Bürgerinitiative Nothilfe Burbach in Thalhausen gegründet
„Die Natur braucht einen Anwalt“
Thalhausen. Seit Anfang Oktober 2012 treten an der Burbachquelle in Thalhausen Silagesickersäfte aus, die zur Verunreinigung der darunter liegende Gewässer führen. Als Ursache hierfür konnte schließlich die oberhalb gelegene Bioenergieanlage identifiziert werden.
Im Anschluss an die Informationsveranstaltung der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord und der Kreisverwaltung Neuwied über den aktuellen Stand der Maßnahmen zur Bekämpfung der Verschmutzung des Burbaches hat sich in Thalhausen eine Bürgerinitiative gegründet. 80 Bürger haben sich in der Bürgerinitiative (BI) „Nothilfe Burbach“ zusammengeschlossen. Zehn Bürger hatten sich im Vorfeld getroffen und zur Gründung einer BI in einem Flugblatt aufgerufen. Friedhelm Kurz ergriff zunächst das Wort und stellte klar: „Wir sind keine Gegner der erneuerbaren Energien.“
Er stellte die Ziele der BI dar und meinte zunächst: „Die Natur schweigt, wenn sie geschädigt wird. Die Natur braucht einen Anwalt.“
Die Gruppe will gegen die Gewässerverunreinigung des Burbachs und der nachfolgenden Gewässer kämpfen. „In unserem Bach soll wieder sauberes Wasser laufen“, ist die zentrale Aussage der neuen Gruppe. Über eine eigene Homepage sollen die gemessenen Werte und die Entwicklung der Wasserqualität verständlich dargestellt werden. Ferner sollen dort fortlaufend über den aktuellen Stand der Aufklärung unterrichtet werden. Es soll eine wesentlich bessere Information der Bürger als bisher erfolgen. Einmal in der Woche ist ein Gewässer-Monitoring geplant. Weiterhin will sich die Gruppe für die Sanierung des ersten Teiches einsetzen, der auch Schaden genommen hat.
Ein wichtiges Ziel der neuen Gruppierung ist es die finanziellen Mittel vom Betreiber zu bekommen, um die Sanierung und Regenerierung des Burbachs und teils der nachfolgenden Gewässer vornehmen zu können. Dirk Gerber, Geschäftsführer der Biogasanlage Anhausen, hatte in der Informationsveranstaltung zugesagt, dass seine Gesellschaft dies finanziell unterstützt.
Vertreten wird die Gruppe durch Jutta Döring als Sprecherin, stellvertretend stehen ihr Jürgen Heinze, Armin Neuss und Friedhelm Kurz zur Seite. Die Schriftführung liegt bei Kerstin Mäurer und die Finanzen verwaltet Claudia Retterath. Ortsbürgermeister Volker Lemgen und der Isenburger Bürgermeister Werner Schüler unterstützen die BI. Volker Lemgen ließ auch wissen, dass die Gemeinde sich mittlerweile anwaltlich beraten lässt.
Die BI tat kund, dass es Deutschlandweit schon zu einer ganzen Reihe von Störfällen mit Sickersäften und Gülle gekommen ist. Nachzulesen sei dies im Internet unter www.initiativen-mit-weitblick.de. Hier sind die Störfälle chronologisch aufgelistet.
