Partnerschaft „Terrassenmosel“ zog erfolgreiche Zwischenbilanz - Kreise kooperieren
Hochwasserrisiken gemeinsam meistern
Cochem. Eine Ministerin, zwei Landräte und mehrere Bürgermeister sowie Ortsbürgermeister aus den Landkreisen Cochem-Zell und Mayen-Koblenz tagten Mitte vergangener Woche im Kapuzinerkloster von Cochem. Der Hintergrund: Die Hochwasserpartnerschaft „Terrassenmosel“ zog nach drei Jahren eine erfolgreiche Zwischenbilanz. Vorsitzender Bruno Seibeld begrüßte neben der rheinland-pfälzischen Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Ulrike Höfken, die Landräte Dr. Alexander Saftig und Manfred Schnur sowie seine Amtskollegen Helmut Probst und Wolfgang Lambertz im Refektorium des Kapuzinerklosters. „Wir haben schon viel erreicht und uns in sechs Workshops Gedanken über die Themen Vorsorge, Gefahrenabwehr, Verbesserung der Frühwarnung für die Anrainer, eine Überarbeitung der Alarm- und Einsatzplanung sowie spezielle Hochwasser-Schutzkonzepte gemacht“, erklärte der Bürgermeister der VG Untermosel den Vertretern von Behörden, Institutionen und Rettungseinrichtungen. Ulrike Höfken lobte die gute Kooperation der Kommunen an der Terrassenmosel als „beispielhaft und sinnvoll“. Sie erinnerte daran, dass gute Vorbereitung und Planung bei solchen Naturereignissen wichtig und wesentlich seien. „Dafür investierte das Land in den vergangenen 20 Jahren insgesamt 900 Millionen Euro, damit man auf alle erdenklichen Risiken rechtzeitig vorbereitet ist und entsprechend reagieren kann.“ Exakt 25 solcher Hochwasserpartnerschaften gibt es in Rheinland-Pfalz, die alle „sehr effektiv arbeiten“, so Umweltministerin Lemke in Cochem. Neben den Informationen der Bürger durch Flyer und Broschüren wird die Hochwasserpartnerschaft, so Bürgermeister Seibeld, vor allem das Erstellen von Hochwasser-Schutzkonzepten, Alarmplänen und aktuellen Risikokarten vorantreiben. „Denn es gibt eine Prioritätenliste, auf der zum Beispiel die Städte Zell, Cochem, die Gemeinden Ediger-Eller, Bruttig-Fankel und Hatzenport bei der Bedrohung durch Hochwasser ganz oben stehen“, sagte der Vorsitzende. „Etwa 90 Prozent der Kosten für die Erstellung dieser Konzepte übernimmt das Land“, ergänzte Ulrike Höfken. Landrat Manfred Schnur erinnerte in seinem Statement daran, dass nur gemeinsames Handeln der Orte zwischen Pünderich und Koblenz, die alle der Hochwasser-Partnerschaft „Terrassenmosel“ angehören, notwendig sei. „Die Höhe und Schnelligkeit der Fluten konnte man im Dezember 1993, Januar 1995 und im Januar 2003 zuletzt erleben. Zum Glück sind wir in den letzten Jahren von Extrem-Hochwassern verschont geblieben, dennoch ist bei künftigen Überlegungen immer wieder daran zu denken, dass die eigentliche Ursache solcher Katastrophen im Klimawandel zu suchen ist“ so Manfred Schnur. „Frühzeitig Klimasünden vermeiden, schnell reagieren, damit jeder Bürger, da er ja selbst für sein Hab und Gut verantwortlich ist, rechtzeitig vorsorgen kann, das sind die Herausforderungen, denen sich die Kommunen stellen müssen“, resümierte der Kreischef. „Die Einführung des Frühwarn-Systems Katwarn“ ist so ein wichtiges Hilfsmittel, um die Bürger rechtzeitig und früh vor Katastrophen zu informieren“, schloss Manfred Schnur. Mit dem Appell an alle Bürger entlang der Mosel sich selbst in die Verantwortung mit einzubringen, den Nachbarn, vor allem Neubürgern zu helfen und stets wachsam in Sachen Hochwasser zu bleiben, beendete Bürgermeister Bruno Seibeld die Tagung der Hochwasserpartnerschaft „Terrassenmosel“.
Ministerin Ulrike Höfken kam etwas zu spät zur Tagung der Hochwasserpatenschaft „Terrassenmosel“, denn sie benutzte den Hochwasser-Fluchtweg zum Kapuzinerkloster. Prompt versagte das Nawi des Dienstwagens.
