Dorfmoderatorin hatte für Dierdorf-Brückrachdorf zahlreiche Tipps auf Lager
Gute Ideen für einen lebenswerten Ort
Etwa 50 Bürger lauschten in der Sängerhalle den Vorschlägen von Kerstin Fischer – nun steht Realisierung an
Dierdorf-Brückrachdorf. Etwa 50 Bürger waren zur Dorfmoderation in die Brückrachdorfer Sängerhalle gekommen, um sich Ideen zu holen, wie der Dierdorfer Stadtteil attraktiver werden kann. Nach finanziellen Zusagen verschiedener Verwaltungen wurde das Planungsbüro Dittrich aus Neustadt mit Dorferneuerungsvorschlägen beauftragt. Dorfmoderatorin Kerstin Fischer stellte in Anwesenheit von Mitgliedern des Brückrachdorfer Bürgerstammtischs und Ortsbeirats die Ergebnisse ihrer Arbeit in einer Powerpointprojektion einem breiten Publikum vor. Da ging es zuerst um Planungsprozess, Bestandsanalyse, Konflikte sowie Ursachen und Zusammenhänge. In der gemeinsamen Diskussion sollen dann Schwerpunkte festgelegt und Ideen und Lösungsansätze vorgetragen werden.
„Durch die Dorfmoderation können Tore für Ideen und Veränderungen geöffnet werden“, sagte Kerstin Fischer in ihrem Vortrag und weiter: „Es muss klar sein, wer was macht. Jemand müsste, sollte, könnte, das hilft meistens nicht weiter. Je mehr jeder Einzelne dazu beiträgt, umso eher werden Ideen Realität“, unterstrich die Rednerin.
Der Einsatz der Bürger soll freiwillig sein, Freude machen und eine Wertschätzung durch die Gemeindeleitung und die Bevölkerung erfahren, forderte die Dorfmoderatorin. Themen in Brückrachdorf seien Kinderspielplatz, Verkehrsberuhigung, Grün im Ortsbild, Erholung, Ortsbild und bei der Infrastruktur ÖPNV und Gastronomie.
„Die Plangrundlage ist seit Juli bei Ortsvorsteher Thomas Kreten“, versicherte Kerstin Fischer und erklärte, dass Zuwendungen von 30 Prozent nur bewilligt werden, wenn die förderfähigen Ausgaben für Einzelvorhaben mindestens 7700 Euro betragen. „Eigenleistungen werden auch anerkannt, sind jedoch schriftlich nachzuweisen“, betonte sie. Die Brückrachdorfer Jugend steht schon in den Startlöchern, um den Nebenraum in der Sängerhalle mit Möbeln und Couchecken aus Paletten in einen Jugendraum umzugestalten. Beim Kinderspielplatz wurde bereits einiges verwirklicht, unter anderem eine neue Wippe.
„Kurz-, mittel- und langfristig“
„Das Dorferneuerungsprogramm ist eine Richtschnur für kurzfristig, mittelfristig und langfristig. Denn es werden auch Sachen genannt, die heute noch nicht realistisch sind“, gab Kerstin Fischer zu Bedenken.
Dazu gehört die Umgestaltung des Alexanderplatzes, bei der der Landesbetrieb Mobilität mitzureden hat. So auch eine Verkehrsberuhigung und Radarkontrollen. Die Dorfmoderatorin gab den Tipp, auf Privatgrundstücken an 30er-Zonen Schilder mit kindgerechten Figuren und der Zahl 30 aufzustellen. „Das darf jedoch nicht aussehen wie ein Verkehrsschild“, führte sie aus.
Kerstin Fischer ist angetan von den schönen alten Laubbäumen im Ort. Der Platz mit dem Gedenkstein sollte freundlicher gestaltet werden. Denn es gibt eine Mahntafel, auf der der Name eines jeden im Ersten Weltkrieg gefallenen Brückrachdorfers steht. „Nächstes Jahr ist 2018 und Kriegsende vor 100 Jahren. An den Gedenkstein sollten zwei Bänke hin, damit der Platz anfängt zu leben“, riet sie. „Es gibt zwar viele Pferde- und Hundebesitzer im Dorf, aber es fehlen ein kurzer Rundweg und die Querung des Holzbachs“, war der Dorfmoderatorin aufgefallen. Brückrachdorf sollte sich anhängen an die ausgeschilderten Wanderwege der Nachbargemeinden, empfahl sie.
Das alte Spritzenhaus müsste erhalten bleiben, obwohl es kein Grundstück hat und innen nur Unterstellmöglichkeiten biete. Die Sängerhalle ist das kulturelle und soziale Herzstück des Dorfs. „Es ist die Frage, ob an der Seite Bedarf für eine zusätzliche Überdachung besteht“, meinte die Dorfmoderatorin. Bei der Infrastruktur von Brückrachdorf fehlen Lebensmittelversorgung und Kneipe, jedoch gebe es mobile Händler und auch Dierdorf sei sehr nah. Als Ersatz für die Kneipe sind die Brückrachdorfer jeden Monat zu einem Bürgerstammtisch in der Sängerhalle eingeladen. Als letzten Punkt empfahl Kerstin Fischer, die alte Bushaltestelle in eine „Buchhaltestelle“ umzubauen.
Allen Anwesenden war klar, dass dies hier ein erster Ideenaustausch war und weitere Zusammenkünfte zur Realisierung einiger Projekte notwendig sind.
HEP
Gute Tipps für einen lebenswerten Ort gab Kerstin Fischer in Brückrachdorf.
