Erfolgreiches erstes Geschäftsjahr für die Raiffeisenbank Eifeltor eG
Fusion erfolgreich verarbeitet
Lutzerath/Kaisersesch. „Zwei Raiffeisenbanken haben sich fit für die Zukunft gemacht, haben sich gewappnet, um gemeinsam im Wettbewerb zu bestehen: Aus den Raiffeisenbanken in Kaisersesch und Lutzerath ist nach den Fusionsbeschlüssen der beiden Institute die neue Raiffeisenbank Eifeltor eG entstanden. Ein Zusammenschluss, der aus Sicht von Vorstand und Aufsichtsrat erfolgreich über die Bühne gegangen ist. Zwei kerngesunde Partner sind zusammengekommen.“ Damit begrüßte der neue Vorsitzende des Aufsichtsrates, Günter Urwer aus Binningen, die Mitglieder zur ersten Generalversammlung der Raiffeisenbank Eifeltor eG Ende Juni 2015 in Lutzerath.
Ein ganzes Jahr liege jetzt die Fusion der Raiffeisenbank Kaiser-sesch-Kaifenheim mit der Raiffeisenbank Lutzerather Höhe zurück. Neun Monate nach der technischen Fusion, habe man das Ziel einer harmonischen „Bankenehe“ erreicht. Dazu hätte auch die gute Zusammenarbeit und das neue „Wir-Gefühl“ der Mitarbeiter besonders beigetragen. Das erklärte gemeinsame Ziel sei es, künftig einen noch weiter verbesserten Service zu bieten und die versprochene Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit der vereinten Bank auch dauerhaft zu dem Nutzen der Kunden und Mitglieder zu sichern,“ betonte Urwer im Rahmen seiner Begrüßung.
Das Jahr 2014 sei ein gutes Jahr gewesen, führte Thomas Welter, Mitglied des Vorstands der Raiffeisenbank Eifeltor eG, aus. Menschen und Mittelstand blickten optimistisch in die Zukunft. Das anhaltend niedrige Zinsniveau habe die Bereitschaft und den Mut, jetzt in die eigene Firma oder die eigenen vier Wände zu investieren, zusätzlich beflügelt. Dies lasse sich auch in der Bankbilanz ablesen. 142 Millionen Euro waren per 31. Dezember 2014 an die Kunden ausgeliehen. Weitere 39 Millionen Euro Kreditvolumen seien an die Bausparkasse Schwä-bisch Hall, die Münchener Hypothekenbank und die WL BANK vermittelt worden.
Eine erfreuliche Zahl neuer Mitglieder und Kunden haben ihre Ersparnisse der Raiffeisenbank Eifeltor anvertraut. Diesem positiven Effekt für die Einlagenseite standen höhere Abflüsse auf-grund der hohen Investitionsbereitschaft der Kunden entgegen. Per Saldo führte dies zu einem (leichten) Zuwachs der Gesamteinlagen in einem Umfang von 1,2 Prozent auf 198 Millionen Euro. Die Bilanzsumme veränderte sich gegenüber dem Vorjahr vor dem Hintergrund fusionsbedingter Anpassungen nicht.
Die stärkste Ertragssäule ist das zinsabhängige Geschäft
Die stärkste Ertragssäule der Bank, betonte Bankdirektor Thomas Welter, sei nach wie vor das zinsabhängige Geschäft. Durch das extrem niedrige Zinsniveau sei jedoch die Spanne zwischen Guthaben- und Kreditzins immer enger geworden. Hierdurch verschlechterte sich für die Bank erwartungsgemäß das Zinsergebnis. Dagegen stiegen die Einnahmen aus dem Provisionsgeschäft, der zweitwichtigsten Ertragsquelle, nicht im gleichen Maße an.
Auch wenn es nicht ganz gelungen sei, die Rückgänge aus dem zinsabhängigen Geschäft aufzufangen, so der Vorstand, sei die Entwicklung wie auch das Betriebsergebnis in Höhe von 1,7 Mio Euro zufriedenstellend. Von der guten Entwicklung der Bank profitieren die 6.167 Mitglieder mit einer Dividende von fünf Prozent auf die Geschäftsanteile.
Anschließend nahm Welter Stellung zur europäischen Finanz-marktpolitik: „Wir brauchen eine europäische Bankenregulierung, die konsequent den Risikogehalt einer Bank berücksichtigt.“ So muss zum Beispiel auch die Raiffeisenbank Eifeltor in den Europäischen Bankabwicklungsfonds einzahlen. „Der Fonds springt nur ein, wenn systemrelevante Banken saniert oder abgewickelt werden müssen. Unsere Bank ist aber keine systemrelevante Bank. Von daher ist es so, als müssten Fahrradfahrer die Maut für Autobahnen mitbezahlen.“ Viel sinnvoller sei es deshalb, die Einzahlungen in den EU-Bankenfonds so zu berechnen, dass sie den Risikogehalt des Geschäftsmodells einer Bank sowie ihre Systemrelevanz widerspiegelten.
Kritik äußerte der Vorstand auch an den europäischen Plänen zur Finanzierung von Mittelstand, Landwirtschaft und Handwerk: „Statt auf die Kapitalmarktfinanzierung zu setzen, die für die allermeisten Mittelständler viel zu teuer ist, sollte die europäische Politik auf stabile Regionalbankenmodelle wie die deutschen Genossenschaftsbanken bauen.“
Danach ging Welter auf den möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ein. Es sei nicht absehbar, ob, wann und wie ein solcher Austritt erfolge. Die in der Öffentlichkeit diskutierten Szenarien seien dabei lediglich Spekulation. Es gebe keine Blaupause oder gar ein Modell für einen solchen Vorgang.
Das bedeute, dass jeder seine Hausaufgaben machen müsse. Als man Ende 2013/Anfang 2014 sich innerhalb der beiden Bankvorstände über eine Fusion unterhalten habe und die Zahlen der beiden Banken für die nächsten Jahre geplant habe, gingen beide damals noch getrennten Häuser in Übereinstimmung mit der Zentralbank von einem Zinsanstieg in 2016 aus. Doch davon könne derzeit nicht die Rede sein.
Bedürfnisse der Kunden müssen im Mittelpunkt stehen
Somit müsse Bankgeschäft auch ein Stück weit neu erfunden werden. „Dabei müssen die Bedürfnisse unserer Kunden im Mittelpunkt stehen. Dazu werden wir ein Projekt starten, dass sich Beratungsqualität nennt und wir werden unser Angebot im Internet sukzessive ausbauen. Uns muss der Spagat zwischen den Kunden, die eine Beratung vor Ort wünschen, und den Kunden, die Finanzprodukte im Internet abschließen wollen, gelingen. Vor dem Hintergrund noch längerfristiger niedriger Zinssätze wird die Kundenberatung noch wichtiger werden. Was man früher am Schalter per Festgeldprolongation kurz und schnell erledigen konnte, ist bei Zinssätzen von deutlich unter einem halben Prozent sicherlich nicht der beste Weg. Wir werden daher weiter und noch stärker in die Qualifikation unserer Mitarbeiter investieren und das Potential, dass unsere Mitarbeiter mitbringen, wollen wir besser nutzen.“ Dies stellte Bankdirektor Welter im Rahmen des Ausblicks für die nächsten Jahre heraus. Ferner steige die Anzahl der Kunden, die von Zuhause ein Girokonto eröffnen oder einen Bausparvertrag abschließen wollen.
Im Rahmen der anschließenden Aussprache wurde aus den Reihen der Mitglieder der Vorschlag gemacht, über die Filialstruktur nachzudenken und die Anzahl der Geschäftsstellen auf den Prüfstand zu stellen.
Vorstand wurde entlastet
Anschließend stimmten die Mitglieder dem Jahresabschluss und der Verwendung des Bilanzgewinns zu und entlasteten Vorstand und Aufsichtsrat. Außerdem wählten sie ihre Vertreter in das Kontrollgremium der Bank. Die langjährigen Mitglieder Rainer Berenz aus Laubach, Josef Einig aus Kaifenheim, Johann Josef Junglas aus Illerich, Werner Schaub aus Brohl und Günter Urwer aus Binningen wurden in ihren Ehrenämtern bestätigt.
Ehrennadel für Richard Benz
Zum Abschluss der Generalversammlung konnte noch ein seltenes Jubiläum gefeiert werden: Das Mitglied des Aufsichtsrates, Richard Benz aus Büchel, kann auf eine 25-jährige Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat zurückblicken. Am 7. Juni 1990 wurde Richard Benz in den Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Gevenich eG gewählt. Nach der Fusion mit der Raiffeisenbank Lutzerather Höhe eG nahm er dieses Amt auch bei dem fusionierten Institut war. Bis August 2014 war Richard Benz Vorsitzender des Aufsichtsrates der Raiffeisenbank Lutzerather Höhe eG. Seit dem 9. September 2014 nimmt Richard Benz das Amt des Stellvertreters des Vorsitzenden des Aufsichtsrates bei der Raiffeisenbank Eifeltor eG wahr.
Im Namen des Präsidenten des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes überreichte ihm Thomas Krämer die Ehrennadel in Silber.Pressemitteilung
Raiffeisenbank Eifeltor eG
