Marc Hagenbeck faszinierte mit seiner Show „R(h)ein mental“
Im Bann der mentalen „Zauberei“
Dierdorf. Mit seinem Programm „R(h)ein mental“ faszinierte der Isenburger Mentalist, Zauberer und Hypnotiseur Marc Hagenbeck seine Zuschauer. Karl-August Heib begrüßte im Namen des Kulturkreises Dierdorf und des Stadtbürgermeisters Thomas Vis die Anwesenden in der Alten Schule Dierdorf. Er versprach einen besonderen und spannenden Abend mit Überraschungen. Damit hatte er nicht zu viel versprochen. Für Marc Hagenbeck stellte die Alte Schule einen besonderen Bühnenort dar, weil er in ihr bereits viel Lebenszeit verbracht hat. Er wohnte als Kind in Dierdorf und sang im gemischten Frauen- und Kinderchor mit. Dann lernte er Klarinette spielen bei Richard Seuferle und wurde Mitglied im Dierdorfer Musikverein. Alle Proben fanden in der Alten Schule statt. Später spielte er an diesem Ort sogar mit seiner eigenen Band. Eine im Halbdunkel mystisch leuchtende Flaschenpost gab der Künstler in die Obhut einer Zuschauerin. Beide sollten später im Programm noch eine Rolle spielen. Ein Spiel, das er von seinem geliebten Großvater gelernt hatte, spielte der Mentalist mit einer Zuschauerin auf der Bühne. Tatsächlich wusste Hagenbeck immer, in welcher Hand die Besucherin eine Münze versteckt hielt. Wie Opa beim kleinen Marc, hatte dieser der Dame „an der Nasenspitze angesehen“, dass sie die richtige Wahl war. Tatsächlich beruhte sein Wissen auf dem Lesen von Körpersprache und der Anwendung von statistischen Erkenntnissen. Liebevolle Erinnerungen an den Großvater und dessen kreative Gedankenwelt bildeten den Rahmen für Spiele und Phantasiereisen mit dem Publikum. Die Gedanken einer Zuschauerin konnte Hagenbeck nachzeichnen. Die Spielzeugauswahl zweier Männer war für den Gedankenleser ebenso vorhersehbar wie die Wörterauswahl zweier Zuschauerinnen aus einem Buch. In der rätselhaften Flaschenpost fand sich zur Verblüffung aller ein identisches Bild zu dem, das ein junger Mann auf dem Flipchart gestaltet hatte. In einer Show-Sequenz zum Thema „Lügen“ ordnete der Mentalist fünf Zeichnungen eindeutig ihren Produzenten zu. Was wäre, wenn ich Fehler des Lebens korrigieren könnte? Warum konnte ich das nicht vorhersehen? Diese Grübeleien führten Hagenbeck zum Trainieren seiner hellseherischen Fähigkeiten. In der Show war er dann in der Lage, mit verklebten und verbundenen Augen Gegenstände von Besuchern nur durch die Berührung des Handgelenks eines Gastes zu erkennen. Für viel Verblüffung sorgte die Kerzenzeremonie, bei der ein Ehepaar die beiden Kerzen mit den roten Herzen auf der Unterseite in den Händen hielt. Kette und Ring seiner Großmutter symbolisierten Hagenbecks Resümee: „Es ist egal, wer du bist und wer du warst. Entscheidend ist, wer du morgen sein wirst“. Als Zugabe übte der Mentalist mit seinen Zuschauern in einer lustigen Memo-Technik die Liste der letzten zehn Präsidenten der USA ein.
