Allgemeine Berichte | 13.12.2013

- Anzeige - Zweite Adventsjagd am Tannenhof

Rheinlandmeute legt die Schleppe

Die Rheinlandmeute.privat

Großmaischeid. Der Nebel hängt über dem Stebacher Wald, die Felder sind schneebenetzt und von den kahlen Bäumen tropft der Regen. Ein kalter Herbsttag ist der 7. Dezember 2013 und dennoch haben sich begeisterte Jagdreiter auf den Weg gemacht zum Tannenhof in Großmaischeid. Bereits zum zweiten Mal findet dort eine Adventsjagd statt - Jagdherrin ist diesmal Marianne Wünschmann - und auch sie schätzt das stilvolle Ambiente, das der Tannenhof für den Ausgang einer Jagd bietet. Im Kamin der Birkenhütte, die am Rande des Tannenhofes liegt, flackert bereits ein heimeliges Feuer, als sich die Jagdgesellschaft zum Stelldichein zusammenfindet. Man freut sich auf die bevorstehende Schleppjagd, die die Jagdreiter - angeführt von den rund 20 Foxhounds der Rheinlandmeute - im anspruchsvollen Jagdgalopp durch Feld und Wald führen wird. Die Jagdhörner blasen das Signal zum Versammeln und stimmen die Jagdgesellschaft darauf ein, dass die Jagd nun beginnen kann.

Da bereits seit den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts die Hetzjagd mit Hundemeuten auf lebendes Wild verboten ist, verläuft die bevorstehende Schleppjagd unblutig. Die Hunde folgen einer künstlichen Fährte: dem Scent. Die Fährte wird von dem voranreitenden Schleppenleger mithilfe eines Tropfkanisters, der am Sattel festgeschnallt ist, ausgelegt. Um die Fährte zu legen, bedient man sich unterschiedlichster Duftstoffe bzw. Duftstofflösungen: von Fuchslosung, über Heringslake bis hin zu Anislösung. Die z.T. prämierten, englischstämmigen Foxhounds der Rheinlandmeute nehmen die Fährte mithilfe von Pansenlauge auf. Bis die Schleppe jedoch gelegt ist, gilt es die laufbegierigen Hunde zu bändigen. Dies ist die Aufgabe der Equipage der Rheinlandmeute, allen voran der Huntslady Barbara Siegel, die den Hunden mit einem lauten „Hi fox“ das Signal zum Aufbruch gibt. Nun ist die Meute nicht mehr zu halten und stürmt los. Die Nase dicht am Boden nehmen sie die Fährte auf und mit lautem Geläut zeigen sie den nachfolgenden Jagdreitern an, dass sie auf der Schleppe sind.

Nach diesem fulminanten Jagdauftakt werden die nicht selbst mitreitenden Gäste der Jagdgesellschaft mit Kleinbussen zu den spektakulärsten Streckenabschnitten gefahren. Am selbigen angekommen erhalten die Zuschauer der diesjährigen Adventsjagd erneut Gelegenheit, eine malerische Kulisse auf sich wirken zu lassen: Die in hohem Tempo voranjagende Meute wendiger Foxhounds, begleitet von den Pikören der Equipage - zu erkennen an den Hetzpeitschen, die dazu dienen, die Hunde zu lenken und zu führen - und schließlich, dicht gefolgt, die Jagdreiter, die im schnellen Jagdgalopp dahinpreschen und elegant jedes Hindernis zu nehmen wissen. Der traditionelle Abschluss der Jagd, das Halali, wird mit einem Jagdhornsignal verkündet und allen Teilnehmern der Jagd wird der „Bruch“ überreicht, der nach dem Hubertustag am 3. November aus einem Tannenzweig besteht.

Das nach überliefertem Brauchtum ebenfalls musikalisch untermalte Curée, das Aufteilen der Beute, beschränkt sich in Deutschland, in dem das Jagdreiten nur noch unblutig verläuft, auf die „Belohnung“ der Hunde. Diese erhalten ein Stück Pansen, das ihren Anteil an der Beute symbolisiert und von dem Respekt zeugt, den Mensch und Tier bei der Ausübung dieses Sports einander entgegenbringen. Mit dem Curée endet die Jagd dort, wo sie begonnen hatte: am Rande des Stehbacher Waldes auf dem Tannenhof. Mit einem gemeinsamen Abendessen in der Birkenhütte - dem sogenannten „Schüsseltreiben“ - lässt die Jagdgesellschaft den Tag ausklingen.

Das Jagdreiten, das in Deutschland klaren Regeln zum Schutze der Natur und Umwelt unterworfen ist, ist eine Freude für Mensch und Tier, ein anspruchsvoller Sport und ein beeindruckendes Erlebnis für all jene, die diesem Ereignis als Zuschauer beiwohnen dürfen. Die Pfingstjagd 2014 könnte nun neugierig gewordenen die Gelegenheit bieten, diese Symbiose von traditionellem Brauchtum und sportlichem Ereignis selbst zu erleben. Denn so wie es aussieht, scheint sich hier ebenfalls eine Tradition zu etablieren, die es zu pflegen gilt: Der Tannenhof als Ausgangspunkt für die Pfingst- und Adventsjagden des Reitervereins Neuwied - angeführt von der Equipage und den Foxhounds der Rheinlandmeute. (Termine unter www.rheinlandmeute.de oder www.hotel-tannenhof.info)

Die Rheinlandmeute.Foto: privat

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