Vorhang öffnete sich für den „irren Theodor“
Rengsdorfer Theatergruppe führte Premiere auf
Bonefeld. Am vergangenen Samstagabend öffnete sich der Vorhang im Deichwiesenhof zur Premiere des Theaterstückes „Der irre Theodor!“ Die Rengsdorfer Theatergruppe hat sich für die diesjährige Spielzeit eine Komödie von Emil Stürmer ausgesucht. Regisseur Frank Reinhard hat um sich herum wieder ein starkes Ensemble auf den Brettern der Bonefelder Theaterwelt im Deichwiesenhof versammelt. Er selbst wollte in diesem Jahr gar nicht mit auf die Bühne, aber es kam anders. Eine Woche vor dem Start fiel der Schauspieler Peter Kesselheim aus und Frank musste ganz schnell in die Hauptrolle des Theodors schlüpfen. Drei Tage lang hieß es intensiv lernen, dann saß die Rolle. Wer es bei der Premiere nicht wusste, der merkte nichts von dem Rollenwechsel.
Als sich der Vorhang endlich nach der langen theaterlosen Zeit hob, blickte das Premierenpublikum in das Wohnzimmer von Theodor, Melanie, gespielt von Monika Reinhard, und Andreas, verkörpert von Chirstian Spliethofe. Ganz liebevoll war die Bühne hergerichtet. Auch an das kleinste Detail wurde gedacht, wie unterschiedliche aktuelle „Familienfotos“ der drei Akteure. In diesem Wohnzimmer nahm das Unheil seinen Lauf, als Theodor gestehen musste, das ganze Geld mit seiner Sucht, den Pferdewetten, durchgebracht zu haben. Die einzige Chance, wieder an Geld zu kommen, ist die Heirat des Sohnes Andreas mit der reichen Kaufmannstochter Flora, die von Julia Ehlscheid gespielt wird.
Alles könnte so gut laufen, wäre da nicht ein verhängnisvoller Abend in der Sexy-Bar gewesen, an dem Andreas, sternhagelblau, mit der frechen Lotte, dargestellt von Josie Voss, splitternackt auf dem Tisch getanzt hat. Zu allem Unglück war auch noch ein Fotoreporter der Klatschpresse anwesend und das Bild landete auf der Titelseite eines nicht jugendfreien Magazins. Andreas war zwar nur von hinten zu sehen, aber das von seinem Papa geerbte herzförmige Muttermal auf seinem Allerwertesten verriet ihn.
Beim Shoppen entdeckten Kamilla und Benjamin Holzapfel, die Schwiegereltern in spe von Andreas, diese Zeitschrift. Daraus entwickelte sich eine Geschichte, die die Lachmuskeln der Zuschauer vielfach strapazierte und sie immer wieder zu Szenenapplaus hinreißen ließ. Die Holzapfels wurden von Rita Hoffmann und Ulli Schenkelberg gespielt. Besonders lustig wurde es, wenn Theodor wieder einmal seine verrückten fünf Minuten bekam oder der unter dem Pantoffel stehende Benjamin seinen Senf dazu gab.
Die Zuschauer waren am Ende der drei Akte restlos begeistert und wollten gar nicht mehr mit dem Applaus aufhören. Frank Reinhard musste sie unterbrechen und meinte. „Wir würden gerne herunterkommen, wir haben Durst.“ Vorher kam aber noch einer auf die Bühne: Hans Schilling, der erste Vorsitzende des Landesverbandes Rheinland-Pfalz der Amateurtheater. Er hatte Urkunden und silberne Ehrennadeln im Gepäck. Er ehrte sechs Mitglieder der Rengsdorfer Theatertruppe, die allesamt Gründungsmitglied sind und seit 25 Jahren auf der Bühne stehen. Es sind Monika Hofmann (157 Bühnenauftritte), Rita Hoffmann (138), Antje Klein (128), Monika Reinhard (172), Werner Hoffmann (201) und Frank Reinhard (257).
Zu dem aktuellen Premierenauftritt konnte Hans Schilling nur sagen: „Dies war keine zweite Liga, dies war keine erste Liga, dies war Champions League.“ Der Szenenkenner Schilling lobte insbesondere das liebevolle Bühnenbild, das nach seiner Meinung bis ins kleinste Detail stimme und die perfekten Kostüme. „Dies ist die Grundlage für einen solch guten Auftritt.“
Theodor (l.), gespielt von Frank Reinhard, hat gerade wieder seine verrückten fünf Minuten.
