Allgemeine Berichte | 29.11.2013

Tuberkulosefachleute tagten in Neuwied

Nach wie vor eine tödliche Gefahr

Bakterium ist auch in Europa noch nicht ausgerottet - Infektionsrisiko wird häufig unterschätzt

Mitarbeiter der Tuberkuloseberatungsstelle des Gesundheitsamtes Neuwied und Referenten (v. l.): Dr. Lena Fiebig, Beate Kölb, Dr. Jörg Groth, Dr. P. Nicolay, Larissa Rieken, Dr. Ansgar Rieke, Dr. Hilde Hamm. privat

Neuwied. Experten aus den Tuberkuloseberatungsstellen der Gesundheitsämter aus ganz Rheinland-Pfalz und auch aus benachbarten Bundesländern hatten sich in Neuwied zur jährlichen Tuberkulose-Fachtagung eingefunden. Die Tagung fand in diesem Jahr bereits zum 13. Mal statt.

Entgegen der Annahme, die Tuberkulose sei so gut wie besiegt, ist sie heute die weltweit tödlichste bakterielle Infektionskrankheit. Hauptursache für die weltweite Tuberkulosesituation und für die Schwierigkeiten bei der Elimination der Tuberkulose sind die TBC-HIV-Koinfektionen und das zunehmende Auftreten resistenter Tuberkulosebakterien. Daneben spielen demografische Faktoren wie Bevölkerungswachstum und zunehmende Lebenserwartung sowie eine vielerorts schlechte medizinische Versorgung eine Rolle.

Trotz der noch positiven epidemiologischen Entwicklung in Deutschland sind die Folgen des weltweiten Trends spürbar. Grund dafür ist auch die aktuell zunehmende globale Migrationsbewegung.

Der Fokus der Themenauswahl lag in diesem Jahr auf der Koinfektion von HIV/AIDS und Tuberkulose. Weltweit sind circa 1,4 Millionen Menschen mit Tuberkulose und HIV co-infiziert. Dies entspricht 15 Prozent aller Tuberkulosepatienten. In den Ländern des südlichen Afrika, die als Schwerpunkt für HIV-TBC-Koinfektionen gelten, steigt dieser Prozentsatz auf bis zu 80 Prozent aller Erkrankten. HIV und Tuberkulose sind in vielen Ländern der europäischen Region eng mit dem Gebrauch von Injektionsdrogen verknüpft. Stark gefährdet sind außerdem Sexarbeiter, Männer mit gleichgeschlechtlichen Sexualkontakten, Gefängnisinsassen, Obdachlose und Migrantengruppen.

Koinfektion ist die größte Gefahr

Eine HIV-Infektion ist der größte bekannte einzelne Risikofaktor für die Entwicklung einer Tuberkulose. Nach Schätzungen ist ein Drittel der weltweit 40 Millionen mit einer HIV-Infektion lebenden Menschen zugleich mit Tuberkulose infiziert. Bei HIV-Infizierten kommt Tuberkulose mit 50 Mal höherer Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Jahres zum Ausbruch als bei HIV-negativen Personen. Ohne sachgemäße Behandlung sterben zudem rund 90 Prozent der HIV-Infizierten wenige Monate nach einer Ansteckung mit Tuberkulose. Auf dieses Thema ging Dr. Ansgar Rieke, Oberarzt der immunologischen Ambulanz im Kemperhof Koblenz näher ein.

Dr. Lena Fiebig aus der Abteilung für Infektionsepidemiologie des Robert-Koch-Instituts berichtete über ihr Forschungsprojekt zur Prävalenz der HIV-Koinfektion bei Tuberkulosepatienten. In Deutschland sind HIV-Infektionen und die aktive Tuberkulose Krankheiten, die in der öffentlichen Gesundheitsfür- und -vorsorge große Wichtigkeit erlangt haben. Die Meldepflicht nach deutschem Recht führte zur Errechnung von 3,5 neuen HIV-Fällen und 5,3 aktiven TBC-Fällen pro 100.000 Einwohner in 2011.

Die Veranstaltung wurde von Dr. Jörg Groth, beratender Pneumologe des Neuwieder Gesundheitsamtes moderiert.

Pressemitteilung der

Kreisverwaltung Neuwied

Mitarbeiter der Tuberkuloseberatungsstelle des Gesundheitsamtes Neuwied und Referenten (v. l.): Dr. Lena Fiebig, Beate Kölb, Dr. Jörg Groth, Dr. P. Nicolay, Larissa Rieken, Dr. Ansgar Rieke, Dr. Hilde Hamm. Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Imageanzeige
Anzeige Sonderpreis wie vereinbart
Werksverkauf
Sommerbunt Bad Neuenahr-Ahrweiler
Anzeige Jetzt Lavendel pflanzen!
10 Jahre HSH Heizung Sanitär Herschbach in Bad Neuenahr-Ahrweiler
150 Jahre Jubiläum
Jubiläum Krupp Verlag
Empfohlene Artikel
BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 14
55

Jede Woche präsentieren wir Euch einen neuen Schnappschuss aus dem BLICK aktuell-Land. Die Bilder zeigen bekannte Orte, besondere Details oder überraschende Perspektiven aus der Region – doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, was genau zu sehen ist.

Weiterlesen

Die Klinik-Clowns sind eine gut gelaunte Truppe.  Foto: Ralph Kuenzel
39

Koblenz. Wenn Kikki Kichererbse, Willi Grünkohl und Pinki Ringelstrumpf durch die Flure eines Krankenhauses oder Seniorenheims ziehen, verändert sich die Atmosphäre oft innerhalb weniger Augenblicke. Wo eben noch Sorgen, Schmerzen oder Einsamkeit den Alltag bestimmten, erklingen plötzlich Lachen, Gesang oder ein leises Schmunzeln. Die Klinik-Clowns Koblenz sind weit mehr als Unterhaltungskünstler....

Weiterlesen

Weitere Artikel
Ein Fahrzeug fuhr aus bislang ungeklärter Ursache von der Bismarckstraße kommend über die Breitestraße/Beckstraße in die gegenüberliegende Fußgängerunterführung.
5107

Andernach. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Donnerstag, den 09.07.2026, gegen 10:50 Uhr in der Innenstadt von Andernach. Ein Fahrzeug fuhr aus bislang ungeklärter Ursache von der Bismarckstraße kommend über die Breitestraße/Beckstraße in die gegenüberliegende Fußgängerunterführung. Bei dem Unfall wurden mindestens zwei Personen verletzt.BA

Weiterlesen

Symbolbild.
1405

Bonn/Bornheim. Am späten Donnerstagabend, dem 9. Juli 2026, ereignete sich auf der Bundesautobahn 555 in Fahrtrichtung Köln ein schwerer Verkehrsunfall zwischen den Anschlussstellen Bornheim und Wesseling. Ein Pkw kam aus bislang ungeklärten Gründen von der Fahrbahn ab, durchbrach die Leitplanke und prallte gegen mindestens einen Baum. Der Aufprall war so heftig, dass das Fahrzeug in mehrere Teile zerrissen wurde, die anschließend in Flammen aufgingen.

Weiterlesen