Comedy-Abend im Kapuzinerkloster
Gibt es ein Leben nach dem Fünfzigsten?
Markus Maria Profitlich begeistert vor ausverkauftem Haus
Cochem. Seine verbal abgeschossenen, höchst amüsanten Giftpfeile treffen vor allem jene Spezies, die den goldenen Geburtstag schon hinter sich haben und ihre Jugend und ihr aktuell gefristetes Dasein als Gaudi-Zielscheibe für jene Pfeile kommentarlos akzeptieren müssen. Abgeschossen werden sie auf der Bühne des Kapuzinerklosters von keinem Geringeren als Markus Maria Profitlich, der als gestandener TV-Comedian mit viel Gestik und noch mehr derber Wortgewandtheit das ausverkaufte Haus zum Kreischen bringt. Dabei tut sich vor allem das weibliche Publikum hervor, denn im Programm von „Mensch Markus“ unter dem Titel „Gibt es ein Leben nach dem Fünfzigsten?“, geht er vor allem mit den Männern hart ins Gericht. Hier nimmt er nicht einmal Rücksicht auf seine eigene Person und begibt sich höchst freiwillig selbst in die Schusslinie. „50 ist heute das neue 30“, weiß Markus zu propagieren und weiß dies mit fundamentalen Erkenntnissen sensationell komisch zu untermauern. Hier spart er vor allem nicht mit Bände sprechender Mimik und Gestik, mit deren ausgeprägter Einzigartigkeit er sich seit Jahren im Fernsehen und auf Bühnen einen Namen gemacht hat. Die kreischende Weiblichkeit erkennt hier schnell Parallelen zu ihrem scheinbar verdutzt dreinschauenden männlichen Begleiter, oder eben zum daheimgebliebenen Haushaltsvorstand. Derweil legt Profitlich einen pointenreichen Verbal-Striptease der vom Thema Betroffenen hin: „Geboren von Trümmerfrauen, und erzogen von Emanzen mit Doppelnamen!“ Gleichzeitig hält er nicht damit hinter dem Berg, dass auch er in den 70er und 80er Jahren schulterlange Dauerwelle und Ohrring mit Federwisch trug, was er auf der Bühnenleinwand höchst eindrucksvoll zu belegen weiß. „Beziehungen führte man(n) damals mit Frauen, die nachts bei Vollmond in den Wald gingen, um Kräuter für einen Antiaggressionstee zu sammeln.“
Amüsantes aus der Neuzeit
Danach schwenkt Markus in die Neuzeit und weiß amüsant darzustellen, dass Leute aus seiner Zeit mit den jungen Mädels von heute nur noch schwer klar kommen. Da ist das stets präsente Handy schon zu einem außenliegenden Organ geworden, mit dem Tag für Tag Milliarden von unnützen Informationen weitergegeben werden. Für Profitlich der digitale Höhepunkt des althergebrachten Tratschs. Froh darüber sein können jene jungen Frauen, wenn sie ihr Handy später an der Gehhilfe fest machen und dann per Google Maps den Weg zurück ins Heim finden. „Die Hühner sind heute „noch überzuckerter“ als die jungen Männer!“ Hier bringt er das Beispiel der IT-Girls, was für ihn nichts anderes als „Intelligenz-tabu-Girls“ bedeutet.
Mit ganzem Körpereinsatz dabei
Überdies bedient sich Markus bei seinen tollen Ausführungen an eingespielten Kurzfilmen, die seine Comedy-Thesen nachhaltig unterstreichen. In kurzen Sequenzen präsentiert er sich hier unter anderem als Taxifahrer, dessen derbe „Jegenfragen“ im Ergebnis die begeisterten Zuhörer stets zum vergnüglichen Schreien bringen.
Nicht fehlen darf das berühmte Handtuch beim mit ganzem Körpereinsatz spielenden Profitlich, denn neben seinem Wortschatz brilliert auch sein Corpus in der höchsten Gewichtsklasse. Letztgenannten weiß der Comedian bei jedem gespielten Gag auf beeindruckende Art in einer Form zu beschleunigen, wie man es ihm im Vorfeld kaum zugetraut hätte. Auch dieser Einsatz war für das Publikum immer wieder einen Brüller wert.
Die spitzen sich zum Ende seiner exzellenten Show zu, als Markus von einem Besuch bei seiner russischen Urologin berichtet und den Geburtstagsgutschein seiner Tochter für ein eigenes Piercing einlösen will. Dieses Erlebnis verarbeitet er unter Einsatz seiner Mini-Ukulele per Gesangseinlage. Resümee: „Anspruchsloses ansprechend präsentiert!“
Comedian Markus Maria Profitlich präsentierte im Kapuzinerkloster seine Bühnenshow „Gibt es ein Leben nach dem Fünfzigsten?“
