Endspiel Fußball-Kreispokal 1 Hunsrück/Mosel
Die Fiedermann-Elf holt überraschend den Pokal
SG Weiler-Gevenich/Faid - SG Niederburg/Biebernheim 1:0 (0:0)
Hambuch. Die SG Weiler-Gevenich/Faid hat auf dem Rasenplatz in Hambuch durch einen verdienten 1:0 (0:0) - Sieg über die SG Niederburg/Biebernheim überraschend den Fußball-Kreispokal 1 (A/B-Liga) geholt. Die Rollen waren im Vorfeld deutlich verteilt. Die Hunsrücker, ihres Zeichens Tabellenvierter der Kreisliga A, waren klarer Favorit, gegen den B-Ligisten aus der Eifel, der sich aber in der Rolle des Außenseiters wohlzufühlen schien. Ein Wohlgefühl, das sich augenscheinlich auf den Spielverlauf übertrug, denn die Fiedermann-Schützlinge spielten unbekümmert auf und agierten von Anfang an mutig nach vorne. Der Weiler-Gevenicher Fabian Jahnen hatte bereits früh Pech mit einem Innenpfostentreffer. Mitte der zweiten Halbzeit fand der Favorit besser ins Spiel, ohne aber die Eifeler entscheidend in Verlegenheit zu bringen. Aufregende Strafraumszenen und Torchancen waren daher bis zum Pausenpfiff Fehlanzeige. In der zweiten Hälfte fand die Elf von Trainer Jens Fiedermann den besseren Start. Zwischen der 50. und 61. Minute war es der Weiler-Gevenicher Angreifer Julian Holzknecht, der für Aufregung unter den 300 Zuschauern sorgte. Seine erste Möglichkeit, ein 17-Meter-Distanzschuss, rauschte rechts vorbei. Sein zweiter Versuch, ein Kopfball, flog ebenso rechts vorbei. Sein dritter Versuch sollte dann aber für Torjubel im Lager des B-Ligisten sorgen. Nach einem Freistoß von Luca Feldhausen kam Holzknecht im gegnerischen Strafraum an den Ball und lochte zum 1:0 ein (61.). In der Folgezeit verstärkte die Elf von Trainer Patric Muders die Offensivbemühungen. Zahlreiche Angriffe liefen über den eingewechselten Krzysztof Mysiliwy, der immer wieder versuchte, vorne Jan Schink in Szene zu setzen. Aber das gelang nur selten, denn Schink war beim Innenverteidigerduo Arian Amin und Mario Scheid gut aufgehoben. Kurz vor dem Abpfiff ließ eine Großchance der Niederburger den Atem der Anhänger aus Weiler-Gevenich und Faid stocken, als Dominik Arnds Kopfball aus sechs Metern über die Latte flog.
„Weiler-Gevenich/Faid hat sich den Sieg aufgrund des Einsatzes verdient. Sie haben einen Riesenehrgeiz an den Tag gelegt. Wir dagegen waren gar nicht auf dem Platz“, analysierte der Niederburger Coach Muders nach dem Abpfiff und bedauerte: „Das ist schade, denn wenn man schon einmal hier ist, will man natürlich auch gewinnen.“ Sein Trainerkollege Fiedermann musste eine Bierdusche über sich ergehen lassen und war gut gelaunt. „Das ist einfach geil. Nach einer Saison, in der wir das Hauptziel verpasst haben, dann doch noch den Lohn für die viele Arbeit einfahren zu können, ist einfach schön“, so Fiedermann. „Meine Mannschaft hat ein unheimliches Potenzial. Unsere Defensive war die Basis für den heutigen Erfolg.“ Sein Dank galt auch dem treuen Anhang, der einen Banner aus den Landesligazeiten der 1980er Jahre mitgebracht hatte. Man sollte den Glücksbringer in der neuen Spielzeit nicht vergessen. Hier wird Fiedermann die neue SG Eifelhöhe (Weiler-Gevenich/Faid, Büchel/Beuren) trainieren und versuchen eine Liga höher zu klettern.
Tor: 1:0 Julian Holzknecht (61.).
Schiedsrichter: Nico Berenz (Roes). Assistenten: Manuel Berenz, Jan Barbara. Zuschauer: 300.
SG Weiler-Gevenich/Faid: Diederichs, Koblenz, Scheid, Amin, Mönch, Berdi, Zillgen (75. Schneiders), Ortigas Gay (54. Vargas), Feldhausen, Holzknecht, Jahnen.
SG Niederburg/Biebernheim: Pabst, Arend, Hochstein, S. Hohl, M. Schink, Vogt (64. Becker), Blatt (46. Mysliwy), C. Hohl, König, Zuck (46. Dausner), J. Schink.
Im Vorspiel hatte die SG Hunsrückhöhe durch einen 3:0 (1:0)-Sieg über den SV Damscheid das Finale um den Fußball-Kreispokal 2 (C/D-Liga) gewonnen. Die Kombinierten aus Bärenbach/Würrich-Belg/Hahn setzten sich nach einem Eigentor des Damscheider Karsten Stahl (10.) sowie Treffer von Vitali Hartmann (53.) und Max Hein (89.) verdient durch. „Wir hätten ein Tor machen müssen. Die Möglichkeiten waren da. Wenn wir den Ausgleich machen, dann haben wir auch eine Chance. So hat die SG Hunsrückhöhe verdient gewonnen“, urteilte der Damscheider Spielertrainer Andre Nürnberg nach dem Abpfiff.
Sein Hunsrücker Trainerkollege war gut gelaunt und freute sich für die jungen Spieler in seinem Kader. „Sie müssen zwar immer noch einen Schritt in ihrer Entwicklung gehen, aber für sie ist der Pokalsieg schon eine tolle Sache. Insgesamt waren wir spielerisch und läuferisch besser.“
