Einbürgerungsfeier im Kreishaus Neuwied
Ministerin Alt und Landrat Kaul begrüßten 35 „neue Deutsche“
Neuwied. Mit einem „Herzlich Willkommen“ und einem „Herzlichen Glückwunsch“ machte Irene Alt, Ministerin für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen, vergangenen Dienstag fünfunddreißig Menschen zu deutschen Staatsbürgern. Rund 2.500 Menschen waren es, die in den vergangenen zehn Jahren im Kreis Neuwied die deutsche Staatsbürgerschaft annahmen. Der Landrat hatte zur Einbürgerungsfeier in den Prinz Maximilian zu Wied Saal geladen. Der Saal hat Geschichte. Kein geringerer als der spätere US Präsident Franklin D. Roosevelt hatte hier nach dem ersten Weltkrieg für ein paar Tage als Militärattaché gewirkt. In dem feierlichen Festakt bekamen die Neubürger ihre Staatbürgerschaft in Form einer Urkunde und dazu das Grundgesetz der Bundesrepublik überreicht. „Dies ist bereits die dritte Einbürgerungsfeier in diesem Jahr“, berichtete Rainer Kaul. Der Landrat verriet, dass diese Termine, die er im Namen der Bundesrepublik Deutschland wahrnimmt, für ihn eine besondere Ehre und immer etwas besonders sind. In Anbetracht der aktuellen Flüchtlingswelle, ist der Landrat stolz auf die vorherrschende Willkommenskultur in Deutschland. „Ich finde es toll, dass sie sich entschlossen haben, Deutsche werden zu wollen“, wandte er sich an die Gäste. Manche kamen alleine, andere hatten ihre Familien mitgebracht. Manche Paare ließen sich gleich zu zweit einbürgern. Doppelte Freude hatte eine Familie, die am Morgen die Einschulung der Tochter und am Abend Einbürgerung der Mutter feierte. Rainer Kaul erinnerte die Anwesenden an die wechselvolle Geschichte des deutschen Volkes und das Verschulden zweier Weltkriege. Genau aus dieser Erfahrung sei das Grundgesetz entstanden. Anschließend wandte sich der Landrat mit einer Bitte an die Neubürger. „Bringen sie sich ein. Im Verein, Elternausschuss oder der Schule. Ganz gleich wo. Wir brauchen ehrenamtlich aktive Menschen, um die Gesellschaft wie wir sie schätzen, fortzuführen. Wir sind auf Leute angewiesen, die mitmachen“. Staatsministerin Irene Alt ermunterte die neuen Deutsche, ihre Rechte auf Pflichten ausüben. Besonders wichtig sei es, politisch mitzuarbeiten und zu den Wahlen zu gehen. Rheinland-Pfalz sei ein Einwanderungsland. Mit 27.000 Einbürgerungen in 5 Jahre läge man bundesweit an der Spitze. Rund 300.000 Einwohnerinnen und Einwohner mit ausländischer Staatsangehörigkeit leben derzeit in Rheinland-Pfalz. Die Ministerin bat die Anwesenden, ihre Erfahrung mit der Einbürgerung an andere weiterzugeben, um Vorbild zu sein. Deutscher kann man nach sieben, unter Umständen auch nach sechs Jahren werden. „Weder der Einbürgerungstest noch die geforderten Kenntnisse der deutschen Sprache sind unüberwindliche Hindernisse. So können beide Nachweise bereits durch die erfolgreiche Teilnahme an einem Integrationskurs erbracht werden. Außerdem können bestimmte deutsche Schul- oder Ausbildungsabschlüsse ausreichend sein“, so heißt es in einer Broschüre zur Einbürgerung. Die Festredner erinnerten noch einmal an die neu erworbenen Rechte. So die Freizügigkeit in Deutschland und der Europäischen Union, den Schutz durch die Bundesrepublik bei Auslandsaufenthalten, das aktive/passive Wahlrecht, den Schutz vor Auslieferung an einen anderen Staat und das Recht der freien Berufswahl (z.B. Beamte), ein freies Niederlassungsrecht (Ärzte) und das Recht der Gewerbefreiheit. Nach den Festreden, wurde es ernst. Die Gäste legten ein feierliches Bekenntnis zur Bundesrepublik ab. Rainer Kaul und Irene Alt überreichten im Anschluss die Urkunden. Mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne, musikalisch begleitet von Schülern der Musikschule Neuwied, klang die Einbürgerungsfeier aus. -FF-
35 Bürgerinnen und Bürgern erhielten vergangene Woche die deutsche Staatsbürgerschaft im Kreishaus .Fotos: FF
Unter anderem die Musikschule der Stadt Neuwied umrahmte die Einbürgerungsfeier musikalisch.
Staatsministerin Irene Alt weilte in Neuwied, um die Einbürgerung vorzunehmen.
