Lokalsport | 14.07.2026

Straßentischtennis in Ernst

Ausnahmezustand in Ernst: Bratpfannen schlagen zurück -Tischtennisbälle drehen völlig durch

Hitziges Pan-Pong Duell um den Sieg.

Ernst. 35 Grad, anfänglich kein Lüftchen, keine Wolke und dennoch versammelte sich eine unerschrockene Schar von Tischtennisbegeisterten an der Uferpromenade von Ernst zum legendären Straßen-Tischtennis veranstaltet von STTC (StrassenTischTennisCochem).

Gespielt wurde traditionell Pan-Pong, die Küchenvariante von Ping-Pong, natürlich stilecht mit Bratpfannen, die mit ihren unüberhörbar lauten metallischen Ballaufprallgeräuschen den wummernden Beat der coolen Begleitmusik verstärkten.

Manche vermuteten, die Bratpfannen seien ob der brutzelnden Sonne heiß genug, um den Ball mit Röstaromen zurückzuschlagen.

Offiziell konnte das zwar niemand bestätigen - aber der ein oder andere Return roch verdächtig nach Spiegelei.

Schon nach wenigen Minuten war klar: Hier gelten die Gesetze der Physik nur noch als unverbindliche Empfehlung, auch und wegen den dann doch sporadisch aufbrausenden Windböen. Die Pfannen hatten somit ihren eigenen Spielplan. Die Bälle hüpften darin herum, drehten Pirouetten und verließen die Pfanne manchmal in Richtungen, die selbst den Spielerinnen und Spielern völlig neu waren. Ein Zuschauer brachte es auf den Punkt: „Die Bälle sind in der Pfanne völlig verrückt geworden“. Und dennoch gab es sportliche Höchstleistungen. Wer einen Ball tatsächlich auf die Platte brachte, wurde vom interessierten Publikum frenetisch gefeiert. Wer drei Schläge am Stück schaffte, galt als heißer Anwärter auf den Turniersieg. Und wer einen Ball in der Mosel versenkte, bekam spontanen Applaus für den schönsten „Wasserschlag“ des Tages.

Als Preise gab es - wie es sich für Ernst gehört – Walnüsse. Die Siegerin nahm ihren Preis stolz entgegen und erklärte: „Endlich ein Pokal, den man knacken kann“. Das Fazit des Tages: In Ernst wird Tischtennis nicht einfach gespielt. Hier wird geschwitzt, gelacht und mit Bratpfannen bewiesen, dass Sport auch dann funktioniert, wenn die Ausrüstung eigentlich in die Küche gehört. Die Feuerwehr musste übrigens nicht ausrücken. Zwar glühten die Pfannen, aber das lag ausschließlich am sportlichen Ehrgeiz. Nur eines blieb bis zum Schluss ungeklärt: Waren die Spielerinnen und Spieler verrückt - oder doch nur die Bälle in der Pfanne?

Bernd Schuler

Da strahlt nicht nur die Siegerin.

Da strahlt nicht nur die Siegerin. Foto: Thomas Kuhn

Hitziges Pan-Pong Duell um den Sieg. Foto: Thomas Kuhn

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