Volkstrauertag in Rengsdorf
„Nichts ist vergessen“
Rengsdorf. Der Volkstrauertag in Rengsdorf wurde zuerst mit einem Gottesdienst, den Pfarrer Friedemann Stinder hielt, begangen. Anschließend versammelten sich die Bewohner auf dem Friedhof an dem Ehrenmal. Der Gesangverein Rengsdorf/Bonefeld war anwesend und umrahmte die Gedenkfeier mit Liedern. Ebenso war der Posaunenchor zugegen.
„Die Konflikte und Kriege unserer Tage sorgen immer wieder dafür, dass mit dem Blick auf die Vergangenheit Fragen gestellt werden - Fragen nach dem Warum und nicht selten auch Fragen nach authentischen Zeugnissen vom Krieg jenseits der Geschichtsbücher. Die öffentliche Erinnerung an den Krieg soll unbedingt wachgehalten werden“, mahnte Hans-Werner Breithausen, der Verbandsbürgermeister der Verbandsgemeinde Rengsdorf an. Während der Gedenkfeier flankierten Kameraden der Rengsdorfer Feuerwehr mit Fackeln das Mahnmal. Der starke Wind löschte jedoch immer wieder die Fackeln.
„Wir trauern aber auch um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren haben und nicht zuletzt um die Opfer des Anschlags in Paris. Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind“ sagte Breithausen. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat ein Buch herausgegeben mit dem Titel „Nichts ist vergessen“. In diesem Buch beschreiben 20 Menschen als Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges Ihre Geschichten und Erlebnisse. Breithausen empfahl dieses Buch als Lektüre. Die Schreckensbilder, die aktuell in den Nachrichten zu sehen sind, machen rasch deutlich, dass die Welt nicht vom Frieden regiert wird und Menschen nach wie vor unter Hunger, Krieg und Verfolgung leiden. „So sind unsere Gedanken heute bei diesen Menschen und bei allen Opfern von Konflikten auf dieser Welt, insbesondere bei den vielen Flüchtlingen und Asylsuchenden, die bei uns Schutz und Geborgenheit suchen. Ich möchte mich an dieser Stelle auch einmal bei allen bedanken, die sich dafür einsetzen, dass die Geschichte nicht ins Vergessen gerät und bei denen, die sich darum kümmern, Schutz- und Hilfesuchende bei uns aufzunehmen“, sagte Hans-Werner Breithausen. Der Volkstrauertag mahnt, im Bemühen um Gerechtigkeit, Vergebung und Versöhnung gerade heute nicht nachzulassen. Das Credo heißt seit vielen Jahren: „Nie wieder Krieg“. Die Botschaft an die Jungen und an alle Menschen von heute muss heißen: „Arbeitet für den Frieden!“
