Engerser Convent ergreift Initiative
Caesar-Büste wieder aufgestellt
Engers. Nachdem im Februar diesen Jahres die vom Verein Engerser Convent in den Rheinanlagen von Engers aufgestellte Bronzebüste von Gaius Julius Caesar offensichtlich von Metalldieben aus ihrer Verankerung herausgebrochen und abtransportiert wurde, wurden im Vorstand des Kultur- und Heimatvereins Überlegungen angestellt, wie dieser Schaden behoben werden könne:
Mit dieser Büste und einer Gedenktafel wollte der Verein an den zweiten Rheinübergang des Feldherren im Jahre 53 v. Chr. erinnern, der nach Ansicht der archäologischen Abteilung des Landesmuseums auf der Festung Ehrenbreitstein aller Wahrscheinlichkeit nach am Urmitzer Werth stattgefunden hat.
Rheinüberquerung
Während der erste Rheinübergang im Jahre 55 v. Chr. auf dem heutigen Neuwieder Gelände stattfand, betrat er beim zweiten Übergang Engerser Gemarkung. Er wollte mit diesen Aktionen die rechtsrheinisch lebenden Germanen strafen, die auch immer wieder im linksrheinischen, von den Römern besetzten, Gallien Überfälle durchgeführt hatten. Diese Maßnahmen von Caesar blieben leider erfolglos, weil die germanischen Stämme sich in die Höhen des Westerwaldes zurückgezogen und dort versteckt hielten. Aber sie so können im Zusammenhang mit dem später errichteten Limes gesehen werden. Diese beiden Rheinübergänge, hat Caesar auch in seiner Kriegsberichtserstattung ‚De Bello Gallico‘ ausdrücklich aufgeführt und finden auch in allen Biografien über den Feldherren Erwähnung.
Diebe konnten noch nicht gefasst werden
Die vom Engerser Convent bei der Polizei erstattete Anzeige des Diebstahls der Büste blieb leider erfolglos, sodass der Verein Überlegungen anstellen musste, wie die Nische, in der sie am Rhein aufgestellt war, wieder gefüllt werden konnte.
Hierzu stand noch die Marmorbüste, von der seinerzeit die Gießerei Pelikan in Bendorf-Mülhofen den Bronzeabguss gefertigt hatte, zur Verfügung. Der Verein hatte sie von einem Sammler aus München erworben, der sie aus Italien mitgebracht hatte. Eine Arbeitsgruppe, unter der fachmännischen Leitung von Vereinsmitglied August Kreyenborg, sowie Axel Kalb und Franz Rittel hat nun die Nische wieder hergerichtet und mit einer Panzerglasscheibe versehen. Dort hat nun die Marmorbüste ihren Platz eingenommen und kann die Besucher der Rheinanlagen daran erinnern, dass ein Datum der Weltgeschichte an Engers festgemacht werden kann.
Kleine Feierstunde
Zu einer kurzen Feierstunde hatte der Engerser Convent an den Standort am Rhein eingeladen und Vorsitzender Josef Kretzer freute sich, dass hierzu auch Ortsvorsteher Dieter Neckenig, sowie die Stadtratsmitglieder Henning Wirges (SPD und Alfons Kessler (FDP), sowie Vertreterinnen und Vertreter der Engerser Vereine gekommen waren. Als Heimatverein nimmt sich der Engerser Convent auch den Anliegen, die den Stadtteil betreffen an und nutzt die reiche historische Vergangenheit von Engers, um sich im Reigen der Neuwieder Stadtteile wirkungsvoll zu positionieren.
