Dekanat Rhein-Wied
Neues wagen mit dem Blick auf die Menschen
Rund 50 Personen trafen sich zu einer Diskussionsrunde im Neuwieder Spee-Haus
Neuwied. „Mir ist eine Kirche lieber, die Fehler macht, als eine Kirche, die krank macht, weil sie nur um sich selber kreist.“ Professor Dr. Rainer Bucher begrüßte mit dem provozierenden Zitat von Papst Franziskus rund 50 Frauen und Männer aus den kirchlichen Räten, die ins Neuwieder Spee-Haus gekommen waren. Der Pastoral-Theologe und Pastoral-Psychologe an der Universität Graz war bereits zum dritten Mal der Einladung von den Dekanaten Koblenz, Andernach-Bassenheim, Rhein-Wied und Kirchen gefolgt. Herta Brinkmann aus Linz ist Mitglied des Katholikenrates im Bistum Trier und freute sich bereits im Voraus auf den Abend: „Professor Bucher ist erfrischend unkompliziert, lebensnah und zugleich sachverständig. Die Treffen ermutigen mich immer wieder in meiner ehrenamtlichen Arbeit.“ Professor Bucher stellte fest, dass der Satz von Papst Paul VI „Niemand ist der Kirche fremd; niemand ist ihr Feind, der es nicht selbst sein will“ mit der Erfahrung der meisten Menschen nicht übereinstimmt. „Es geht um einen Kampf für Menschen-Rechte, nicht um die Erhaltung eigener Kirchen-Privilegien und um eine helfende Seelsorge anstelle einer verurteilenden Moral, wenn die Kirche glaubwürdig und zukunftsfähig sein will“ war seine Konsequenz für den Alltag.
Im Gespräch mit den Rats-Mitgliedern verdeutlichte Bucher, wie konkrete Schritte dahin aussehen können. „Es geht darum, die kulturellen und sozialen Bedingungen vorurteilsfrei erst einmal anzusehen und dabei Caritas, Schulen und Kindertagesstätten mit ihren Erfahrungen einzubeziehen. Das funktioniert nur in einer Kultur der Aufmerksamkeit und der wertschätzenden Kommunikation auf Augenhöhe. Danach sind begrenzte Initiativen sinnvoll, mit denen etwas Neues ausprobiert wird.“ Margit Ebbecke, die Geschäftsführende Dekanats-Referentin des Dekanates Rhein-Wied, die mit ihren Kollegen Ulrich Britten (Andernach), Hans-Peter Kuhnen (Koblenz) und Christian Ferdinand (Kirchen) den Abend gestaltet hatte, fasste ihre Erfahrung zusammen: „In einer solchen Atmosphäre macht es Spaß, mit den Räten und allen Interessierten einen kirchlichen Neuaufbruch mitzugestalten.“
