Die Melsbacher feierten das 750-jährige Bestehen ihres Ortes mit einem spektakulären Dorffest
„Tennis in the Street“ beim Jubiläumszug
Vier Tage lang Programm mit Disco, Kirmes, Kommers, Party, Dorfabend, Festzug und großem Abschlussfeuerwerk
Melsbach. Ein spektakuläres Dorffest begingen die Melsbacher zum 750-jährigen Bestehen ihres Ortes. Während des Jubiläumszugs mit etwa 20 Zugnummern hatten viele Bürger Bänke, Stühle und Tische an die Straße gestellt, um mit den Gruppen in dem Umzug zu feiern.
Der Jubiläumszug
Der Jubiläumszug war wohl der Höhepunkt des viertägigen Fests mit Kirmes. Der übliche Kirmesumzug mit Burschenverein, Maimädchen und dem amtierenden Maikönigspaar Lisa Roman und Felix Werner war um zahlreiche Zugnummern erweitert worden. An der Spitze fuhren Melsbacher Kinder auf grün-weiß (die Farben von Melsbach) geschmückten Fahrrädern. Hinter Bürgermeistern und Landrat kam der Gemeindewagen, der die Wahrzeichen des Ortes wie Kreuzkirche, Förderturm der Tongrube, die Eiche und den Melsbach darstellten. Burschenverein mit Maimädchen und dem Maikönigspaar in einer von zwei Pferden gezogenen Kutsche gehörten natürlich dazu. Die Gruppen von Kindertagesstätte und Grundschule erinnerten in ihren Gewändern an vergangene Zeiten. Alle Ortsvereine und auch Parteien machten mit, das reichte von „Tennis in the Street“, hier spielten zwei Mitglieder während des gesamten Umzugs sich gegenseitig den Ball zu, über den Verschönerungsverein, der Sonnenblumensamen verteilte, bis zu den bekannten „Romeos“, eine Gruppe aus Rodenbacher und Melsbacher Sängern. Entlang des Zugwegs waren zahlreiche Häuser und Grundstücke mit grünweißen Bändern und Luftballons geschmückt, eben ein Fest der Melsbacher. Das ging los in der Turnhalle mit einer Happy-Hour-Disco und der anschließenden Party mit etwa 300 Teilnehmern. Am nächsten Tag waren die Burschen gefordert mit dem Aufstellen des Kirmesbaums am Rummelplatz mit einem Fahrgeschäft und mehreren Buden. Den fast 20 Meter langen Kirmesbaum konnten die etwa 30 jungen und alten Burschen nur mit Mühe schmücken und aufrichten, denn es regnete in Strömen. Durch die Nässe wog der Baum schätzungsweise vier Tonnen. Nachdem der dann mit viel Holz richtig verkeilt war, hieß es Fass anschlagen durch Ortsbürgermeister Holger Klein. Der brauchte bei dem großen Fass nur zwei Schläge auf den Messingzapfhahn und schon strömte der Gerstensaft. Kurz darauf war Aufsitzen zum Baumumzug angesagt, denn die abgetrennten Äste des Kirmesbaums werden mitsamt den Burschen traditionell durchs Dorf gefahren, diesmal musikalisch begleitet vom Fanfarencorps Spay.
Abends dann der offizielle Jubiläumsfestakt mit zahlreichen Kommunalpolitikern und Vereinsvertretern sowie der Gesangsgruppe „Romeos“. Ortsbürgermeister Holger Klein lobte die Melsbacher, da sie sich mit ihrem Ort identifizierten. Dem offiziellen Teil schloss sich ein von den Burschen organisierter Tanzabend mit der Band „Connection Live“ an.
Dorfabend mit Feuerwerk
Nach dem großen Jubiläumsfestumzug am nächsten Tag, dabei waren auch die Neuwieder Ehrengarde, die Barockgruppe aus Engers und die Rentnerband aus Ochtendung sowie zahlreiche Musikkapellen, begann der Dorfabend.
Der machte seinem Namen alle Ehre, denn viele Melsbacher besuchten dieses Event, das bereits um 22 Uhr in ein fulminantes Feuerwerk mündete, das von der Dimension, nicht aber von der zeitlichen Dauer her, durchaus mit Rhein in Flammen tags zuvor in Koblenz konkurrieren konnte. Darauf und den gesamten Ablauf der Jubiläumsfeier dürfen die Organisatoren wie Festausschuss, Ortsbürgermeister Holger Klein und seine Mitarbeiter mächtig Stolz sein, denn dieses Dorfevent war sehr gelungen. Die Kirmes endete jedoch erst einen Tag später, als auf dem Kehplatz in der Mitte von Melsbach die Burschen den zuvor gesammelten Speck und die Eier verzehrten.
HEP
Das Maikönigspaar Lisa Roman und Felix Werner saß beim Jubiläumszug in einer Kutsche.
Im Himmel über Melsbach beendete ein grandioses Feuerwerk die Jubiläumsfeierlichkeiten.
Mit dem durch Nässe sehr schweren Kirmesbaum hatte junge und alte Burschen in Melsbach große Mühe.
