Politik | 19.11.2014

Unser-Klima-Cochem-Zell - Netzwerkbüro der Bioenergieregion Cochem-Zell

„Die Potenziale des Dorfes dem Dorfe“

Sechste Klimaschutzkonferenz präsentiert Projekt „Cochem-Zeller Energiedörfer“

Neun Familien aus dem Landkreis zeichnet Landrat Manfred Schnur (mitte) mit der „Blauen Hausnummer“ aus. privat

Cochem-Zell. Traditionell konnte Landrat Manfred Schnur rund hundert Zuhörerinnen und Zuhörer zur sechsten Klimaschutzkonferenz im Rahmen der kreisweiten Klima-Woche begrüßen. Das Programm des Abends war umfangreich, von der erstmaligen Verleihung der „Blauen Hausnummer“ über einen „Markt der Möglichkeiten“ bis hin zur Projektvorstellung „Cochem-Zeller Energiedorf“ gab es einiges zum Hören, Sehen und Bestaunen.

Energiedörfer im Landkreis Cochem-Zell

„Das Geld des Dorfes dem Dorfe, dieses mittlerweile 140 Jahre alte Motto von Friedrich Wilhelm Raiffeisen gewinnt heutzutage wieder mehr und mehr an Aktualität. In der Debatte um die Bewältigung der Zukunftsfragen wie Klimaschutz, demografischer Wandel, Daseinsvorsorge lässt sich dieser Gedanke auch gut zu - Die Potenziale des Dorfes dem Dorfe -, umformulieren“, so Landrat Schnur.

Viele ländliche Gemeinden und Städte stehen vor großen wirtschaftlichen Problemen. Überschuldete Haushalte treffen auf sinkende Einnahmen und steigende Ausgaben. Elementare Aufgaben im Bereich der kommunalen Daseinsvorsorge können nur noch mit weiterer Verschuldung erfüllt werden. Vielerorts wird diese Situation durch die Folgen des demografischen Wandels noch weiter verstärkt. Infrastrukturkosten werden auf immer weniger Einwohner verteilt - die Kosten pro Kopf steigen. Gleichzeitig stehen die Kommunen vor der Herausforderung, zunehmend mehr Mittel für soziale Aufgaben aufzubringen.

Ein Umdenken ist zwingend erforderlich

Über die Nutzbarmachung der kommunalen Potenziale, beispielsweise durch die Entwicklung zu einem Energiedorf, können die Haushalte der Kommunen und Bürger entlastet und damit neue Spielräume zum Beispiel für die Daseinsvorsorge geschaffen werden. Durch die Teilhabe der Bürger an diesen Potenzialen wird die Kaufkraft in der Region gesteigert und die regionale Wertschöpfung erhöht.

Die Entwicklung von Energiedörfern kann deshalb zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen und der Nutzung vielfältiger Chancen für den ländlichen Raum beitragen.

Um dieses Potenzial im Sinne einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Energieversorgung mit Hilfe von lokalen Akteuren erfolgreich umzusetzen, wurde das Projekt „Cochem-Zeller Energiedorf“ von der Kreisverwaltung Cochem-Zell und seiner Energieagentur unser-klima-cochem-zell in Kooperation mit dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) aus Birkenfeld ins Leben gerufen.

Das Projekt vereint dabei zwei innovative Ansätze, um eine praxisnahe Umsetzung sowie eine optimale Förderquote für Kommunen zu ermöglichen. Dabei wird ein von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziell unterstütztes Konzept zur energetischen Entwicklung von Wohnquartieren (Quartierskonzept) mit einem vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) entwickelten umsetzungsnahen und intensiven Beratungsansatz kombiniert.

Die Gastredner des Abends, Dr. Alexander Reis und Tobias Gruben vom IfaS, verdeutlichten in ihrem Vortrag wie die Teilnahme für eine Kommune am Projekt aussehen kann. „Der Weg zum Cochem-Zeller Energiedorf ist eine Herausforderung aber eine noch größere Chance“, betonte Tobias Gruben, „Der Weg erfordert Engagement und den Willen zur Schaffung zukunftsfähiger Strukturen.“

Verleihung der „Blauen Hausnummer

Das Engagement von neun Cochem-Zeller Familien in Sachen Energieeffizienz, Einsatz Erneuerbarer Energien und Klimaschutz wurden vom Landkreis Cochem-Zell und seiner Energieagentur unser-klima-cochem-zell mit der „Blauen Hausnummer“ ausgezeichnet. Im März 2014 hatte Landrat Schnur diese Zertifizierung für energiesparende und klimafreundliche Haushalte im Landkreis ausgerufen, um die sich zahlreiche Haushalte aus dem gesamten Landkreis beworben hatten.

Es wurden ausgezeichnet: - Gisela und Günther Bretz aus Cochem, - Kerstin und Joachim Wagner aus Kaifenheim, - Hans-Gerd van Koeverden aus Ellenz-Poltersdorf, - Dominik und Jennifer Konrath aus Beuren, - Gernot und Sonja Liel aus Senheim, - Manfred Löffler aus Tellig, - Jochen Kohlhaas aus Brohl, - Jörg P. Engler aus Hesweiler, - Thiemo Metzroth aus Düngenheim.

Marktplatz der Möglichkeiten

Als Neuerung zur diesjährigen Klimaschutzkonferenz zeigten sich verschieden Partner des Null-Emissions-Landkreises auf dem „Marktplatz der Möglichkeiten“. Dieser bot den Besuchern die Chance sich über innovative Produkte und Dienstleistungen, wie beispielsweise Infrarotheizungen, Brennstoffzellen-Heizungen, das Kombi-Kraftwerk mit Speichermedium und das Solardachkataster zu informieren. Außerdem präsentierten die Betreiber der vier Nahwärmenetze in Alflen ihre Vorgehensweise bei der Errichtung ihrer Wärmeversorgung.

Pressemitteilung

unser-klima-cochem-zell - Netzwerkbüro der Bioenergieregion Cochem-Zell

Landrat Manfred Schnur gibt gemeinsam mit Dr. Alexander Reis (IfaS) und Tobias Gruben (IfaS) den Projektstartschuss „Cochem-Zeller Energiedorf“(v.l.).

Landrat Manfred Schnur gibt gemeinsam mit Dr. Alexander Reis (IfaS) und Tobias Gruben (IfaS) den Projektstartschuss „Cochem-Zeller Energiedorf“(v.l.).

Gut besucht war der Marktplatz der Möglichkeiten bereits zum Beginn der Abendveranstaltung.

Gut besucht war der Marktplatz der Möglichkeiten bereits zum Beginn der Abendveranstaltung.

Neun Familien aus dem Landkreis zeichnet Landrat Manfred Schnur (mitte) mit der „Blauen Hausnummer“ aus. Fotos: privat

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