Allgemeine Berichte | 26.11.2013

NABU VG Rengsdorf informiert

Viele Interessierte beim Wolfsabend

Anhausen. Kürzlich fand im Dorfgemeinschaftshaus in Anhausen die Veranstaltung „Deutschlands Wölfe - zurück, um zu bleiben“ statt.

Annähernd 100 interessierte Personen waren der Einladung der NABU Gruppen im Kreis Neuwied gefolgt, um vom NABU-Wolfsexperten Markus Bathen Näheres über die Lebensweise der Wolfsrudel in Deutschland und das durchaus mögliche konfliktarme Nebeneinander von Mensch und Wolf zu erfahren.

Die Präsenz von Wölfen in unserer Kulturlandschaft stellt die Menschen in Deutschland vor neue Herausforderungen: Seit über 150 Jahren haben wir keine Erfahrung mit frei lebenden Wölfen mehr. Ein Großteil der Bevölkerung begrüßt die Rückkehr des Wolfes. Allerdings gibt es auch viele Fragen, die die Menschen bewegen und nach ehrlichen Antworten verlangen. Die NABU-Gruppen im Kreis Neuwied luden deshalb den NABU-Wolfsexperten Markus Bathen zu einem Vortrag ein.

Der Hauptwirkungskreis von Markus Bathen liegt in der sächsischen Lausitz. Dort haben sich in den letzten Jahren 13 Wolfsrudel angesiedelt und man konnte hier bereits einige Erfahrungen zum Leben des Wolfes in unserer Kultur- und Industrielandschaft gewinnen.

In seinem Vortrag informierte Markus Bathen unter anderem über die Lebensweise des Wolfes, sein Jagdverhalten, sein soziales Verhalten und die Möglichkeiten der Landwirte, ihre Nutztierherden wirksam zu schützen. Mit einer Prise Humor und frei nach dem Motto „Rotkäppchen lügt“ räumte Markus Bathen auch so manches Vorurteil über den bösen Wolf in den Köpfen der Zuhörer aus.

Zu einer kritischen Frage aus dem Publikum erläuterte Markus Bathen: „Übergriffe auf Menschen finden quasi nicht statt - weltweit ist nur ein einziger Fall bekannt -, da der Mensch außerhalb des Beutespektrums des Wolfes liegt. Nur als Vergleich: Durch Wespen sterben zum Beispiel mehr Menschen“.

Der Wolf ist ein Kulturfolger, der ohne weiteres in der industriell und landwirtschaftlich geprägten Landschaft einen Lebensraum findet. Er wird sowohl international als auch in Europa und Deutschland durch mehrere Naturschutzabkommen, Richtlinien und Gesetze streng geschützt. Eine Hauptgefahr für den Wolf stellt der heutige Straßenverkehr dar, der, so Markus Bathen, die Haupttodesursache für Wölfe in Deutschland darstellt.

Mit von der Partie waren auch die Wolfsbotschafter des NABU, Manuela Wellnitz aus Rengsdorf und Heiko Jüngerich aus Altenkirchen, die die Besucher mit Informationsmaterial versorgten. NABU-Wolfsbotschafter informieren über die Lebensweise der Wölfe und sind Ansprechpartner für die Bevölkerung vor Ort. Die Zuhörer wie auch die Organisatoren freuten sich über eine sehr informative und gelungene Veranstaltung.

Pressemitteilung

NABU VG Rengsdorf

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