren bleiben, wünschen sich eine wohnortnahe Versorgung oder einen Lieferdienst für die Waren des täglichen Bedarfs. Moderne Haustechnik und Computertechnik mit seniorengerechter Bedienung sollen ein langes Leben in der Dorfgemeinschaft möglich machen. Dafür bieten sich die Senioren aber für zahlreiche Dienste als Helfer an. Sogar als „Leih-Opa und -Oma“ würden sie in ihrem Ruhestand fungieren. „Aktivität hält fit und gibt dem Lebensabend einen Sinn“, verriet Christian Meyer, mit über 80 Jahren einer der ältesten Teilnehmer.

Neue Lebensmittelpunkte

Mehrgenerationenhäuser als Treffpunkte in den Gemeinden wären die Orte, wo Freizeitgestaltung und nutzbringendes Engagement zusammen kommen sollen - neue Lebensmittelpunkte für das ganze Dorf. Gerd Borngräber brachte aus Frankreich die Idee einer „Aktivitäten-Börse“ im Internet mit. Dort organisieren Gemeinden die ehrenamtlichen Aktivitäten ihre Bewohner. Nach dem Motto: „Biete mich an als Wanderführer, suche dafür eine Einkaufshilfe“, finden dort Angebot und Hilfe virtuell zueinander. Als Tischmoderator für das Thema „Wohnen im Alter“ konnte Gerd Gansen gewonnen werden, der sich schon zahlreiche Wohnformen für Senioren angesehen hat.

Neue Wohnformen

„Die Menschen wünschen sich, so lange wie möglich in den eigen vier Wänden und im Kreise der Familie zu wohnen“, war das klare Fazit seiner Diskussionsrunden. Immer öfter sei dies aber auch im ländlichen Raum nicht mehr möglich. Neue Wohnformen wie „betreutes Wohnen“ oder die „Senioren-WG“ spielen eine immer wichtigere Rolle. Was da möglich ist, zeigt die Gemeinde Greimersburg zur Zeit auf. Das dortige Wohn-Projekt wurde von Bürgermeister Hans-Werner Junglas gerne vorgestellt. „Wichtig ist, die Bedürfnisse der Menschen und die Gegebenheiten vor Ort zusammen zu bringen. Das kann man nur auf Ebene der Dorfgemeinden machen“, so Junglas. Renate Klünder moderierte den Themen-Tisch zur ärztlichen Versorgung.

Im Alter gut versorgt

Ob Fachärztedichte, Wartezeiten und Wochenenddienste der Apotheken, die Menschen spüren, dass sich hier was tun muss, wenn man im Alter gut versorgt sein möchte. Eine Gemeindeschwester wurde oft vorgeschlagen. Sie soll vor dem Arztbesuch beraten und leichtere Krankheiten vor Ort behandeln. Das Plenum schlug auch vor, Ärzte fest in den Seniorenheimen niederzulassen, die sich sowohl um Bewohner als auch um „Externe“ kümmern. Gar keine Angst hatten die Teilnehmer vor dem „Teledoktor“. Selbst den vor dem Weltkrieg Geborenen ist klar, dass moderne Computer-Technik die ärztliche Versorgung schneller und besser machen kann. Staatssekretärin Heike Raab gab hier zum Ausbau des schnellen Internet ausführliche Informationen. Landtagsabgeordneter Oster freute sich über die zahlreichen Ansatzpunkte: „Ich hatte dieses Thema gewählt, weil wir bereits heute die Auswirkungen des demografischen Wandels in Cochem-Zell spüren. Spannend war, dass der Verwaltungschef eines Krankenhauses mit der Hausfrau im Ruhestand diskutiert hat. Das war für jeden Teilnehmer auch eine Informationsbörse“, stellte der junge Abgeordnete fest.

Ideen praktisch umsetzen

„Mir ist es ein besonderes Anliegen, dass die gesammelten Ideen in praktische Politik umgesetzt werden“, so Oster. Dazu veranstaltet die SPD-Landtagsfraktion einen Abschlusskongress am 3. Juni in Mainz. Dort werden die Ideen aus allen „Zukunftsdialogen“ gesammelt und gewichtet. Dann macht sich die SPD-Landtagsfraktion an die Arbeit und wird die gefundenen Lösungen ins Parlament einbringen. Alle Beteiligten waren sich einig: Diese etwas andere Veranstaltungsform hob sich wohltuend von den sonst üblichen Diskussionsformen ab und hat richtig Spaß gemacht .

Pressemitteilung

Büro Benedikt Oster MdL (SPD)

David Langer diskutierte intensiv mit: David Langner, Staatssekretär am Tisch zum Thema „Ärztliche Versorgung“.

David Langer diskutierte intensiv mit: David Langner, Staatssekretär am Tisch zum Thema „Ärztliche Versorgung“.

Führten durch den Dialog (v.li.): David Langner, Staatssekretär, Heike Raab, Staatssekretärin, Benedikt Oster, MdL, Tischmoderatoren Renate Klünder, Alison Sausen und Gerd Gansen. Fotos: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Dauerauftrag 2025
Kreishandwerkerschaft
Innovatives rund um Andernach
Oster-Anzeige
Koblenz blüht
Innovatives rund um Andernach
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Angebotsanzeige (April)
Mitarbeiter IT-Administrator
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Empfohlene Artikel
Wie bereiten sich die Abgeordneten auf ihre politische Arbeit vor?  Foto:pixabay.com
235

Region. Nach einem intensiven Wahlkampf ist die Landtagswahl entschieden; doch für die gewählten Abgeordneten beginnt die eigentliche Arbeit jetzt erst so richtig. Ein Blick auf die Stunden und Tage nach dem Wahlergebnis zeigt: Zwischen Feiern, Verarbeiten und ersten politischen Schritten liegt ein enger Zeitplan.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2277

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
132

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Daueranzeige
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Holz Loth-Entsorgung
Rund ums Haus
Fahrer gesucht (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Doppelseite PR/Anzeigen
Titel
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Kreishandwerkerschaft
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
SB Standesamt
Dauerauftrag 2026
Ostergrußanzeige
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Titelanzeige