„Verein Pommerner Martberg“ führt wieder antikes Schauspiel auf
„Liebe und Leid im alten Rom“
Pommern. Blutrot ging die Sonne am Horizont unter und tauchte das römische Komödientheater auf dem uralten „Berg des Marses“ in ein geradezu mystisches Licht. Die gallo-römische Tempelanlage auf dem Martberg war wieder Mittelpunkt eines antiken Schauspiels, organisiert vom rührigen „Verein Pommerner Martberg“ unter der Regie des Pommerner Ortsbürgermeisters und Vereinsvorsitzenden Paul-Josef Porten. Theaterspiele erfreuten sich bereits in vorchristlicher Zeit allergrößter Beliebtheit, nicht so aber die Mimen, die gesellschaftlich ganz unten standen.
Doch diesmal war das alles anders vor der herrlich-historischen Kulisse des Tempelberges, der schon vor über 2000 Jahren von den keltischen Treverern dicht besiedelt war. Später schufen die römischen Besatzer aus dem Süden hier ein Heilzentrum von großer Bedeutung, in dem mit Sicherheit auch Schauspiele geboten wurden. Vermutlich war es auch wie an diesem herrlichen Sommerabend, als die Götter des Martberges vor dem Spektakulum auch den Schweiß gesetzt hatten. Der Weg auf uralten Trassen führte steil bergan, bis sich das einmalige Panorama öffnete und man von weiß gewandeten Schauspielern in ihren wunderschönen Togen empfangen wurde. Das bekannte Komödien-Ensemble Casina nutzte diese nördlich der Alpen einmalige Szenerie, um von Crime und Sex, Liebe und Leid zu berichten.
Natürlich waren damalige Mägde oder besser gesagt Sklavinnen Freiwild für die liebestollen Herren, die das auch weidlich ausnützten. Als ihm seine gehörnte Ehefrau auf die Schliche kam, drehte sie ganz einfach den Spieß um und „verdingt“ sich einen jungen und strammen Reiterknecht, vermutlich ebenfalls einen Sklaven, der ihr aber gerne zu Willen ist. Auf Dauer konnte das aber nicht gutgehen, irgendwann kam das Ganze wieder in geordnete Bahnen und die Hierarchien stimmten wieder.
Im „alten Rom“ war es noch üblich, dass die Schauspieler Masken trugen, um ihre wahre Identität zu verschleiern. Sehr oft verschwanden sie später bei einer der Herrinnen oder Herren, was aber auf dem Martberg nicht beobachtet wurde. In ihrer Komödie berief sich das Ensemble auf den antiken Stückeschreiber Plautius, der um 254 vor Christus in dem kleinen apeninischen Bergdorf Sassina geboren wurde. Schon früh faszinierte ihn die Komödie, sodass er sich Theatergruppen anschloss, um mit ihnen durch das Land zu ziehen. Später wurde er sogar römischer Soldat, wobei ihn aber das harte Leben nicht behagt haben dürfte. Als späterer Kaufmann ging er in den Ruin und stand vor dem Nichts.
Wieder fing er mit dem Schreiben von Komödien an, er kam dabei auf etwa 130 Schauspiele. Ein wahrhaft bewegtes Leben, als der Martberg noch fest in keltischer Hand war. Viel Beifall belohnte die professionelle Theatertruppe für ihre hart an der Historie agierende Vorstellungen. Es stimmte einfach alles: Bis ins kleinste Detail hatte man sich vorbereitet. „Wir hoffen, dass wir damit unseren Freunden von Kultur und Historie auf dem Martberg beste Unterhaltung geboten haben“, betonte Ortschef und Vorsitzender des Vereins „Pommerner Martberg“ nach der meisterlichen Vorstellung. Auch künftig sollen des Öfteren solche Events geboten werden. Noch lange blieb man zusammensitzen, um diese einmalige Szeneria auf sich wirken zu lassen.
