Thomas Kahler
Mit Leidenschaft zu den Sternen
Thomas Kahler blickt auf eine bewegte Fußballkarriere zurück
Oberraden. Noch sehr genau erinnert sich der heutige Spielertrainer der SG Ellingen, Thomas Kahler, an seine ersten Begegnungen mit dem runden Leder auf dem Ascheplatz. Sein Vater, Rolf Kahler, war zu der Zeit noch aktiver Spieler in Ellingen und nahm seinen Sohn Thomas oft mit. Mit sechs Jahren fing der kleine Thomas in der damaligen E-Jugend in Ellingen unter dem damaligen Trainer Robert Voigtmann, der mittlerweile leider verstorben ist, an Fußball zu spielen. „Ich war immer der Kleinste und hatte Probleme mit den Trikots. Die waren sehr lang“, erzählt Thomas Kahler. In der D-Jugend war dann Gerd Krämer sein Trainer. Krämer trainiert noch heute die D-Jugend und die beiden Trainerkollegen tauschen sich jetzt regelmäßig aus. Die soziale Komponente steht noch heute in der D-Jugend, genau wie damals, beim SV Ellingen im Vordergrund. Als Thomas Kahler dann in die C-Jugend kam, musste er eine erste Richtungsentscheidung treffen. Zu der Zeit spielte der junge Kahler noch Tischtennis. Beides ging nicht mehr, zumal die Ellinger C-Jugend damals in der höchsten Spielklasse mitmischte. Der Fußball gewann die Entscheidung.
Frühe Karriere
In der B-Jugend bekam „Tommy“, wie ihn seine Freunde nennen, schon die ersten Angebote aus Koblenz und Eisbachtal, die in höheren Spielklassen unterwegs waren. „Mir war wichtiger im Freundeskreis zu bleiben, deshalb blieb ich in Ellingen. Damals hatten wir in der Mannschaft viele Türken. Dies war schon etwas Besonderes die südländische Mentalität kennenzulernen“, meint Kahler rückblickend.
Als Kahler dann in die A-Jugend kam, hatte Ellingen mit Daufenbach, Willroth, Bonefeld und weiteren Vereinen eine große Spielgemeinschaft. Hier hat er dann auch zum ersten Mal auf einem Rasenplatz gespielt. Trotz toller Mannschaft und sehr guter Kameradschaft konnte der heranwachsende Tommy dem damaligen Lockruf von Eisbachtal nicht widerstehen. Er wechselte und spielte fortan mit Eisbachtal in der höchsten deutschen Spielklasse. Unter anderem mit Roman Weidenfeller und Antonio Da Silva in einer Mannschaft. Rückblickend erinnerte sich Thomas Kahler: „Es war für mich die schwierigste Zeit, ich habe mich nicht voll auf Fußball konzentriert. In dieser Phase habe ich die Chance auf höhere Ziele vertan.“
Nach der A-Jugend ging es zurück nach Ellingen, dort hat er dann in der ersten Mannschaft in der A-Klasse gespielt. Den damaligen Trainer Peter Kossmann hatte Kahler zu dem Zeitpunkt nicht verstanden und wechselte in der darauf folgenden Saison zum B-Ligist Waldbreitbach. Dort war sein Vater Rolf Kahler Trainer. „Mein Vater hat mir die Augen geöffnet, nach nur einem halben Jahr war ich wieder auf meinem Leistungsstand, den ich in der A-Jugend schon einmal hatte.“ Thomas Kahler entwickelte sich zum Leistungsträger in Waldbreitbach. Die Mannschaft stieg in die A-Klasse auf und direkt weiter in die Bezirksliga. In den zwei Jahren schoss Tommy rund 60 Tore für den Verein. Danach ging es wieder zurück nach Ellingen, dort stieg er mit der Mannschaft in die Landesliga auf. „Es war schon ein super Gefühl drei Jahre in Folge aufzusteigen“, sagt Thomas Kahler.
In der Oberliga
Dann konnte Kahler dem erneuten Ruf aus Eisbachtal, die seinerzeit Oberliga spielten, nicht widerstehen. Dort wurde vier Mal die Woche trainiert. Die ersten drei Monate saß er nur auf der Bank, dann hatte er es in die Stammelf geschafft. Die Weiterentwicklung begann und Tommy sah was ein Team ist. „Die Zeit hat mich zu dem Punkt gebracht, was ich heute als Trainer praktiziere“, verrät Kahler. Mitten im zweiten Jahr hatte Eisbachtal Zahlungsprobleme und in der Winterpause mussten etliche Spieler den Verein verlassen, darunter auch Kahler. Mit vier Mitspielern ging es zum SV Engers, der auf einem Abstiegsplatz rangierte. Direkt im ersten Spiel schoss Kahler das entscheidende 1:0 zum Sieg und am Ende der Saison, im letzten Spiel, war der Klassenerhalt in der Oberliga geschafft. Im zweiten Jahr gab es in Engers einen neuen Trainer, mit dem Kahler viele negative Erfahrungen machte, aber auch gelernt hat, „so mache ich es heute nicht“. Ein Wechsel war unvermeidlich. An sich war mit Eintracht Bad Kreuznach schon alles klar, als ein Anruf aus Roßbach kam. Der SV Roßbach hatte ein gutes Konzept, was Kahler überzeugte. Obwohl Roßbach eine Klasse tiefer als Bad Kreuznach spielte, ging er zum SV Roßbach. Mit Roßbach gab es viele Erfolge, Meisterschaft, Aufstieg, DFB-Pokal, um nur die Wichtigsten zu nennen. „Dort habe ich auch den Trainer gefunden, der mich für meine heutige Position als Trainer geprägt hat.“ Noch etwas hat das Leben von Thomas Kahler ganz entscheidend in Roßbach „geprägt“. Er lernte dort seine heutige Ehefrau kennen. Sie arbeitete als Physiotherapeutin beim SV Roßbach. Nach sieben Jahren beim SV Roßbach zwang eine schwere Knieverletzung Kahler zum Ausstieg. Ein Spielen auf solch hohem Niveau war nicht mehr möglich. Er hatte sich in Ellingen bei der SG fit gehalten. Sein Vater Rolf war zu der Zeit dort Trainer und hatte personelle Sorgen. Um seinem Vater zu helfen, hat Thomas wieder angefangen zu spielen. Ellingen spielte zu der Zeit A-Klasse. In dem Jahr wurde Ellingen nur Zweiter. Das Team hatte den Aufstieg im letzten Spiel vergeigt. „Es war meine größte Enttäuschung“, verrät Kahler.
"Ich wurde im darauf folgenden Jahr Spielertrainer und habe eine komplett neue Mannschaft mit Spielern aus der näheren Umgebung aufgestellt. Die ersten vier Auswärtsspiele gingen unter Thomas Kahler verloren, aber dann kam die Mannschaft auf die Siegerstraße und war nicht mehr zu bremsen. Es ging in die Bezirksliga und dort im ersten Jahr auf Platz zwei. Thomas Kahler wechselt sich heute nur noch ab und zu ein und dann nur für die Schlussphase, um der Mannschaft Sicherheit oder Impulse zu geben.
Der Leitsatz von Thomas Kahler als Trainer ist: „Leidenschaft geht immer vor Qualität.“ Man darf gespannt sein, wo die Leidenschaft die SG Ellingen noch hinführt.
Thomas Kahler mit seinem Lieblingsbild, das die unterschiedlichen Stationen seiner Karriere zeigt. Freunde haben es ihm zum Geburtstag geschenkt.
Thomas Kahler (3. von links kniend) in der Jugendmannschaft.. Fotos: WT
