Jahreshauptversammlung des Kreiswaldbauvereins Cochem-Zell
Berichte und Vorträge zur Holzwirtschaft
Cochem-Zell. Zur diesjährigen Versammlung konnten der stellv. Vorsitzende, Josef Treins, und der Geschäftsführer, Hans-Josef Bleser, die Mitglieder aus dem Vereinsgebiet des Landkreises im Hotel Pollmanns in Ernst begrüßen. Im Geschäftsbericht informierte Hans-Josef Bleser, dass zum Verein mittlerweile 231 Mitglieder, die eine Waldfläche von 704 Hektar besitzen, gehören. Eine solide Kassenlage setzt den Verein in die Lage, künftig forstliche Lehrgänge für die Waldbesitzer im Vereinsgebiet zu unterstützen. Nach der Entlastung des Vorstandes und des Geschäftsführers folgte der öffentliche Teil der Jahreshauptversammlung. Hier informierte zunächst Herr Albus von der Schornsteinfegerinnung die Mitglieder über die Neuerungen der Bundesimmisionsschutzverordnung. Von besonderem Interesse waren die neuen Vorschriften für das heizen mit Holz und Pellets. Im Anschluss berichtete der Geschäftsführer über den aktuellen Holzmarkt. Die Preise beim Nadelholz sind auf einem sehr guten Niveau. Alle Nadelbaumarten sind gut absetzbar. Dies gilt sowohl für Stammholz als auch für Palettenware und Industrieholz. Die Eichenpreise bewegen sich auf einem auskömmlichen Level wie im Vorjahr. Sorge bereiten nach wie vor die niedrigen Stammholzpreise bei der Buche. Hier gab es gegenüber dem Vorjahr nur geringe Anhebungen. Die Brennholzpreise sind gegenüber dem Vorjahr weitgehend gleich geblieben. Danach folgte ein Bericht des Geschäftsführers über den jüngst durchgeführten Motorsägenkurs im Hochpochtener Wald, der ein positives Echo von Seiten der Teilnehmer hervorrief. Dr. Stefan Göbel vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz berichtete anschließend über aktuelle forstpolitische Themen wie das anstehende kartellrechtliche Verfahren, bei dem der gemeinsame Holzverkauf von verschiedenen Waldbesitzarten überprüft werden soll. Im laufenden Verfahren gegen das Land Baden-Württemberg beabsichtigt das Bundeskartellamt, den gemeinsamen Holzverkauf für den Gemeinde- und Privatwald durch die staatliche Forstverwaltung zu unterbinden. Zum Holzverkauf zählt das Kartellamt auch schon das Markieren der Bäume. Dagegen wehrt sich das Land Rheinland-Pfalz und hat eine entsprechende Änderung des Bundeswaldgesetzes angestoßen. Die Mitglieder des Waldbauvereins sprachen sich klar für die Beibehaltung der Möglichkeit der Holzvermarkung über die Forstämter im Vereinsgebiet aus. Dies sähen auch die heimischen Sägewerke so, die die Bündelung der Holzmengen aus den verschiedenen Waldbesitzarten wünschten. Auch zur forstlichen Förderung konnte Dr. Stefan Göbel den Mitgliedern des Kreiswaldbauvereins einige interessante Neuigkeiten mitteilen. Abschließend berichtete Dr. Göbel noch über die Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur. Als erfreuliche Entwicklung konnte er dabei herausstellen, dass der Holzvorrat im Privatwald immer weiter anwächst. Hier beständen durchaus Möglichkeiten einer verstärkten Holznutzung. Auch bezüglich der Naturnähe hat der Privatwald in Rheinland-Pfalz gute Werte erzielt.
Nach über drei Stunden mit informativen Vorträgen und angeregter Diskussion beendete der stellv. Vorsitzende des Kreiswaldbauvereins Cochem-Zell, Josef Treins, dann die diesjährige Jahreshauptversammlung.
