Atomwaffengegner beendeten Aktion in Büchel
Fasten für den Frieden
Zum 6. Mal fasteten Aktivisten der Deutschen Friedensgesellschaft vor dem Haupttor des Fliegerhorstes
Büchel/Cochem. Zum Wochenbeginn jährte sich der Atombombenabwurf auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki zum 70. Mal. Weltweit gedachte man der Katastrophe, die Zehntausende das Leben gekostet hat. In Büchel fasteten zum 6. Mal Aktivisten der Deutschen Friedensgesellschaft vor dem Haupttor des Fliegerhorstes, um so friedlich gegen die in der Eifel gelagerten Atomwaffen der Amerikaner zu protestieren. Etwa 15 Männer und Frauen wollten so in Mahnwachen und Andachten ein Zeichen setzen. „Seit 1999 sind wir hier mit Fasten aktiv, um auf die Bedrohung der Menschen durch diese Nuklearwaffen hinzuweisen“, erklärte Pfarrer Dr. Matthias Engelke im Gespräch mit „Blick aktuell“.
Unterstützung bekam die kleine Gruppe freitags durch zwei Friedens-Fahrradtouren, die in Gräfenwöhr und in Münster gestartet waren. Etwa 50 Teilnehmer radelten für den Frieden und machten am Freitagabend auf dem Cochemer Endertplatz einen von Touristen und Bürgern viel beachteten Stopp, um auf die atomare Gefahr aufmerksam zu machen. „Wir rufen auf, mit uns Abrüstung, Verständigung und Frieden einzufordern“, erklärte eine Sprecherin der DFG-VK (Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner. Die bunten Fahnen mit der Aufschrift „Pace“ und eine eindrucksvolle Darstellung mit bewaffneten Soldaten, Toten und drei Aktivisten, die nichts hören, sehen und sprechen, während das Lied „Kein Krieg ist heilig“ lief, zeigten Wirkung. Nachdenkliche Gesichter der Zuschauer und ernste Mienen bei den rund 90 Aktivisten deuteten die Brisanz des Themas an. „Bedenkt man, dass in Büchel die dortigen Atomwaffen noch modernisiert werden, wodurch sich die Einsatzmöglichkeiten erweitern“, sagte Marion Küpker von der DFG-VK, „so müssen wir eindringlich die Verantwortlichen an den Beschluss des Deutschen Bundestages von 2010 erinnern, in dem die Regierung aufgefordert wurde, für den Abzug der Atomwaffen aus Deutschland einzutreten.“ Sonntags traf man sich gegen 11 Uhr zum sogenannten Fastenbrechen vor dem Haupteingang des Fliegerhorstes zu einer Andacht, zu Liedern und zum Schweigen. Die Atomwaffengegner erklärten noch einmal deutlich, dass jeder Krieg ein Verbrechen an der Menschheit ist. Die Friedensaktivisten forderten die Bundesregierung unmissverständlich auf, sich der Initiative von mehr als 100 Staaten anzuschließen, die ein Verbot dieser schrecklichen Atomwaffen fordern.
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Gleich zwei Friedens-Fahrradtouren trafen mit wehenden Fahnen in Cochem zu einer Anti-Kriegs-Kundgebung zusammen.
