Allgemeine Berichte | 31.08.2015

Feuerwehr Kirchspiel Anhausen - Brandcontainerausbildung für Feuerwehren in der Verbandsgemeinde Rengsdorf

Schwitzen in der Übung zum Überleben in der Praxis

In den Containern können Brände und Löschangriffe im Innenraum simuliert und Grenzen erkannt werden

Die vier Gerätewarte der Verbandsgemeinde Rengsdorf, die für die Atemschutzmasken verantwortlich sind. WT

Anhausen. Bei der Feuerwehr des Kirchspiels Anhausen stand am 28. und 29. August ein sogenannter Brandcontainer. Damit können Brände und Löschangriffe im Innenraum realitätsnah simuliert werden. Ein Innenangriff bei einem Brand in einem fremden Gebäude bei dichtem Rauch, womöglich noch in der Dunkelheit, ist für die Feuerwehrfrauen und –männer eine große körperliche und psychische Belastung. Zur eignen Sicherheit ist es wichtig, die Grenzen und Gefahren genau zu kennen und abzuschätzen. In der Praxis bleibt für die Ausbildung im Ernstfall keine Zeit. Da muss jeder Handgriff sitzen und das Zusammenspiel des Teams funktionieren. In der Verbandsgemeinde Rengsdorf gibt es rund 100 ausgebildete Atemschutzträger. Davon waren 74 an dem Wochenende sukzessive nach Anhausen gekommen und konnten im Brandcontainer unter fachkundiger Anleitung üben. Einige von ihnen waren am Morgen des 28. August noch bei einem Brand in Oberraden beim Innenangriff im Einsatz gewesen.

Bei mittleren Raumtemperaturen von 300 bis 400 Grad und bis zu 700 Grad unter der Decke lernen die Feuerwehrfrauen und -männer bei diversen Simulationen mit den körperlichen und psychischen Belastungen, die im Einsatz vorherrschen können, umzugehen. Durch den minimalen Wasserverbrauch beim richtigen Umgang mit dem Strahlrohr kann somit ein Wasserschaden im Realeinsatz minimiert, wenn nicht sogar vermieden werden. Die Einsatzkräfte erleben die Belastung durch die Hitze so realitätsnah wie möglich. Auch die Grenzen der Schutzkleidung werden aufgezeigt, um ein zu nahes Vorgehen im Ernstfall zu vermeiden. 

Bevor es in den Container geht, kontrollieren sich die Feuerwehrfrauen und -männer gegenseitig auf nicht abgedeckte Hautstellen. Im Innenangriff können diese schnell zu Verbrennungen oder Verbrühungen mit dem heißen Wasserdampf führen. Dann ging es vom Dach des Containers eine Treppe zu einem simulierten Kellerbrand hinab. Am unteren Treppenabsatz ist bereits die erste Herausforderung zu meistern: Öffnung der Tür und Rauchgaskühlung. Dies ist nur in Absprache und Teamarbeit möglich. Während der Truppführer die Tür öffnet, muss der Strahlrohrführer mehrere Wasserstöße in die Rauchschicht unter der Decke geben. Sofort wird die Tür wieder geschlossen. Nach dreimaliger Wiederholung der Rauchgaskühlung wird in den Brandraum vorgegangen. 

Teamarbeit ist unverzichtbar

Bevor es so weit war, musste geklärt sein, wie das Zweier-Team vorgeht, wie Türen geöffnet werden, wer auf welcher Seite zu stehen hat, damit die Kameraden sich nicht im Wege stehen. Gefährlich ist es auch, den Partner oder sich selbst nass zu spritzen, denn durch die hohe Hitze kommt es ganz schnell zu Verbrennungen. Weitere Herausforderungen die Teilnehmer waren: Ein brennendes Fass muss gelöscht werden, ohne die brennende Flüssigkeit im Raum zu verteilen. Eine brennende Druckgasflasche muss gekühlt und verschlossen werden. Beim Öffnen der Motorhaube bei einem Pkw, bei dem der Motor brennt, schlagen kurzzeitig Flammen gegen den Körper. Auch dies wurde simuliert, so lernen die Einsatzkräfte ihrer Schutzkleidung zu vertrauen. 

„Höchste Vorsicht ist geboten, wenn die Wehrleute bei Einsätzen in Gebäude oder Hallen gehen. Oft wissen sie nicht, was sie erwartet, deshalb ist es ganz wichtig diese Situationen so praxisnah wie möglich zu trainieren“, erläuterte Pressesprecher Matthias Lemgen. Dass der Einsatz anstrengend ist, konnte jeder nach dem Einsatz der Kameraden im Brandcontainer sehen. Wurde die Schutzkleidung, Atemmaske und Helm abgelegt, kamen hochrote Gesichter zum Vorschein. T-Shirts unter der Kleidung waren völlig durchgeschwitzt. Ein Einsatz, der alles abverlangt. Im Ernstfall kann jeder Atemschutzträger nur einmal in den Einsatz geschickt werden, so hoch ist die körperliche Belastung. Ein zweiter Einsatz ist nicht möglich und kann auf keinen Fall verantwortet werden. Wehrleiter Peter Schäfer schaute ebenfalls vorbei und erklärte: „Wir trainieren hier das sichere Vorgehen. Die Kameraden müssen lernen, wie weit sie ihrer Schutzkleidung vertrauen können.“

Arbeitsreich war der Tag für die vier Gerätewarte der Verbandsgemeinde, die für die Sauerstoffflaschen zuständig sind. Etliche der vorbereiteten Flaschen für das Training waren morgens in Oberraden im Einsatz. Leiter der Truppe ist Helmut Seuser. Er wird unterstützt von Herbert Siegel und Dominik und Stephan Henn. Das Team hat in diesem Jahr bereits über 500 Stunden nur für die Wartung der Atemschutzgeräte und Füllung der Flaschen aufgewandt. Heruntergebrochen sind es für jeden der Vier ganze 16 normale Arbeitstage.

Übungsszenario: Ablöschen eines brennenden Bettes.

Übungsszenario: Ablöschen eines brennenden Bettes.

Die vier Gerätewarte der Verbandsgemeinde Rengsdorf, die für die Atemschutzmasken verantwortlich sind. Fotos: WT

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Die alte Ockenfelser Linde soll fallen

  • Claudia W. : Ich bin in der Bergstraße aufgewachsen, meine Großeltern lebten dort. So traurig das ein einzelner so etwas durchsetzt! Ich hoffe das es noch abgewendet wird und dieser schöne alte Baum erhalten bleibt.
  • Iris Arens : Es wiederholt sich immer und überall: Auswärtige ziehen in Kenntnis der Sachlage zu und klagen anschließend gegen die bei Zuzug bereits bestehenden und bekannten Umstände. Hoffentlich bleibt die Linde...

Verschiebung wegen Planungsunsicherheit

  • Sabine Weber-Graeff: Da werden Abermilliarden in die Aufrüstung der Bundeswehr,respektive die Landesverteidigung gesteckt und dann wird seitens von Grün ernsthaft erwogen in den Sichtbereich des militärischen Radars zwei...
  • Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.
Dauerauftrag
Rund um´s Haus
Essen auf Rädern
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Anzeige Uhren Vintage
Maikirmes Franken
Heizöl/Diesel/Holzpellets
10 Jahre Nowi
First Friday Anzeige Mai
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
30

Heimbach-Weis/Gladbach. Bei den Wald-Jugendspielen im Heimbach-Weiser-Gladbacher Wald können Kinder die heimische Natur erkunden und spielerisch ihr Wissen erweitern. Um für diese Veranstaltung einen reibungslosen Ablauf und die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten, ist die Waldstraße zwischen Eingang Zoo und Zufahrt Golfplatz am Dienstag, 19. Mai, in der Zeit von 8 Uhr bis 14 Uhr für den Straßenverkehr gesperrt und kann demnach nicht befahren werden.

Weiterlesen

Symbolbild.
165

Region. Die DB InfraGO startet in knapp zwei Monaten mit der Korridorsanierung der Bahnstrecke am rechten Rheinufer zwischen Troisdorf und Wiesbaden. In der Zeit vom 10. Juli bis zum 12. Dezember 2026 bündeln die Bauteams entlang der rund 160 Kilometer langen Strecke zahlreiche Arbeiten, die die Infrastruktur langfristig leistungsfähiger und weniger störanfällig machen.

Weiterlesen

Eine Offroad-Nutzung ist nur auf ausgewiesenen Flächen oder mit Genehmigung erlaubt.
45

Quads erfreuen sich gerade im Sommer großer Beliebtheit, sowohl im Freizeitbereich als auch im Straßenverkehr. Gleichzeitig bergen sie erhebliche Risiken: Insbesondere bei Fahrfehlern oder mangelnder Erfahrung kommt es immer wieder zu schweren Unfällen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Verleihung Ehrenamtspreis Stadt Andernach am 29. April 2026 (v.l.n.r.): Bürgermeister Claus Peitz, Gerd Kaul, Vorsitzende des Vereins Freundschaftskreis Dimona-Andernach e.V. Barbara Söhngen, Oberbürgermeister Christian Greiner)Foto: Sebastian Waluga
8

Gerd Kaul und Freundschaftskreis Dimona-Andernach ausgezeichnet

Ehrenamtspreis der Stadt Andernach verliehen

Andernach. Im Historischen Rathaus der Stadt Andernach sind am 29. April 2026 zwei besondere ehrenamtliche Engagements mit dem Ehrenamtspreis der Stadt ausgezeichnet worden. Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung ehrte Oberbürgermeister Christian Greiner den Miesenheimer Bürger Gerd Kaul sowie den Verein Freundschaftskreis Dimona-Andernach e. V. für ihren langjährigen Einsatz.

Weiterlesen

15

Bonn/Meckenheim. Nicht einmal Graupelschauer und Aprilwetter konnten die gute Stimmung an diesem Tag vermiesen: Ulla Schmidt besuchte im März den Unternehmensverbund der Lebenshilfe Bonn. Konkret stand ein Rundgang durch das Werk Meckenheim der Bonner Werkstätten auf dem Programm. Drei Stunden nahm sich die Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe Zeit, um sich verschiedene Arbeitsbereiche zeigen zu lassen.

Weiterlesen

Symbolbild.
271

36-jähriger Autofahrer verliert bei Starkregen die Kontrolle über sein Fahrzeug

04.05.: Dramatisher Unfall auf der B 56: Motorradfahrer schwer verletzt

Lohmar. Am Montag, den 4. Mai, ereignete sich in Lohmar ein schwerer Verkehrsunfall, als zwei Fahrzeuge im Gegenverkehr kollidierten. Dabei erlitt ein Motorradfahrer schwere Verletzungen. Gegen 16:00 Uhr fuhr ein 36-jähriger Mann aus Siegburg mit seinem Pkw auf der Bundesstraße 56 von Siegburg nach Lohmar. Bei starkem Regen verlor er im Ortsteil Heide aus bisher ungeklärten Gründen die Kontrolle über seinen Mercedes-Benz.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Daueranzeige
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag Imageanzeige
Innovatives rund um Andernach
Azubispots Bad Neuenahr 2026
10 Jahre NoWi
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Anzeige "Rund ums Haus"
Outdoormöbel
Zukunft trifft Tradition KW 18
Zukunft trifft Tradition KW 18
Zukunft trifft Tradition KW 18
Biergarteneröffnung
Anzeige neuer Mitarbeiter Jürgen Paaß
Anzeige KW 18