Politik | 10.10.2014

Rüddel mahnt umsichtige Reform der Pflegeausbildung an

Höhere Flexibilität und Kompetenz in den Pflegeberufen

Region. Da in den nächsten Jahren die Zahl der zu Pflegenden zunehmen wird und mit einem Trend zur professionellen Pflege verbunden ist, ist eine Reform der Pflegeausbildung dringend nötig. Der pflegepolitische Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erwin Rüddel, erwartet deshalb „ein schlüssiges Konzept von der zuständigen Bundesministerin Schwesig.“

Zur Generalisierung der Kranken-, Kinderkranken- und der Altenpflege gibt der Pflegeexperte deshalb zu bedenken: „Die Reform muss zu mehr gut ausgebildeten Pflegekräften mit vielfältigen Berufsperspektiven führen.“

Dies müsse u.a. dazu führen, dass Erfahrungen aus der Altenpflege stärker in den Krankenhäusern eingebracht würden, da immer mehr ältere Menschen öfter und länger im Krankenhaus seien und gleichzeitig Erfahrungen der Krankenpflege in den Pflegeheimen, in denen immer mehr multimorbide Patienten versorgt würden.

Die Reform muss ermöglichen, dass alle, die die Ausbildung abgeschlossen haben, auch in allen Bereichen eingesetzt werden können. Durch die höhere Flexibilität möchte Rüddel eine längere Verweildauer im Beruf erreichen. Die Kompetenzen in den Gesundheitsberufen sollten gestärkt und den Pflegefachpersonen mehr Verantwortung anvertraut werden. Hierdurch würde nicht nur die Versorgung der Pflegebedürftigen verbessert, sondern auch die Pflegeberufe durch das Abrufen ihrer Kompetenzen gestärkt und die Ärzte entlastet. „Frust und Stress werden in der Pflege oft dadurch verstärkt, dass vorhandenes Fachwissen nicht genutzt wird“, so Rüddel.

Die große Herausforderung einer solchen Reform sei es, alle Inhalte in einer dreijährigen Ausbildung unterzubringen und die Qualität der Abschlüsse nicht herabzusetzen. Zudem müsse die Ausbildung so gestaltet werden, dass auch sie weiterhin eine zweijährige Ergänzung zu einer einjährigen Pflegehelferausbildung sein könne.

Zudem forderte der Pflegepolitiker die Bundesländer, in denen die Auszubildenden nach wie vor Schulgeld bezahlen müssen, auf, die Kosten für die Altenpflegeausbildung zu übernehmen. „Es darf nicht sein, dass in einem Mangelberuf bei mäßiger Vergütung und höchsten Qualitätsansprüchen junge Menschen auch noch Geld für die Ausbildung zahlen müssen“, so der Abgeordnete. „Hier erwarte ich von Bundesministerin Manuela Schwesig, dass entsprechender Druck auf die Länder verschärft wird.“

Zudem müssen zur Qualitätssicherung und der Möglichkeit der Delegation von medizinischen Leistungen die Ausbildungsinhalte für den neuen Pflegeberuf in allen Bundesländern einheitlich sein. Erwin Rüddel hofft, dass bald eine entsprechende Initiative vom Familienministerium vorgelegt wird.

„Wir erhöhen in der nächsten Zeit die Leistungsansprüche um mehr als 20 Prozent. Diese Leistungen müssen auch von gut ausgebildeten und motivierten Pflegekräften erbracht werden können.“

Pressemitteilung

Erwin Rüddel, MdB

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