Allgemeine Berichte | 29.11.2012, 11:39 Uhr

Demonstration gegen niedrige Milchpreise

Milchbauern aus der Region trafen sich mit ihren Schleppern in Dierdorf und fuhren Richtung Brüssel

Mit Vollgas ging es nach Brüssel.WT
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Dierdorf. In diesen Tagen stehen Entscheidungen in Brüssel an, die auch unsere Region betreffen. Die Milchquotierung und Reglementierung der Produktionsmengen läuft 2015 aus. Landwirt Oliver Koch aus Harschbach ist Kreisteamleiter des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter sagte zu der momentanen Situation: „Es zeichnet sich tatsächlich langsam eine Markterholung ab. Die Molkereien konnten immerhin bei den Discountern um neun Cent höhere Trinkmilchkontrakte abschließen. Um diesen Preis stiegen am 1. November die Milchpreise. Und doch bleibt für die Milcherzeuger viel zu wenig übrig. Arla Food beispielsweise hat angekündigt, den Bauern für den Liter Milch gerade mal einen Cent mehr als bisher zahlen zu wollen. Vielleicht werden es für den einen oder anderen Bauern auch zwei Cent mehr pro Liter. Damit können wir unsere Verluste nicht einmal annähernd ausgleichen.“

Oliver Koch weiter: „Für uns ist besonders ärgerlich, dass beim Verbraucher suggeriert wird, dass die Bauern deutlich mehr Geld erhalten, weil die Milch teurer geworden ist. Dass sich die von den Milcherzeugern erzielten Preise schon bisher auf einem skandalös niedrigen Niveau befanden und jetzt kaum höher liegen, bleibt dabei völlig unberücksichtigt.“

Die Milchbauern aus den Kreisen Neuwied, Altenkirchen und Westerwald haben sich entschlossen, für die große europäische Schleppersternfahrt zu mobilisieren, die am 26./27. November 2012 in Brüssel mit einer Kundgebung vor dem EU-Parlament endet.

Wie in ganz Deutschland und auch in den europäischen Nachbarländern starteten Milchbauern auch in unserer Region am vergangenen Sonntag mit ihren Schleppern und fuhren Richtung Brüssel. Auf dem großen Parkplatz am Dierdorfer Schlossweiher sammelten sich am Vormittag insgesamt 52 Traktoren, um dann gemeinsam Richtung Prüm in die Eifel zu fahren. Dort wurde übernachtet und dann ging es mit weiteren Bauern aus der Eifel Richtung Brüssel. Von Dierdorf aus beträgt die Strecke bis nach Brüssel 450 Kilometer.

Im Moment bekommen die Bauern angabegemäß 31 Cent für den Liter Milch. Wenn nach dem Willen des Europäischen Parlaments bald die Milchmengenbegrenzung wegfällt, dann befürchten die Milchbauern, dass Großerzeuger den Markt überschwemmen.

Auch die Landwirte in unserer Region ahnen, dass sie dann nicht mehr existieren können. In Dierdorf war zu hören: „Wir fühlen uns von den großen Verbänden nicht mehr gut vertreten.“ Aus diesem Grund organisierten sie die Milchproduzenten jetzt im kleinen Kreis und starteten nach Brüssel.

WT

Mit Vollgas ging es nach Brüssel.Foto: WT

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