Markus Barth sorgte für Unterhaltung im Hotel „Zur Post“
„Ich mache das nicht mehr mit“
Waldbreitbach. Er ist Mitte 30 und scheinbar fertig. Also zumindest mit Dingen, die ihm zu viel abverlangen und die nichts bringen. „Ich mache das nicht mehr mit“, so seine Reaktionen auf Internetwerbung und den täglichen News aus Boulevardzeitungen. „Ich habe seit drei Jahren keine Bild-Zeitung mehr gelesen, das ist Heilfasten für den Kopf.“ „Ganz Waldbreitbach ist im Krippenfieber, nur ein kleiner Saal, der ist im Kabarettfieber“, begrüßte Hotelier Jürgen Grünwald zu Beginn. Und mit Markus Barth kam dann Besuch aus Köln, der wie viele seiner Kollegen, die in der guten Stube des Hotels „Zur Post“ auftreten, aus dem Stand in Freiburg verpflichtet wurden. Markus Barth präsentierte sein Programm „Mitte 30 und noch nicht mal auferstanden“ und dieser Name hielt, was er versprach. In den 15 Jahren, in denen der gebürtige Franke nun in Köln wohnt, wurden ihm besonders die „3 K“ wichtig, das sind Kölsch, Klüngel und Karneval. Dabei hat Köln alles, was eine Großstadt auszeichnet, so mit der U-Bahn auch ein gescheitertes Großprojekt. „Ich bin heute sensationell gut gelaunt, da müsst Ihr nun durch.“ Die wichtigste Frage - gleich zu Beginn - „nein.“ - Er ist nicht mit namensähnlichen Künstlern verwandt, was man eventuell vermuten könnte. Barth kennt die Welt und die Fragen der Gesellschaft: „Scheißegal, wann man seinen Bachelor macht, die Welt braucht mehr Taxifahrer. Ich brauche bitte einen ehemaligen Sportstudenten, wir haben Gepäck.“ Mit Mitte 30 hat man schon Einiges erlebt, weiß er, und der Körper verändert sich „man steckt´s immer an den falschen Stellen weg. Man muss immer mehr Alkohol trinken, damit man´s auch merkt, ich trink doch Alkohol nicht zum Spaß.“ Der ganze Fitnesswahn mit immer neuen Angeboten geht ihm auf den Keks: „Zumba-Kurse in Wipperfürth sind wie Dessous-Partys im Taliban. Die Deutschen haben das Tanzen nicht erfunden, sie bestehen zu 70 Prozent aus Wasser und der Rest ist Betonhüfte. Dabei fahren die Leute mit dem Aufzug ins Studio und stellen sich dann eine halbe Stunde auf den Stepper. Steht das in der Bibel? Dass ich joggen soll: Wenn Du 30 Jänner zählst, wande Dich seltsam und irre sinnlos umher?“ Der ehemalige „friedensbewegende Öko-Teenager“ lebt mit seinem Mann seit sechs Jahren in einer „verpartnerten“ Lebensgemeinschaft. „Wir sind seit zehn Jahren zusammen, umgerechnet sind das etwa 70 Heterojahre.
Wir besitzen eine atmungsaktive Käsebox von Tupperware, also wenn wir keine traditionelle Ehe sind …“ Vegetarier zu werden, das schafft er nicht mehr: „Ich habe es schon oft versucht, es kommt mir immer was dazwischen, meistens Fleisch.“ Und zum Schluss gibt er seinen Zuschauern noch einen guten Tipp mit auf den Heimweg: „Habt Spaß. Macht mal wieder was Verrücktes. Zum Beispiel einen Flitzer beim Stierkampf, geht ins Phantasialand und nehmt eine Schraube mit …“ Das war ein fröhlicher Adventauftakt im Krippen- und Weihnachtsdorf, der kleine Saal hat eben ganz besondere Anreize.
