Erinnerung an die Pogromnacht
Ökumenische Andacht an der Dierdorfer Stadtmauer
Dierdorf. Vor 77 Jahren brannten auch in Dierdorf Häuser und die Synagoge. Geschäfte wurden geplündert. An der alten Stadtmauer erinnert eine Gedenktafel an den Standort des Gotteshauses der Juden. Wie in den Jahren zuvor hatten die beiden Kirchen eine ökumenische Andacht an der Dierdorfer Stadtmauer ausgerichtet. Gut 100 Bürgerinnen und Bürger waren zu der Andacht gekommen. Unter ihnen auch viele Kinder und Jugendliche. Stadtbürgermeister Thomas Vis sagte: „Es ist unser Auftrag als Kommune, gemeinsam mit den Kirchen und allen gesellschaftlich relevanten Kräften dem Vergessen entgegenzutreten und vergleichbare Taten mit aller Kraft für die Zukunft auszuschließen. Als Demokraten sind wir aufgerufen, dafür zu sorgen, dass Menschen nicht wegen ihres Glaubens, ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder Nationalität zu Opfern von Gewalt werden.“
Der Stadtbürgermeister erinnerte auch an die Flüchtlinge, die dieser Tage auch nach Dierdorf kommen.
Es gelte, sie rasch und menschenwürdig unterzubringen. „Hoffnungsfroh stimmt uns hier die durchweg große Hilfsbereitschaft und Offenheit, mit der die bisher bei uns angelangten Flüchtlinge in Dierdorf aufgenommen wurden und werden. Hier zeigen unsere Bürgerinnen und Bürger eine vorbildliche Hilfsbereitschaft“, meinte Thomas Vis. Er erinnerte daran, dass die Vergangenheit eine besondere Verantwortung in sich birgt. „Die Reichspogromnacht soll uns auch hier Mahnung für Gegenwart und Zukunft sein“, sagte der Stadtchef wörtlich. Die beiden Kirchenvertreter sangen mit den Anwesenden ein Lied und Gemeindemitglieder trugen Fürbitten vor.
Viele Bürger hatten sind an der Gedenktafel an der alten Stadtmauer in Dierdorf versammelt, um gemeinsam zu gedenken.
