Kabarettabend auf der röhrig-Kulturbühne
Lioba Albus ließ an Männern kein gutes Haar
Künstlerin lief zur Höchstform auf
Treis-Karden. Ihre Programme tragen provokante Titel: „Pottsäue“, „Germany´s next Top-Trottel“, „Erfolgreich scheitern“, „Wenn Männer zu viel liegen“ oder eben „Von der Göttin zur Gattin“. Letzteres präsentierte Lioba Albus sehr zum Vergnügen der rund 200 Zuschauer auf der Kulturbühne im Bauzentrum röhrig. Die Kabarettistin aus Attendorn im Sauerland, die den Beinamen „Wortvulkan“ nicht zu Unrecht trägt, erntete kraft ihrer Schlagfertigkeit, ihres Wortwitzes und der Verwandlungsfähigkeit viel Begeisterung. Als Mia Mittelkötter erlebt sie, elegant mit schwarzem Wickelrock und silberfarbenen Strickblazer, mit ihrem Ehemann Gustav alle Höhen und Tiefen des Ehelebens. Während sie aktiv im Leben steht, sitzt Rentner Gustav von morgens bis abends im Sessel und schaut fern. Sein Temperament hält sich in Grenzen, wenn auch die Sauerländer, so Lioba Albus „als die Kubaner Westfalens“ gelten. Vom Verhältnis der Männer zu Frauen, von Pinkelritualen und Denken als Ganzkörperprozess für Männer, weiß Mia ein Lied zu singen. Ihr Repertoire reicht von der Schöpfungsgeschichte, bei der sie an den Männern kein gutes Haar ließ, über Ehekrieg bis hin zu Fußballgeschichten, Salsa-Tanzen und erotischen Abenteuern. Die Kabarettistin aus Dortmund, die im Fernsehen ebenso bekannt ist wie auf den Bühnen Deutschlands, gibt aber auch beiden Geschlechtern Saures. Lachtränen liefen, als Lioba Albus über das aufregende Thema „Pippi-Machen“ reflektierte. Die Unterschiede bei Mann und Frau wurden fein herausgearbeitet, wobei Urinieren beim Herrn der Schöpfung eher Markieren des Reviers bedeutet und Frauen den Gang zur Toilette mehr als soziales Gruppentreffen verstehen und entsprechend lange auf dem Örtchen verweilen. Ihr Gefallen an farbigen Fußballspielern, Muskelpaketen und Waschbrett-Bäuchen und die Erlebnisse mit fremden Männern beim Salsa-Tanzen gaben tiefe Einblicke in das Intimleben der Künstlerin, diesmal mit blonder Mähne und Minirock, wobei Lioba Albus durch Mimik und Gestik meisterhaft in verschiedene Rollen schlüpfte. Fast ohne Requisiten kam die ausgebildete Schauspielerin in Treis aus, sieht man von zwei Perücken, einer Handtasche und einem Paar knallroter Schuhe mit atemberaubenden Plateauabsätzen ab. Die kabarettistische Kalorienbombe aus dem Ruhrpott kam auf der röhrig-Kulturbühne bei den Zuschauern bestens an, servierte ihre Zugabe gleich im Anschluss an das zweistündige Programm und freute sich sichtlich über die gute Resonanz beim Publikum. Hans Peter Röhrig beglückwünschte sie am Ende des Abends und überreichte Blumen und Wein unter tosendem Beifall als kleine Aufmerksamkeit.
Hans Peter Röhrig wurde wie einige Zuschauer mit in die Handlung einbezogen. Am Ende gab es Blumen und Wein für die Künstlerin.
